US-Kriegsopfer: immer noch folgenschwere Agent Orange/Dioxin Schäden in Vietnam

Einsatz westlicher Kampfmittel verursachen noch viele Jahre später Missbildungen an der Bevölkerung

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, welche seelischen und gesundheitlichen Schäden auch nach Jahrzehnten der Beendigung eines Krieges für die betroffenen Bevölkerungen zurück bleiben.

Gerade Kriege, die durch die USA und in jüngster Zeit gemeinsam mit den Allierten Verbänden durchgeführt werden, sind aufs Schärfste zu verurteilen, nicht zuletzt wegen des Einsatzes von Uran-Munition, die lange nach Beendigung der Kriegshandlungen unendliches Leid über die Menschen bringt.

Die Verseuchung der Umwelt durch das im Vietnam-Krieg eingesetzten Dioxin enthaltende Entlaubungsmittel Agent Orange verursacht noch heute schwere Schäden an den Neugeborenen und den Erwachsenen.

Die vierte Jahrestagung des Gemeinsamen Beratenden Ausschusses (Joint Advisory Committee JAC) für Agent Orange wurde gestern in Hanoi eröffnet. Dieser Ausschuss wurde im Jahr 2006 gegründet und findet jährlich statt. Ziel ist die Überwindung der Folgen des Agent Orange/ Dioxin in Vietnam.

Die dreitägige Sitzung soll die bisherige Zusammenarbeit und Ergebnisse zwischen den beiden Seiten in den vergangenen Jahren im Umgang mit den Folgen des Agent Orange (AO) überprüfen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit für die nächsten Jahre diskutieren.

Den Vorsitz dieser Tagung führen als Vertreter für die USA der US-Botschafter in Vietnam, Herr Michael Michalak und für das betroffene Vietnam der vietnamesischen Vize-Minister für Naturressourcen und Umwelt Herr Nguyen Xuan Cuong.

Schwerpunkte sind Beratungen über die Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten in den von Agent Orange betroffenen Gebieten in Vietnam sowie die gesundheitliche Versorgungshilfe für die betroffenen Opfer. (1)

Im vorigen Jahr unterzeichneten in der Stadt Da Nang der JAC, USAID und lokale Organisationen eine Reihe von konkreten Kooperationsvereinbarungen zu Gesundheitsdienstleistungen, Rehabilitationsmassnahmen und Unterstützung und Hilfsprogramme für Menschen mit Behinderungen.

Der US-Botschafter gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Folgen zu gesetzlichen Massnahmen in beiden Länder führen mögen.

Der Stellvertretende Minister für Naturressourcen und Umwelt sagte, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die vietnamesische Regierung und die Menschen auf der Grundlage ihrer eigenen Anstrengungen bemüht haben, die verursachten Folgen durch das extrem giftige Dioxin zu überwinden.

Für Vietnam hat es die oberste Priorität in den am stärksten betroffenen Gebieten eine weitere Belastung durch die tödlichen Chemikalien zu verhindern und die Verbesserung der Gesundheit der Menschen, sagte Herr Cuong und hofft, dass diese vierte JAC-Sitzung zu speziellen Aktivitäten in den beiden Regierungen führen wird, um notwendige positive Schritte für die Agent Orange/Dioxin-Opfer und die kontaminierte Umwelt so bald wie möglich durchführen zu können. (2)

Laut Angaben des Vietnamesischen Roten Kreuzes leiden zirka 500.000 Vietnamesen an den Spätfolgen von Agent Orange. Diese sind: Missbildungen (insbesondere Lippen-Kiefer-Gaumenspalten), Immunschwächen und Erbgutveränderungen. Viele vietnamesische Neugeborene kommen auch drei Generationen nach dem Einsatz von Agent Orange noch mit schweren Missbildungen zur Welt. Auch Krebs zählt zu den Spätfolgen. Es gibt zwar bis heute keine Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen der Exposition mit Agent Orange und der Tumorentstehung bestätigen, jedoch ist Dioxin als krebserregend bekannt.

Nach neuesten Forschungen versprühte die US-Armee während des Vietnamkrieges 80 Millionen Fässer toxischer Chemikalien. Weil der vietnamesischen Regierung das Geld für großflächige Bodenversiegelungen fehlt, ist das Gift auch 30 Jahre nach Kriegsende noch im Nahrungskreislauf. Schätzungsweise zwei bis vier Millionen Menschen sind von den Spätfolgen betroffen.

Noch immer werden auf schwerste Weise verkrüppelte und kranke Kinder geboren. Die meisten Opfer können gar nicht oder nicht angemessen medizinisch versorgt werden. Die vietnamesische Regierung investiert zur Zeit vorwiegend in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Einzelne, wie ein katholischer Priester, kämpfen aus eigener Initiative, bauen aus Spenden, die sie selbst sammeln, Heime und Gesundheitsstationen für die Opfer von Agent Orange. 1998 wurde das unter Mithilfe amerikanischer Kriegsveteranen aufgebaute Dorf der Freundschaft eröffnet, ein Behandlungszentrum für Opfer des Entlaubungsmittels. Dennoch sind auch dies nur einzelne Aktionen, die nur einer Minderheit der Betroffenen zugute kommen. (3)

Furchtbare Folgen von Agent Orange - Dioxin

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09.10.2007 Deutsche Leihsoldaten im Irak-Krieg verstrahlt – Mitwirkung bei US-Einsatz von Uranbomben in Afghanistan durch Tornado-Aufklärer

Quellen:
(1) http://news.xinhuanet.com/english/2009-09/08/content_12016852.htm
(2) http://english.vietnamnet.vn/politics/2009/09/867609/
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange

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