Der wahre Gegner der GDL: Bundesregierung und DGB
Am heutigen Sonntag Abend lĂ€uft die Friedenspflicht zwischen dem Konzern „Deutsche Bahn AG“ in staatlichem Besitz und denjenigen aus, die ihm (und damit den BĂŒrgern dieser Republik) allein letztes Jahr 1.68 Milliarden Euro erarbeiteten (1). „Die Bahn“ – de facto: die Bundesregierung von Merkel (CDU) und MĂŒntefering (SPD) – hat angekĂŒndigt, sich Streikbrecher aus Ăsterreich und der Schweiz zu holen, falls die letzte unabhĂ€ngige Gewerkschaft der LokfĂŒhrer (GDL) nicht klein beigibt und sich bei der DGB-Gewerkschaft „Transnet“ und der Beamten-Gewerkschaft „GDBA“ einreiht.Schon am 21.September hatte dazu der GDL-Vorsitzende Manfred Schnell in einem Interview erklĂ€rt, einen Streik auf jeden Fall lĂ€nger durchzuhalten als der von der Bundesregierung eingesetzte Konzernchef Hartmut Mehdorn.
Zum Einsatz von Streikbrechern aus dem Ausland meinte Schell:
„So einen Schwachsinn habe ich ja in meinem Leben noch nicht gehört. (3)
Laut Schell hatten der staatliche „Bahn“-Konzern, die DGB-Gewerkschaft Transnet und die Beamten des GDBA sich hinter dem RĂŒcken der LokfĂŒhrer abgesprochen und entgegen allen vorherigen Behauptungen und ErklĂ€rungen am 20.September die Verhandlungen einfach platzen lassen.
Dreh- und Angelpunkt dieses Kampfes der Arbeiter gegen rĂŒcksichtslose Kapitalinteressen: der eigenstĂ€ndige Tarifvertrag zwischen LokfĂŒhrern und Konzern. Mit allen Mitteln versuchen die „Gewerkschaften“ Transnet und GDBA, sowie der von der Bundesregierung kontrollierte Konzern „Die Bahn“ diesen eigenstĂ€ndigen Tarifvertrag der GDL zu verhindern.
Warum?
Die GDL ist nicht wie die anderen sogenannten „Gewerkschaften“ Transnet und GDBA Teil des DGB oder des deutschen Beamtenbundes. Die LokfĂŒhrer sind damit nicht unter Kontrolle irgendeines Apparates, wie dem seit Jahren durch internationale Finzanzkartelle erpressten sogenannten „Deutschen Gewerkschaftsbund“ DGB.
GESCHICHTE DES DGB UND DER „NEUEN HEIMAT“
Schon in 80er Jahren liess eine jahrzehntelange Mischung aus Vetternwirtschaft, Selbstbereicherung, Korruption und Misswirtschaft der DGB-FunktionĂ€re durch ArbeiterhĂ€nde mĂŒhsam erarbeitetes Gewerkschaftsvermögen in Milliardenhöhe einfach in Rauch aufgehen. Eine DGB-eigene Wohnungsbaugesellschaft namens „Neue Heimat“ mit Hunderttausenden von Wohungen hatte es geschafft 16 Milliarden D-Mark Schulden anzuhĂ€ufen, um dann vollstĂ€ndig zerschlagen und verrammscht zu werden.
Um diesen Vorgang zu verstehen, muss man lÀnger ausholen, ich verspreche es möglichst spannend zu halten, denn das ist die Story auch.
Die MachtĂŒbernahme Hitlers und der NSDAP spielte sich wĂ€hrend der entscheidenden Phase 1932/1933 in folgenden Etappen ab.
Zuerst die Wahlniederlage der Nazis am 6. November 1932. Die NSDAP fiel von 37.4% auf 33.1% (4).
Am 19.November schickten dann zwanzig Vertretern der Industrie, der Finanzwirtschaft und der Landwirtschaft einen Brief an den ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg mit der Aufforderung, Hitler trotzdem zum Reichskanzler zu ernennen. Vorher hatte es bereits zwei Ă€hnliche Versuche gegeben, durch Unterschriftenlisten zur MachtĂŒbergabe an die Nationalsozialisten beizutragen, nĂ€mlich eine Eingabe der „Wirtschaftspolitischen Vereinigung Frankfurt“ vom 27. Juli 1931 und eine ErklĂ€rung von 91 Professoren vom Juli 1932.
Die letzten SĂ€tze dieses Industriellen-Briefs vom 19.11.1932 lauteten nun wie folgt:
„Wir erkennen in der nationalen Bewegung, die durch unser Volk geht, den verheiĂungsvollen Beginn einer Zeit, die durch Ăberwindung des Klassengegensatzes die unerlĂ€ssliche Grundlage fĂŒr einen Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft erst schafft. Wir wissen, dass dieser Aufstieg noch viele Opfer erfordert. Wir glauben, dass diese Opfer nur dann willig gebracht werden können, wenn die gröĂte Gruppe dieser nationalen Bewegung fĂŒhrend an der Regierung beteiligt wird. Die Ăbertragung der verantwortlichen Leitung eines mit den besten sachlichen und persönlichen KrĂ€ften ausgestatteten PrĂ€sidialkabinetts an den FĂŒhrer der gröĂten nationalen Gruppe wird die SchwĂ€chen und Fehler, die jeder Massenbewegung notgedrungen anhaften, ausmerzen und Millionen Menschen, die heute abseits stehen, zu bejahender Kraft mitreiĂen.
In vollem Vertrauen zu Eurer Exzellenz Weisheit und Eurer Exzellenz GefĂŒhl der Volksverbundenheit begrĂŒĂen wir Eure Exzellenz.“ (5)
Geschrieben wurde dieser Text durch den ehemaligen ReichsbankprĂ€sidenten Hjalmar Schacht. Es mag sich jeder und jede noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, warum er oder sie von diesem Brief in den Konzernmedien noch nie etwas gehört hat – zumindestens nicht vom Original. Aber weiter..
– TatsĂ€chlich wird Adolf Hitler am 30.Januar 1933 durch den deutschen PrĂ€sident Paul von Hindenburg zum Kanzler ernannt.
– Am 4. Februar erfolgt die so genannte „Schubladenverordnung“ des PrĂ€sidenten Hindenburg – der immer noch die eigentliche Macht im Staat ausĂŒbt – zum „Schutze des Deutschen Volkes“ mit Eingriffen in die Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit.
– Am 27. Februar brennt dann der Reichstag. Die Urheberschaft ist bis heute nicht geklĂ€rt. Er gibt jedoch den Anlass fĂŒr willkĂŒrliche Verhaftungen, Ermordungen und Folterungen zehntausender Menschen durch die Exekutive unter Hindenburg (der den Oberbefehl ĂŒber die StreitkrĂ€fte innehat) und Hitler mit seinen Söldnern in SA und SS.
– Trotzdem erhĂ€lt die NSDAP am 5.MĂ€rz 1933 bei angesetzten Neuwahlen NICHT die absolute Mehrheit.
– Daraufhin rennen die Faschisten zu den BĂŒrgerlichen und bequatschen sie. Die beschliessen dann am 23.MĂ€rz, als Selbstmord aus Angst vor dem Tod, gemeinsam mit der NSDAP das ErmĂ€chtigungsgesetz (6). Erst dieses Datum markiert das Ende der 1. deutschen Republik und der Gewaltenteilung.
Ein Generalstreik oder Ă€hnliche Aktionen wurden von den leitenden Politikern der SPD mit dem Argument abgelehnt, dadurch könne Hitler ein Vorwand fĂŒr weitere Verfolgungen gegeben werden (6).
Im Mai 1933 wurden gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen des „Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund“ (ADGB) enteignet und der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) unterstellt, und diese benannte 1939 die einzelnen Firmen dann um – in „Neue Heimat“. (7)
Nach dem Krieg zuerst beschlagnahmt, wurde auch die unter den Nazis aus ADGB-Gewerkschaftsbesitz geschaffene „Neue Heimat Hamburg“ (NHH) 1952 durch die britische Besatzungsmacht dem ADGB-Nachfolger „DGB“ ĂŒbergeben. Dieser beschloss die „Neue Heimat Hamburg“ als zentrales Auffangbecken fĂŒr alle Wohnungsbaugesellschaften als „Neue Heimat“ zu machen.
Im Prinzip erfolgte hier durch den DGB die gleiche Zentralisierung wie unter den Nazis. Ein riesiger Apparat entstand, der im Laufe seiner Existenz nur durch 2 (!) Personen kontrolliert wurde – zuerst durch Heinrich Plett, und nach seinem Tode 1963 durch dessen „Ziehsohn“ Albert Vietor. Bereits damals besass die Neue Heimat 200.000 Wohungen.
Am 8. Februar 1982 erschien ein Bericht im „Spiegel“, in dem aufgedeckt wurde, dass sich mehrere Vorstandsmitglieder unter der FĂŒhrung von Albert Vietor persönlich, zum Teil auch direkt an den Mietern, bereichert hatten. Vietor hatte unter den Augen des DGB im Laufe jahrzehntelnager Korruption und Vetternwirtschaft 16 Milliarden D-Mark Schulden der „Neuen Heimat“ angehĂ€uft – es war ein bisschen so, als ob ein jahrzehntelang von oben parfĂŒmierter, prachtvoller Teppich zum ersten Mal angehoben wurde. (7)
Eine Katastrophe nahm ihren Lauf, die bis heute wirkt. Nachdem zuerst der gesamte Wohungsbestand – in dem ja nun auch Hunderttausende von Menschen wohnten – fĂŒr einen Euro (kein Witz, 7) an einen BĂ€ckermeister verscherbelt wurde (auch kein Witz, 7), beschloss man aufgrund öffentlicher Proteste diese Quasi-Verschenkung von Hunderttausenden von Wohnung zurĂŒckzunehmen und die „Neue Heimat“ zuerst in Einzelteile zu zerlegen, die dann sukzessive verkauft wurden. Dieser Prozess dauerte bis 1998.
Die ehemalige Regionalgesellschaft „Neue Heimat Niedersachsen“, die heute zur BauBeCon-Gruppe gehört, blieb bis Herbst 2005 in Gewerkschaftsbesitz, bis sie an die „Cerberus Capital Management“ verkauft wurde. Dies war Folge der Finanzprobleme bei der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), in deren Folge die Gewerkschaften ihren Anteil 2005 an den US-Finanzinvestor Lone-Star verkauften. (7)
DER DGB, die „BGAG“ UND DIE „AHBR“-BANK
Die „Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften AG (BGAG) (frĂŒher Beteiligungsgesellschaft fĂŒr Gemeinwirtschaft AG) ist eine Beteiligungsgesellschaft mehrerer deutschen Gewerkschaften. Eigentlich war sie einmal dafĂŒr gedacht, Gewerkschaftsvermögen zu vermehren (8). Diese BGAG erwarb Ende der 90er Jahre eben jene Anteile an der „Allgemeinen Hypotheken Bank Rheinboden“ (AHBR) .
Das „Institut“ – also die Bank – gab einzelnen, irgendwie durch Beziehungen an ihre Posten gekommene GewerkschaftsfunktionĂ€ren die Möglichkeit, Milliarden unkontrolliert an der Börse zu verzocken. Von dieser Chance machten die DGB-Seilschaften auch ordentlich Gebrauch: innerhalb von wenigen Jahren um die Jahrtausendwende verschwanden 4 Milliarden Euro, und dass nach den endlosen Skandalen um die „Neue Heimat“.
Dazu ist zu bemerken, dass der DGB eher der SED als einer demokratischen Organisation gleicht. Das wichtigste Gremium, der „Bundeskongress“ trifft sich nur einmal alle 4 Jahre. Inzwischen, also praktisch immer, trifft der „Bundesausschuss“ die Entscheidungen, dem auch die Exekutivmitglieder des DGB-Vorstands und die Vorsitzenden der DGB-Bezirke angehören (10). Soetwas wie innerdemokratische Kontrolle durch Legislativorgane findet nicht statt. Die ganze Struktur dieses Apparates ist seit dem Faschismus nichts als ein gigantischer Beitrag zur VolkslĂ€hmung, nur eben extrem teuer.
Das erklĂ€rt auch, weshalb es in der gesamten deutschen Geschichte nur einen, EINEN EINZIGEN GENERALSTREIK gab, und zwar 1920 gegen den rechtsradikalen Kapp-Putsch (11). Das dieser Generalstreik Erfolg hatte, mag der entscheidende Grund dafĂŒr sein, weshalb seitdem bestimmte KrĂ€fte im ADGB (und nach dem Faschismus im DGB) alles versucht haben, um einen weiteren zu verhindern.
Im Dezember 2005 ĂŒbernahm der US-„Investor“ (im Klartext: die transnationale Heuschrecke) „Lone Star“ 88 Prozent der Rheinboden Hypotheken Bank AHBR. Der DGB musste sogar noch zusĂ€tzlich 871 Millionen Euro an Lone Star bezahlen, um die eigene Bank loszuwerden. Und um das bezahlen zu können, verscherbelten die HĂŒter der Arbeitnehmerinteressen weiteres Vermögen ihrer Mitglieder und Beitragszahler:
– die Bausparkasse BHW ging an die Postbank,
– BGAG-Anteile an BHW-Invest und Frankfurt Trust wurden ebenso abgestoĂen wie die Immobiliengesellschaft Baubecon mit 20 000 Wohnungen. (9)
TRANSNET, GDBA, DIE BAHN UND DAS STREIKRECHT
Der Vorsitzende von Transnet, Norbert Hansen, ist leider nur ein fleischgewordenes Beispiel an Heuchelei, was diese Republik zu bieten hat.
Bereits Anfang August hatte das SPD-Mitglied Hansen angekĂŒndigt, gegen die GDL im Falle eines Arbeitskampfes Streikbrecher aus der DGB-Gewerkschaft Transnet einzusetzen. Hansen ist ausserdem noch Vorsitzender der Lobbygruppe „Pro Schiene“. Spender dieser Lobbygruppe, deren erklĂ€rtes Ziel die Vorbereitung des Börsengangs des Bahnkonzerns ist, sind unter anderem Siemens, ThyssenKrupp, die Bilfinger Berger AG, Bombardier Transportation GmbH, Bureau Veritas Rail GmbH – und die Deutsche Bahn AG.
Wie gut, dass Transnet-Chef Norbert Hansen auch noch Vorstandsmitglied bei der „Deutschen Bahn AG“ ist. So wird das Bild richtig rund.(12)
Vor kurzem startete die DGB-„Gewerkschaft“ Transnet auch noch eine Unterschriftensammlung gegen die eigenen Kollegen der LokfĂŒhrergewerkschaft GDL.
„Wir verstehen die Aktion bewusst als Antwort auf die zurzeit laufende lange Urabstimmung der GDL“, so Transnet-Chef Norbert Hansen damals ganz offen zu diesem Skandal (12). Gleichzeitig drohte sein Vorstandschef Hartmut Mehdorn der GDL mit Millionenklagen und den Arbeitern mit Rauswurf, sollten sie von ihrem Streikrecht Gebrauch machen.
Das Streikrecht. NĂ€chster Punkt. Mit dem Urteil vom 08.August hob das Arbeitsgericht NĂŒrnberg das seit der Soldaten-Revolution von 1918 in Deutschland (16) existierende Streikrecht praktisch auf. Es verbot einen Streik gleich bundesweit mit der BegrĂŒndung, dieser Streik sei schĂ€dlich fĂŒr „die deutsche Volkswirtschaft“. (13)
Niemand klagte dagegen, auch die GDL trug den Fall nicht vor das Bundesverfassungsgericht, sondern akzeptierte ihn indirekt durch die Annahme des Mediatoren-Angebotes. Das fĂŒhrte nur zu wochenlanger Taktiererei ohne Ergebnis, in der Transnet, GDBA, die Bahn und vor allem die Bundesregierung – die endlich durch die sogenannte „Bahnprivatsierung“ 164 Milliarden Volksvermögen ihren kapitalistischen Kumpels in den Rachen schmeissen will (14) – nie auch nur eine Sekunde daran dachten, die minimalen Forderungen der GDL nach fairer Entlohnung von 2000 Euro im Monat im Rahmen eines eigenstĂ€ndigen Tarifvertrages in ErwĂ€gung zu ziehen.
DIE „BAHNPRIVATISIERUNG“
Selbst die SPD-Bundestagsfraktion, jahrzehntelang ein Durchwinker-Verein par excellence, sah sich angesichts der öffentlichen Empörung ĂŒber das öffentliche Finanzverbrechen der „Bahnprivatisierung“ zu einem Lebenszeichen genötigt.
„Die Volksaktie ist keine Gegenposition (zum Gesetzentwurf der Regierung), sondern ein Kompromiss, und wenn der nicht gemacht wird, gibt es nur ein Ja oder Nein“, so Juso-Chef Björn Böhning am Freitag in Berlin. Die linken SPD-Abgeordneten fordern nun Vorzugsaktien ohne Stimmrecht fĂŒr Privatleute, um den Einstieg von GroĂinvestoren zu verhindern. Dabei haben sowohl die SPD-Abgeordneten, als auch Björn Böhning, schlicht Hosenflattern vor einem seltenen Ereigniss: dem Karteileichen-Kongress „SPD-Bundesparteitag“. Der Plan von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) lĂ€sst jede Menge Distanzierung vermuten, da sich bereits elf LandesverbĂ€nde gegen die Privatisierung ausgesprochen haben. Die „SPD-Spitze“ fĂŒrchtet nun einen entsprechenden Grundsatzbeschluss vom Parteitag, der einen heftigen Koalitionsstreit auslösen könnte, heisst es. (15)
Im Klartext heisst das, dass es zwischen dem System Schröder/Fischer und dem System Merkel/MĂŒntefering keinerlei Unterschied gibt und der Ausverkauf dieser Republik durch eine verkommene, heuchlerische Bande von Verbrechern an der Regierung einfach weitergehen soll. Realistisch wird es wie immer laufen: irgendein Bundesparteitag beschliesst irgendwas und keine Sau kĂŒmmeltÂŽs. Es wird einfach weiter gemacht was den Kumpels und Vorsagern in den Chefetagen des Kapitals in den Kram passt, der Rest ist bedeutungslos, jedenfalls wenn es nach den real existierenden Parteien geht.
STREIK ODER DEMĂTIGUNG, GEWERKSCHAFT ODER WITZVEREIN
Die GDL hat das letzte „Angebot“ des Bahn-Konzerns als „ungeheuerliche Provokation“ bezeichnet.
„Offensichtlich ist dem Arbeitgeber immer noch nicht bewusst, dass es fĂŒr die GDL nur eine Verhandlungsbasis gibt. Diese lautet: EigenstĂ€ndiger Tarifvertrag mit deutlichen Entgelt- und Arbeitszeitverbesserungen“, so die LokfĂŒhrer auf ihrer Webseite http://gdl.de/
„Sollte der Bahnvorstand dieses bis zum 30. September 2007 weiterhin ignorieren, muss ihm wohl Anfang Oktober mit Streiks auf die SprĂŒnge geholfen werden!“
Die GDL steht dabei fĂŒr mehr als nur die letzte streikfĂ€hige und unabhĂ€ngige Gewerkschaft dieses Landes. Sie steht auch fĂŒr die Hoffnung auf einen zukĂŒnftigen, unabhĂ€ngigen Gewerkschaftsbund. Der DGB hat sich – wie annodĂŒnnemal die SED – hinter dieser Heuchelei der „Einheit“ verschanzt um seine tagtĂ€gliche Nichtsnutzigkeit wegzureden. Hochbezahltes Blabla, nichts, nichts, und wieder nichts, ein klĂ€gliches Sömmerlein in den Talkshows, den Kopf immer auf Brusthöhe, es ist so dermassen zum Speiben was hier ablĂ€uft in der Republik, dass man sich wundert wieso nicht schon 20 Jahre frĂŒher jemand was unternommen hat.
Wenn es nun zum Streik kommt, wird er weder einen Funken UnterstĂŒtzung aus der Scheinpartei „SPD“, noch aus der sogenannten „Linken“ bekommen. Beide Witzvereine buhlen um die Gunst des DGB, und der steckt zusammen mit dem Staatskonzern „Deutsche Bahn AG“, Merkel, MĂŒntefering und dem ganzen anderen Sauhaufen unter einer Decke.
Wenn die LokfĂŒhrer der GDL sich hier mit dem Establishment anlegen, fĂŒr ein Minimum an Gerechtigkeit, fĂŒr das Grundgesetz und sein Streikrecht, dann tun sie das fĂŒr 80 Millionen Menschen und die nĂ€chsten 80 Millionen die noch nicht geboren sind. Auch sie sollen einmal die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben wie wir, wenn nicht mehr. Es gibt hier keinen Weg zurĂŒck. Die Arbeiter der GDL brauchen alle UnterstĂŒtzung, die sie kriegen können.
Lassen wir also das Gequatsche, Gejammer, Gefasel von „Eiiiiiiiiiiinheit“ der Gewerkschaften und „gemeiiiiiiiiiiiiiiinsamer“ Linke und diesen ganzen heuchlerischen Bullshit von Lafontaine, Gysi und Sommer und tun wir, was wir tun können.
Es hat absolut keinen Zweck auf Hilfe zu warten. Sie wird nicht kommen.
Denn die Hilfe sind wir.
weitere Artikel:
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Quelle:
(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bahn
(2)
http://www.focus.de/finanzen/news/streik_aid_134409.html
(3)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,507094,00.html
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahlen
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielleneingabe
(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung
(7)
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Heimat
(8)
http://de.wikipedia.org/wiki/Beteiligungsgesellschaft_der_Gewerkschaften
(9)
http://www.dervgb.de/pdf/medien/Die%20Scheinheiligen_mm_7_06.pdf
(10)
http://www.dgb.de/dgb/aufbau.htm/
(11)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstreik
(12)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=792&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=8
(13)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=798&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=8
(14)
http://www.radio-utopie.de/index.php?themenID=997
(15)
http://de.today.reuters.com/News/newsArticle.aspx?type=domesticNews&storyID=2007-09-28T112028Z_01_NEI840627_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-SPD-BAHN-STEUER.xml
(16)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=916&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=09
