Berlin – Spandau Mobilisiert! – „Wir zahlen nicht für eure Krise!“ – Veranstaltungshinweis

Bereits zum zweiten Mal haben die Aktivisten des Spandauer Bündnisses „Wir zahlen nicht für eure Krise“, am vergangenen Samstag ihre Verteilaktion auf dem Spandauer Markt durchgeführt.

Wie schon bei der ersten Aktion stießen sie auch an diesem Tag auf reges Interesse bei den Spandauer Bürgern. Wenn auch nicht unterschlagen werden darf, dass es im überwiegenden Teil der Bevölkerung noch nicht angekommen zu sein scheint, wer diese Krise letztendlich bezahlen soll und wird.

Der Wunsch, diese Krise möge irgendwie an einem vorbeiziehen ist allgegenwärtig, obwohl man erkennen kann, dass die Menschen spüren und dies auch zum Ausdruck bringen „hier stimmt irgendetwas nicht in diesem Land“. Allein die Beschäftigung mit dieser Krise macht ihnen Angst. Das Bewusstsein, über die Jahre entpolitisiert worden zu sein, mit Versprechungen gefüttert und doch ständig mitbekommend, dass sich ihre eigene Lebenssituation über die Jahre immer mehr verschlechtert hat, macht sie immer wütender und das auch, wenn sie noch eine volle Arbeitsstelle haben.

Dass Arbeiter, Angestellte, Rentner, Arbeitslose und sozial eher schwache Bevölkerungsschichten die Zeche für dieses Desaster, an dessen Anfang wir stehen, zahlen sollen, kann man meist nur im direkten Gespräch erläutern, viele gehen mit den Worten „wir können ja nichts ändern“ vorbei.

Manchmal helfen einem aber auch reale Gegebenheiten in den Gesprächen, wie im Falle der Aussagen des „noch“ Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) dieser Tage, die sozialen Ausgaben in Berlin wären zu hoch, die eine deutliche Sprache sprechen und aufzeigen wohin die Reise gehen soll – Sozialabbau auf allen Ebenen während Unternehmer und Spekulanten weiterhin Milliarden „Schaefflern“. Es lohnt zum Beispiel, eben nicht Geld für Schulen zur Verfügung zu stellen, auf die eh nur die wachsende Zahl von Kindern aus Hartz IV Familien gehen und die dann zu Einrichtungen werden mit „besonders schwierigen Kindern mit renitenten Eltern“, weshalb es aus seiner Sicht keinen Sinn mache, Geld „für eine Struktur zur Verfügung zu stellen, wo der Anteil der Bedürftigen von Jahr zu Jahr wächst.“

Die SPD scheint keine Lust mehr zu verspüren, Sozialleistungen banner_krise_120x240.jpg
für die Unterschicht dieses Landes zu bezahlen. Die Kinder
der besser bis sehr gut Verdienenden nehmen ohnehin in
Zunehmendem Maße den Weg über durch öffentliche Mittel
gesponserte Privatschulen.

Für einen Vertreter des Kapitals, ist dies eine durchaus
schlüssige Denkweise, nur Thilo Sarrazin ist als Volksvertreter
dort, wo er ist und wird vom Steuerzahler entlohnt!

Man würde die tatsächlichen Umstände verkennen, wenn man Thilo Sarrazin nun einen Einzeltäter nennen würde, der möglicherweise in einem seiner leidlich bekannten asozialen Ausbrüche gegenüber sozial schwachen Gruppen unserer Gesellschaft gehandelt habe.

Er hat nur ausgesprochen, was nach den Wahlen in diesem Jahr Programm sein wird und dass er es tat, ist bei seiner „Kaltschnäuzigkeit“ auch nicht wirklich verwunderlich. Was die Bundesregierung und fast alle im Bundestag vertretenen Politiker noch schamvoll unter den Teppich zu kehren versuchen, spricht der zukünftige Bundesbankvorstand gelassen aus und für diese „Ehrlichkeit“ müsste man ihm fast auch noch dankbar sein.

Jedenfalls kommt diese „Ehrlichkeit“ rechtzeitig, um sie wirkungsvoll in der Mobilisierung zur bundesweiten Demonstration am 28. März 2009 einsetzen zu können. An solch konkreten Dingen kann man in einzelnen Gesprächen auch das Interesse derer wecken, die bisher noch versucht haben, die Krise auszublenden.
Deshalb und weil es wichtig für die Menschen ist, die hier und anderswo leben, werden sie weiter mobilisieren, zur Demonstration in Berlin und Frankfurt an diesem Globalem Aktionstag, dem 28. März 2009!

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Die nächsten Termine des Spandauer Bündnesses „Wir zahlen nicht für eure Krise“ – Veranstaltungshinweis:

Verteilaktion auf dem Spandauer Markt / Altstadt, Samstag den 21. März 09. 11:00 Uhr

Bündnistreffen in den Räumen der Volkssolidarität Spandau, Metzer Str. 18, 13595 Berlin,
Beginn 18:00 Uhr – hier kann auch noch restliches Mobilisierungsmaterial abgeholt werden!

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VERANSTALTUNG – WAS TUN IN DER KRISE?

Offene Diskussion zu Ursachen und Handlungsmöglichkeiten in der Krise

mit

Elmar Altvater
(Prof. für Politikwissenschaften an der FU Berlin und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates – Attac)

Markus Dahms
(IG-Metall Betriebsrat, Berliner Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“)

Brigitte Schilling
(DIE LINKE. Spandau, Vorstand der LAG Hartz IV)

Thomas Marschner
(Aha . Arbeitsloseninitiative „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“ – Spandau)

Mittwoch, 25. März 2009, 19:00 Uhr Seniorenklub Lindenufer, Mauerstr. 10a, 13597 Berlin

Veranstalter: Spandauer Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“

Unterstützer:

Aha – Spandau, DIE LINKE. Spandau, Gruppe Arbeitermacht, IG-Metall Vertrauensleute aus Spandauer Betrieben, SAG (Soziale Alternative für Gerechtigkeit, Landesverband Berlin), Soziale Brennpunkte Adjuvamus Berlin e.V., Volkssolidarität Bezirksverband Spandau

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Video zur Demonstration:  (normale Qualität) (HD – hoch auflösend)



http://www.kapitalismuskrise.org