„Online-Durchsuchung“: Hausdurchsuchung ohne Gerichtsbeschluss
Berlin: Das Dr.“Seltsam“ SchĂ€uble mit seiner Penetranz nicht wirklich auf „Online-Durchsuchungen“ von PCs und LapTops durch das Netz zielt, sondern zum Beispiel auf massenhaftes Benutzen von Handys als Raummikrophone sowie das Mitlesen von Bildschirminhalten ĂŒber deren elektromagnetische Abstrahlung (1), dĂŒrfte sich mittlerweile rumgesprochen haben.
Ein weiteres Ziel seiner Intrige gegen eine wachsweiche, jÀmmerliche SPD zielt direkt auf Artikel 13 der Verfassung: SchÀuble plant die Hausdurchsuchung ohne Gerichtsbeschluss.
Lesen wir erstmal im schlauen FĂ€hnlein Fieselschweif-Handbuch fĂŒr 82 Millionen das nach, was Dr.Seltsam um den Verstand bringt:
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Artikel 13
(1) Die Wohnung ist unverletzlich.
(2) Durchsuchungen dĂŒrfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgefĂŒhrt werden.
(3) BegrĂŒnden bestimmte Tatsachen den Verdacht, daĂ jemand eine durch Gesetz einzeln bestimmte besonders schwere Straftat begangen hat, so dĂŒrfen zur Verfolgung der Tat auf Grund richterlicher Anordnung technische Mittel zur akustischen Ăberwachung von Wohnungen, in denen der Beschuldigte sich vermutlich aufhĂ€lt, eingesetzt werden, wenn die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise unverhĂ€ltnismĂ€Ăig erschwert oder aussichtslos wĂ€re. Die MaĂnahme ist zu befristen. Die Anordnung erfolgt durch einen mit drei Richtern besetzten Spruchkörper. Bei Gefahr im Verzuge kann sie auch durch einen einzelnen Richter getroffen werden.
Sagt der Chef.
(Downloaden Sie das Grundgesetz, solange sie noch können:)
http://www.oszbueroverw.de/download/Recht/Grundrechte_exemplarisch/Grundrechte/grundgesetz.htm#art1
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Vor enigen Tagen wurde nun ĂŒber den „Focus“ in die Ăffentlichkeit lanciert, dass eine Hardware namens „Remote Forensic Software“ (RFS) in Wohnungen von „VerdĂ€chtigen“ geschmuggelt werden soll (2).
Wohlgemerkt – SchĂ€uble und die Polizeistaatler aus CDU und SPD tun seit Jahren schon so, als könne man gefĂ€hrlichen Leuten nicht mehr die Wohnung durchsuchen und der Durchsuchungsbefehl wĂ€re quasi abgeschafft.
Der Witz ist – genau diesen wollen diese sauberen Herren ĂŒberflĂŒssig machen.
Denn mit der SchĂ€uble-Vorlage braucht die Exekutive – mit dem Alibi der „Online-Durchsuchung“ – einfach „Gefahr im Verzuge“ auszurufen und kann die Wohnung eines „VerdĂ€chtigen“ dann drei Tage in Ruhe ausforschen, ohne einen einzigen Richter sehen zu mĂŒssen (3).
Alibi: man mĂŒsse da ja was am Computer machen, damit man dann nur und ausschliesslich den durchsuchen könne. Man wolle ja gar nicht die ganze Wohnung durchsuchen, da brĂ€uchte man ja auch einen Durchsuchungsbefehl.
Und weil man ja nicht die Wohnung durchsuchen wolle, mĂŒsse man halt da rein in die Wohnung – verstehen Sie?
Mit diesem Hirnsauger-Mist belÀstigt uns eine skrupellose Bande von Volksverblödern schon die ganze Zeit.
Das wirklich GefĂ€hrliche dabei ist die Schmierenkomödie, die die Fantom-Sozialdemokratie hier abspult. Sie weiss ganz genau, was hier gespielt wird und kennt ihren eigenen Part dabei – dass kleine Zicklein, was sich am Anfang strĂ€ubt, aber dann eben doch merkt, dass man Berlin um die CDU herumgebaut hat.
Die will doch nur das Beste von der SPD, und weil sie das will, ist das vernĂŒnftig, und weil das vernĂŒnftig ist, ja darum macht ihr das auch, Genossinnen und Genossen.
Man sollte Peter Struck sein ganzes Gesabbel (5) an den Schnurrbart binden. Wenn er dann im Regierungsviertel seiner Wege murmelt, wird ihn vielleicht irgendjemand auf dieses Geschepper ansprechen, was er da hinter sich herzieht.
Die FDP hat immer noch nicht begriffen, dass die grosse alte Dame der BĂŒrgerrechte und -Freiheiten, Hildegard Hamm-BrĂŒcher, inzwischen aus der FDP ausgetreten ist.
Das war zwar schon 2002, aber vielleicht denkt man jetzt mal langsam darĂŒber nach, warum der FDP seitdem niemand mehr etwas glaubt.
Guido Westerwelle (6) kann jetzt sagen, was er will – wenn es stimmt, kommt es Jahre zu spĂ€t, wenn es nicht stimmt, ist es identisch mit dem GeschwĂ€tz seiner Konkurrenten, aber so oder so ist es die alte Gutsherrenart des BĂŒrgertums:
keine Information, keine HintergrĂŒnde, keine sachliche ErlĂ€uterungen der PlĂ€ne des Gegners, der Rechtslage und der strategischen Situation und immer, immer, IMMER defensiv – es sei denn, es geht gegen die kleinen Leute, weil die noch immer nicht arm genug sind.
Da war die FDP allerdings immer mutig – im Nachtreten gegen Leute, die am Boden lagen und nicht mehr konnten.
In der Rolle der BĂŒrgerrechtspartei hat die FDP seit Jahrzehnten versagt. Nicht ein einziges Mal hat sie dort irgendetwas erreicht.
Der absolute Tiefpunkt war der Moment, als sie aus niederen Motiven heraus Frank Steinmeier vor dem Untersuchungsausschuss flitzen und 4 Jahre Lagerhaft eines Menschen ungesĂŒhnt liess, weil nur die WĂŒrde eines Deutschen unantastbar sein sollte.
Damals, am 29.MĂ€rz, war alles möglich: in der sicheren Gewissheit davon zu kommen, sprach Otto Schily davon, US-Behörden hĂ€tten ihm auch ĂŒber AusbildungsplĂ€tze in Guantanamo erzĂ€hlt.(4)
An diesem Tag schrieb ich dazu folgende Worte:
„Die GrĂŒnen und die FDP haben sich geoutet, nie wieder werde ich ĂŒber eine dieser Parteien auch nur ein gutes Wort verlieren.
Die Seele eines KĂŒnstlers ist ein Bischen wie die eines Elefanten. Das wird Ihnen noch leid tun, Herr Westerwelle, Frau KĂŒnast, und ihrer Bagage.“ (4)
Das wird es in der Tat. Und ich habe viel Zeit…
weitere Artikel:
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Versuchen Beckstein und SchÀuble Zypries und die SPD zu erpressen?
15.07.07
SchÀuble, Handys oder die akustische Online-Durchsuchung, weltweit
Quellen:
(1)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=709&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=7
(2)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/93807
(3)
http://www.welt.de/politik/article1058387/Schaeuble_haelt_an_Online-Durchsuchung_fest.html
(4)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=382&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=3
(5)
http://www.focus.de/politik/deutschland/online-durchsuchung_aid_68847.html
(6)
http://www.sueddeutsche.de/,ra1l1/deutschland/artikel/803/126607/
