Die Hoffnung eines Lukas Podolski
Das Lukas Podolski (23) den FC Bayern verlassen will und wird, steht ausser Frage. Es bleibt nur das „wann“ und „wohin“. Es wird zwar immer prognostiziert dass er unbedingt zurück nach Köln möchte, dies darf aber aus verschiedenen Gründen angezweifelt werden. Schließlich wäre er schon 2006, nach intensiven Gesprächen, fast in Hamburg gelandet.
Die Gerüchteküche brodelt. Der wahrscheinliche Weggang von Ivica Olic schlägt in Hamburg und beim HSV hohe Wellen. Bestätigt ist noch nichts, weder von seinem Berater Gordon Stipic, noch der Führung des FC Bayern. Allerdings sehen die Versuche von Gordon Stipic sehr kläglich aus ein vernünftiges Dementi hinzubekommen. Es heisst:
„ Noch sei gar nichts klar“ „Erst recht gebe es noch keinen Termin für eine sportärztliche Untersuchung in München. Feststehen würde nur, dass er in der kommenden Woche zu Verhandlungen an die Isar reisen werde.“
Laut Bild ist natürlich schon fast alles klar, allerdings wäre es auch nicht das erste mal, dass dieses Blatt bei Transfergerüchten daneben lag.
Es ist es schon komisch, dass Olic wohl am 9.12. in München war. Warum wohl?
Um sich vorzustellen, dass Bayern und Olic sich evtl. einigen könnten, bedarf es keiner großen Fantasie. Denn die Unzufriedenheit des auf der Bank schmorenden Podolski, sowie der Umstand das Olic im Sommer ablösefrei zu haben ist, spielt Uli Hoeneß in diesen Zeiten der Wirtschaftskrise in die Hände, auch wenn die Bayern wohl ein Handgeld zahlen werden welches sich aber deutlich unter der Schwelle einer Ablöse bewegen könnte, die normalerweise bei einem solchen Transfer fällig wird. Die noch offen stehende Frage ob Olic und Podolski schon zur Winterpause wechseln (wohin auch immer), steht weiterhin im Raum.
Die Frage stellt sich nun was der HSV machen wird um einen adäquaten Ersatz zu bekommen. Denn sowohl im Sturm als auch im Offensivbereich, ist dringender Bedarf. Was also tun Herr Martin Jol?
Nun hat Radio Utopie erfahren, dass Lukas Podolski sich einen Wechsel zum Hamburger SV vorstellen kann. Er könnte dort einerseits zum Publikumsliebling avancieren als auch im Konzept des Trainers seine Rolle spielen.
Es ist kein Geheimnis dass die Geschäftsbeziehungen zwischen dem FCB und dem 1.FC Köln durch die vergangenen Vorfälle ein wenig zerrüttet sind, zumal der FC die Forderungen von Bayern kaum erfüllen könnte. Hoeneß reagierte auf das letzte Angebot der Kölner von 7 Millionen € sehr verschnupft.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die sportliche Situation des 1.FC Köln das Non plus Ultra eines Lukas Podolski wäre. Es dürfte für ihn schwierig sein sich mit dem Gedanken zu befassen, im Falle eines Wechsels nach Köln (welche nach den letzten 4 Niederlagen in die Nähe der Abstiegszone rutschten) um den Ligaverbleib zu kämpfen. Podolski müsste also mit dem latenten Risiko leben abzusteigen. Dass der Publikumsliebling nochmal 2. Liga spielt ist stark zu bezweifeln, da die WM 2010 immer näher rückt und er einen für sich wichtigen Status in der Nationalmannschaft zu verlieren hat.
Podolskis Optionen könnten wieder die gleichen zwei Vereine wie schon 2006 sein. Klaus Allofs von Werder Bremen und Dietmar Beiersdorfer vom HSV buhlten schon damals mächtig um Podolski. Werder aber war schnell aus dem Rennen und die Entscheidung blieb zwischen Bayern und dem HSV.
Neu hinzugekommen in der Gerüchteküche ist neuerdings auch Borussia Dortmund. Allerdings hat Jürgen Klopp diesen Transfer bereits öffentlich als Traum bezeichnet der für ihn auch einer bleiben werde, da die finanzielle Hürde für den BVB nicht zu stemmen sei. Seltsam ruhig ist es hingegen bei den Bremern. Auch hier bleibt abzuwarten, wie diese sich verhalten. Denn auch Klaus Allofs hat angekündigt ordentlich auszumisten, um wieder Stabilität in die Truppe zu bekommen.
Das Podolski sich damals falsch entschieden hat, dürfte ihm trotz aller Durchhalteparolen schon länger klar sein. Ob der FCB ihn damals nur wegen dem Schweini-Poldi-Hype vom Sommermärchen weggekauft hat – ohne dabei das eigene Spielsystem zu ändern oder zu berücksichtigen dass Podolski kein Strafraumstürmer ala Gerd Müller ist – wird wohl das Geheimnis der Bayernführung bleiben. Allein die damaligen Sprüche eines Karl-Heinz-Rummenigge („ Podolski hat bei uns eine Stammplatzgarantie“) verstimmten den damaligen Trainer Felix Magath schon arg. Dieser hatte mit Rummenigge sowieso bereits einige Zickereien ausgetragen und diesen Machtkämpfen war Lukas Podolski von Anfang an ausgesetzt, wobei die Medien ihren Beitrag dazu leisteten.
Auch ein Ottmar Hitzfeld war nicht bereit sein System so umzustellen dass Podolski seinen Platz hätte finden können. Sicherlich gab der Erfolg Hitzfeld recht. Doch selbst die lächerlichen Versuche den gelernten Stürmer Podolski ins teilweise defensive Mittelfeld zu stecken, waren alles andere als eine gute Lösung, auch wenn er dort einige gute Spiele machte. Danach war der Käse eigentlich schon gegessen. Neue Hoffnung keimte erst dann wieder bei Podolski auf, als Jürgen Klinsmann den Kader des Rekordmeisters übernahm. Selbst öffentlich gab Klinsmann Podolski zu verstehen, dass man ihn benötige und er unverzichtbar sei. Das dies nun wieder einmal leere Phrasen eines Klinsmann waren – wie bei der WM 2006, Stichwort Kahn und Sepp Maier – wurde spätestens klar, als Podolski trotz besserer Form im Vergleich zum seit Monaten unterirdisch spielenden Miroslav Klose nicht berücksichtig wurde. Selbst im Medien-und Expertenwald raunte es über Klinsmann bedenklich, niemand brachte zum damaligen Zeitpunkt für die Einsätze von Miroslav Klose Verständnis auf.
Die Taktik des FC Bayern dürfte klar gewesen sein: man hatte keinen gleichwärtigen Ersatz, welcher sich ohne zu murren auf die Bank gesetzt hätte. Daher hielt man Podolski mit falschen Versprechungen hin, seine Leistungen spielten einfach keine Rolle mehr. Selbst 2/3 der Fans im Bayern Forum verlangten von den jungen Stürmer auf dem ungewohnten Posten, dass er doch gefälligst in seinen Kurzeinsätzen 3 Tore und 4 Assists zu leisten hätte. Es wurden keine sachlichen Diskussionen mehr geführt, sondern nur noch persönliche Angriffe gegen Podolski gefahren. Man kann es diesem Stürmer nicht wirklich verübeln, dass seine Motivation im Keller war.
Es trägt auch nicht wirklich für das Selbstvertrauen bei, wenn ein junger Spieler schon Angst haben muss nach einem einzigen Fehler ( in einer evtl 30 minütigen Spielzeit) im nächsten Spiel wieder zuschauen muss. Sicherlich hat Podolski durch seine öffentliche Aussage, dass er weg wolle und sich nicht mehr wohl fühle, auch eine Mitschuld an dem ganzen Dilemma. Letztlich ist es dennoch skandalös was da an Machtkämpfen auf seinem Rücken ausgetragen wurde.
Während die Fans des 1.FC Köln auf Podolskis Rückkehr hoffen dürfen – er hat immer seine Verbundenheit gegenüber dem FC bekundet – und der Verein wirklich alles versucht die finanzielle Hürde zu stemmen, bleibt die Frage offen was Dietmar Beiersdorfer noch in Petto hat. Das Beiersdorfer einen eventuellen Joker in der Schublade bunkert, wäre nicht das erste mal. Man erinnere sich nur an dem absoluten Überraschungstransfer des Nationalspielers Marcel Jansen.
Denkbar wären einige Varrianten. Es wird sogar von einem Tausch – Olic für Podolski – gemunkelt. Das dürfte aber aus Sicht der Bayern keinen Sinn machen, ausser vielleicht einen motivierten Olic als einen demotivierten Poldi zur Rückserie auf der Bank sitzen zu haben.
Man muss allerdings berücksichtigen, dass der HSV im vergangenen Sommer einen erheblichen Kraftakt mit den Neuzugängen Marcell Jansen, Thiago Neves, Alex Silva und Mladen Petric, in Höhe von 28 Millionen € zu stemmen hatte. Die Frage der Finanzierung bleibt also offen, wenn man mal von den kursierenden Summen für Podolski ( 12-15 Millionen € ) ausgeht.
Das diese Summe für die Kölner nicht zu finanzieren ist, scheint sich immer mehr zu verdichten. Auch wenn sogar ein „Poldi-Rückhol-Verein“ gegründet wurde, dessen einziges Ziel es laut Satzung ist Lukas Podolski wieder zurück nach Köln zu lotsen.
Letztlich liegt es natürlich an Lukas Podolski wo er für sich die sportlich bessere Zukunft sieht. Dass er beim 1.FC Köln evtl Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen hat (beim HSV wäre er auf dem Level von Olic ,ca. 3 Mio) scheint eher nicht das Problem zu sein. Am Beispiel seiner Kölner Zeit erkennt ja nun auch der größte Meinungsmacher, dass es der Frohnatur vom Rhein nur um das Fußballspielen geht.
Der HSV hat ein sehr angenehmes Stadion und noch bessere Fans, die mit sehr viel Geduld (siehe Thiago Neves) ihre Mannschaft unterstützen. Und wehe….wehe ein Spieler wagt es sich in die Herzen der HSV-Fans zu spielen….die wird man ein Leben nicht mehr los. Doch genau das wäre was einem Lukas Podolski zur Zeit fehlt. Die Chance zu spielen, Vertrauen und die unerschütterliche Treue der Fans vom HSV. Eben ein neues Zuhause………………….