Kosovo: Der Chromkrieg zwischen NATO und Russland
Serbien, Provinz Kosovo: Die NATO steuert bezĂŒglich der UnabhĂ€ngigkeit einer winzigen Provinz inmitten Europas auf einen Krieg mit Russland zu. Warum? Erstens will sie eine eigene, willig steuerbare MilitĂ€rkolonie ohne gesellschaftliche Eigendynamik – ein Rekrutierungs- und Operationszentrum fĂŒr Geheimdienste und MilitĂ€r. Zweitens will sie 35 Prozent der WeltvorrĂ€te an Chrom, sowie die reichhaltigen Vorkommen an Wolfram, Nickel und Blei im Nordkosovo (1) in die Finger bekommen. Chrom, Wolfram und Ferrochrom haben zentrale Bedeutung fĂŒr die internationale RĂŒstungsindustrie. Und wer das Land besitzt, der besitzt auch die Rohstoffe, so lauten die Regeln des Imperialismus.Nur deswegen ist die Frage der „UnabhĂ€ngigkeit“ des Kosovo so wahnsinnig bedeutend.
Bereits bei der Besetzung des Kosovos durch die NATO im Sommer 1999 hatte es eine handstreichartige Besetzung des Flughafens von Pristina durch russische Truppen aus dem benachbarten Bosnien gegeben. Zentrale Frage war die Kontrolle des Nord-Kosovos. Es sollte die Welt und Europa bereits damals haarscharf an eine militĂ€rische Konfrontation zwischen Russland und der NATO fĂŒhren.
„ICH WERDE FĂR SIE NICHT DEN DRITTEN WELTKRIEG ANFANGEN“
Am 11. und 12. Juni 1999, nach Beendigung der Bombardierung durch die NATO, waren 200 in Bosnien stationierte russische Soldaten unmittelbar nach dem RĂŒckzug der serbischen Armee ins Kosovo eingerĂŒckt. Dort wurden sie von einer jubelnden serbischen Menge begrĂŒĂt, Stunden bevor NATO-Truppen in die Provinz kamen. Die russischen Truppen besetzten den Flughafen der kosovarischen Hauptstadt Pristina und widersetzten sich Aufforderungen der NATO, das Gebiet zu verlassen.
Daraufhin gab – das wird heute verdrĂ€ngt und vertuscht – NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark aus dem Hauptquartier in Belgien den westlichen Invasionstruppen den Angriffsbefehl auf die russischen Einheiten. Er hatte dafĂŒr laut eigener Aussage die ausdrĂŒckliche RĂŒckendeckung von NATO-GeneralsekretĂ€r Javier Solana (2). Eine Tatsache, die dem spĂ€teren Super-Buddy Russlands, Gerhard Schröder, sowie dem damaligen deutschen Aussenminister Joschka „Rotes Ohr“ Fischer nicht entgangen sein dĂŒrfte.
Nur durch die offene Meuterei der NATO-Offiziere vor Ort wurde der Befehl schlicht nicht ausgefĂŒhrt. Der britische KFOR-Befehlshaber Michael Jackson verweigerte den Angriffsbefehl. Daraufhin befahl Clark aus dem Hauptquartier dem US-Admiral James Ellis Jr., Befehlshaber des NATO-Kommandos SĂŒd, Hubschrauber auf den Landebahnen in Pristina landen zu lassen, um die groĂen russischen Iljuschin-Transporter an ihrer Nutzung zu hindern. Ellis weigerte sich und bezog sich dabei auf den ebenfalls den Befehl verweigernden Jackson (3). 12 Tage spĂ€ter, am 24.Juni, als Oberbefehlshaber Wesley Clark ins Kosovo geeilt war, fiel das kolpotierte Zitat von Offizier Jackson gegenĂŒber seinem Kommandeur Clark, was damals durch die Presse ging:
„Ich werde fĂŒr Sie nicht den Dritten Weltkrieg anfangen“. (2,3)
Wesley Clark wurde spĂ€ter US-PrĂ€sidentschaftskandidat der US-„Demokraten“.
Durch politischen Druck schaffte es die NATO, Russland von der Forderung nach einem eigenen Sektor abzubringen. Die russischen Einheiten wurden der NATO unterstellt. Der Kosovo wurde in 5 Besatzungszonen aufgeteilt, Norden (Frankreich), Westen (Italien), Deutschland (SĂŒden), Osten (USA) und Zentrum (Grossbritannien). (4)
DIE PROPAGANDALĂGE VOR BEGINN DES KRIEGES.
Es gibt eine Vielzahl von Recherchen ĂŒber den Propagandakrieg vor dem Angriff auf das damalige Yugoslawien. Hier nur 2 Fakten aus Wikipedia:
„Tendenzen zu ethnischen SĂ€uberungen sind weiterhin nicht zu erkennen.“ So stand es am 22. MĂ€rz 1999 wörtlich in der Tagesmeldung des Amtes fĂŒr Nachrichtenwesen der Bundeswehr. Diese speisten sich zu der Zeit aus bis zu 2.000 Einzelmeldungen aus diplomatischen, militĂ€rischen, journalistischen, persönlichen, OSZE-Quellen, Satellitenfotos usw. Laut OSZE-Beobachtern gab es im MĂ€rz 1999, vor den NATO-Angriffen, im gesamten Kosovo 39 Todesopfer auf beiden Seiten. (5)
Am 24.MĂ€rz 1999 erfolgte der NATO-Angriff auf Yugoslawien mit UnterstĂŒtzung der deutschen Regierung von Gerhard Schröder („SPD“) und Joschka Fischer („GrĂŒne“).
KLEINIGKEITEN DANACH
Die US-Truppen entfĂŒhrten durch ihre Hilfstruppen der UCK gefangengenommene Serben nach Deutschland, hielten sie in ihrer exterritorialen Mannheimer Kaserne fest und verhörten sie. Soldaten der ausfĂŒhrenden 18th Military Police Brigade hielten spĂ€ter wĂ€hrend der US-gefĂŒhrten Invasion des Irak durch die „Koalition der Willigen“ ab MĂ€rz 2003 in dem arabischen Land nach eigenen Angaben 3600 Kriegsgefangene unter Verschluss – und nahmen 2400 „Kriminelle“ fest. MĂ€nner der Brigade waren in Abu Ghraib in Bagdad im Einsatz.
Der deutsche Vize-„Regierungssprecher“ Thomas Steg behauptete noch am 7.Oktober 2006, dass es keine US-GefĂ€ngnisse auf deutschem Boden gĂ€be.(8)
DER KOSOVO: UN-PROTEKTORAT MIT NATO-TRUPPEN UND DEUTSCHEM WIRTSCHAFTS-CHEF
Politisch verwaltet wird der Kosovo von der „United Nations Interim Administration Mission in Kosovo“ (UNMIK). MilitĂ€risch kontrolliert wird es durch die NATO-Truppe KFOR, die nicht der UNMIK unterstellt ist. Chef der UNMIK ist der deutsche Joachim RĂŒcker (6).
Seit die UNMIK ab dem 10.Juni 1999 die Protektoratsverwaltung der rein rechtlich militÀrisch und völkerrechtswidrig unter Bruch der UN-Charta eroberten serbischen Provinz ist, sind die ethnischen Auseinandersetzungen gewachsen. Es gibt noch nicht einmal ausreichende Stromversorgung.
Die UNMIK hat de facto soetwas wie eine „Verfassung“ des Kosovo erlassen, obwohl sie dazu nicht berechtigt war. Es gibt 250.000 FlĂŒchtlinge – vor allem Serben – die wegen der andauernden Gewalt nicht in ihre HĂ€user, Dörfer und Wohnorte zurĂŒckkehren können. Obwohl Serbien berechtigt ist, eine kleine Anzahl von Soldaten in die eigene Provinz zu schicken, wird das durch die NATO verweigert.
Seit 1999 gibt es nach Angaben von „Amnesty International“ einen massiven, profitablen Menschenhandel im Kosovo mit Prostituierten u.a. aus Moldavien, RumĂ€nien, Bulgarien und der Ukraine (6). Die Kosovaren werden nicht die Einzigen sein, die entsprechende Nachfragen liefern, aber Besatzungssoldaten haben soetwas ja noch nie getan.
DIE SPANNUNGEN IN EUROPA NEHMEN ZU
Am 13.Juni dieses Jahres beschloss das deutsche Regierungskabinett aus „CDU“ und „SPD“ unter Kanzlerin Merkel gerĂ€uschlos die weitere Stationierung der 2500 deutschen Soldaten im Kosovo. „Die Soldaten sollen helfen, die Situation in der nach UnabhĂ€ngigkeit strebenden serbischen Provinz zu stabilisieren“, so meldete pflichtversessen die öffentlich-rechtliche „Tagesschau“. (9)
Nur wenige Tage zuvor hatte der russische PrĂ€sident Wladimir Putin klar gemacht, dass er nachwievor ein „unabhĂ€ngiges“ Kosovo ablehnt (11), wĂ€hrend gleichzeitig US-PrĂ€sident Bush bei einem Besuch in Albanien drohte, das Kosovo wĂŒrde so oder so „unabhĂ€ngig“, auf die eine oder andere Weise (18).
Im August kĂŒndigten „Diplomatenkreise“ wĂ€hrend eines Besuchs des nun schon hinlĂ€nglich berĂŒchtigten französischen Aussenminister Bernard Kouchner in Bagdad ein stĂ€rkes Engagement der Atommacht Frankreich im Irak, Darfur, Kosovo und Libanon an (12). Kouchner war 1999, zur Zeit der Invasion im Kosovo, UN-„Aministrator“. In Wirklichkeit war er Prokonsul, Diktator und Kolonialverwalter in einer Person. Kouchner hatte Exekutive, Legislative und Justiz unter sich. 2003 war er vehementer FĂŒrsprecher der US-Invasion im Irak (17).
Mittlerweile ruft die serbische Opposition nach russischen MilitĂ€rbasen (10), die Situation auch im benachbarten, labilen und kulturell-ethnisch vielfĂ€ltigen Staatsgebilde Mazedonien nĂ€hert sich einem neuen Krieg (15) und die NATO sichert die „UnabhĂ€ngkeit“ der zukĂŒnftigen Kolonie militĂ€risch ab (16), wĂ€hrend der russische Generalstabschef Juri Balujewski nach unterschiedlichen Meldungen mit einem russischen „Raketenangriff“ (13) oder gar einer „asymmetrischen Antwort“ (14) auf das geplante US-Raketensystem in Mitteleuropa droht. (ErklĂ€rung: das wĂ€ren verdeckte militĂ€rische Operationen im zivilen Hinterland, fĂŒr den furchtsamen Hobbit auch „Terror“ genannt. Der SpiessbĂŒrger an sich hat ja eigentlich nie vor Krieg Angst hat, solange der bloss angekĂŒndigt ist, er selbst „Ja und Amen“ dazu gesagt und somit alles seine Ordnung hat. Nur sobald so ein Araber oder Linker in die Drogerie geht und sich HaarfĂ€rbemittel kauft, gut aussieht, gut trainiert, mordsschlau und immer so verdĂ€chtig höflich ist, dann ist das ein Grund fĂŒr höchste Alarmbereitschaft, weil solche Leute könnten ja mit Wasserstoffperoxid die Demokratie in die Luft jagen, die man trotz 2-3-Mehrheit immer noch Hals hat.)
Das immer noch niemand öffentlich in den Konzernmedien des Establishments einen Zusammenhang zwischen dem neuen US-Raketensystem, der Kosovo-Krise, dem Krieg in Afghanistan und Irak gezogen hat, spricht fĂŒr diese Kolonie, ĂŒber die ich mich mittlerweile weigere ĂŒberhaupt noch zu schreiben. Das Thema Innenpolitik gibt es in Deutschland nicht mehr, weil es keine Innenpolitik in Deutschland gibt. Es gibt öffentliche Anweisungen des Kapitals, des militĂ€risch-industriellen Komplexes, sowie der Energie- und Rohstoffmonopoledie an die FunktionĂ€re in Politik, Gewerkschaft und Medien, welche diese unter unertrĂ€glichem Gesabber und Geschwafel ausgefĂŒhren, obwohl sie von der Bevölkerung fĂŒr das genaue Gegenteil bezahlt werden.
GUTES GELD
Seit dem 1.September ist neben dem UN-Konsul und Kolonialverwalter Joachim RĂŒcker, dem Leiter OSZE-Mission, Werner Wendt, auch der Kommandeur der 18.000 KFOR-Soldaten im Kosovo ein Deutscher: Generalmajor Roland Kather. „Alle wichtigen Positionen im Kosovo sind ab heute mit Deutschen besetzt“ vermeldete stolz die „Tagesschau“.(7)
Wir erinnern uns: allein 35 Prozent der WeltvorrĂ€te (!) an Chrom, sowie reichhaltige Vorkommen an Wolfram, Nickel und Blei lagern im Nordkosovo (1). Nun lauschen wir den Worten von Eberhard Nembach, ARD-Hörfunkstudio SĂŒdosteuropa, z. Zt. Pristina, auf „tagesschau.de“ am 1.September 2007.
Er schreibt ĂŒber den UNMIK-Chef Joachim RĂŒcker:
„Damit im Kosovo irgendwann einmal dauerhafter Friede einkehrt..“
(- Stop – Wir reden hier ĂŒber eine Kolonie, die seit 10 Jahren von der NATO besetzt ist. Aber weiter im Text.)
„..muss die Wirtschaft in Schwung kommen. Die alten Fabriken verrotten, mindestens die HĂ€lfte der Bevölkerung ist arbeitslos, das gilt fĂŒr Albaner wie Serben. Gut, dass ab heute ein Wirtschaftsfachmann Chef der UN-Verwaltung im Kosovo ist – auch er ein Deutscher: Der ehemalige Sindelfinger BĂŒrgermeister Joachim RĂŒcker war bisher fĂŒr den Wirtschaftsaufbau zustĂ€ndig. Er glaubt, dass mit Braunkohle, METALLMINEN, Wein und Milch auf Dauer GUTES GELD im Kosovo zu verdienen sein wird, WENN ERST EINMAL DER STATUS GEKLĂRT IST…“ (7)
weitere Artikel:
11.04.07
Algerien,Frankreich,EU,Russland: Der Gas-Krieg
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=418&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=4
29.11.2006
Afghanistan:Der Kupfer-Krieg
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=191&JAHR_AKTUELL=2006&MON_AKTUELL=11
Quellen:
(1)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0615/politik/0048/index.html
(2)
http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/671495.stm
(3)
http://www.wsws.org/de/1999/aug1999/Clar-a10.shtml
(4)
http://www.politik.uni-trier.de/forschung/pafe_kosovo.pdf
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kosovo-Krieg
(6)
http://en.wikipedia.org/wiki/UNMIK
(7)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5866424_REF1,00.html
(8)
http://stern.de/politik/ausland/:Anti-Terror-Krieg-Folter-Mannheimer-US-Kaserne/573405.html?p=2&nv=ct_cb
(9)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6926864_,00.html
(10)
http://news.monstersandcritics.com/europe/news/article_1381368.php/Serbian_opposition_leader_wants_Russian_military_bases
(11)
http://english.chosun.com/w21data/html/news/200706/200706100008.html
(12)
http://www.morgenpost.de/desk/1119416.html
(13)
http://www.focus.de/politik/ausland/moskau_aid_229479.html
(14)
http://afp.google.com/article/ALeqM5i3Vt4Ny-z3i8LyJ0v1OjKWiHIsaA
(15)
http://www.tagesschau.de/ausland/mazedonien2.html
(16)
http://www.freitag.de/2007/50/07500601.php
(17)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Kouchner
(18)
http://www.birn.eu.com/en/86/15/3208/
