Ypsilanti: SPD-Kanzlerkandidatin für 2013 weiter auf Kurs

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Die Vertreterin der Parlamentsmehrheit in Hessen ist nach der organisierten Sabotage der Bundestagswahl in 2009 das letzte SPD-Flaggschiff der Zukunft Wiesbaden: Sie haben noch nicht alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit wichtigen Ämtern in der SPD erledigt. Eine steht immer noch. Andrea Ypsilanti hat vor zwei Tagen zusammen mit ihrem designierten Wirtschaftsminister, dem alternativen Nobelpreisträger Herrmann Scheer, in einer Aufsehen erregenden  Erklärung "die Übernahme der deutschen Stromübertragungsnetze in eine öffentliche Netzbetriebsgesellschaft" gefordert. Heute machte sie deutlich, dass sie die zu erwartende Sabotage auch noch ihrer SPD-Regierungsübernahme in Hessen durch die seit der Machtübernahme 1998 amtierende Schröder-Clique nicht hinnehmen werde.Gleichzeitig wünschte sie dem nun im Selbsterklärungsverfahren ohne Partei zum Kanzlerkandidaten nominierten Frank Steinmeier alles Gute auf den Weg.

"Frank-Walter Steinmeier hat die volle Unterstützung der hessischen SPD. Wir freuen uns, mit ihm als Spitzenkandidat in die Auseinandersetzung des nächsten Bundestagswahlkampfes zu ziehen".

Gut, was soll man anderes dazu sagen als "Pflicht". Aber dann das:

"Für Hessen und auf den einstimmig in Landesvorstand, Parteirat und Landtagsfraktion vereinbarten Weg bis zum Landesparteitag am 4. Oktober habe die Veränderung an der SPD-Spitze keine Auswirkungen. `Wir diskutieren gerade an der Basis und in Regionalkonferenzen einen Politik- und Regierungswechsel. Die Entscheidung über eine rot-grüne Minderheitsregierung mit verlässlicher Unterstützung der Linken bis zum Jahr 2013 fällt der Parteitag. Wir sind auf gutem Weg.`"

Ist sie. Zum neuen, ganz spontan und ungeplant von Frank Steinmeier mal eben per Telefonat gefundenen und hudrihudri vom SPD-Politbüro für 500.000 Mitglieder abgenickten neuen Vorsitzenden Franz Müntefering sagt sie nichts. Zum Menschen Kurt Beck, dem demokratisch gewählten Vorsitzenden der ehemals grössten und immer noch ältesten Partei Deutschlands, der von ein paar Putschisten und Kollaborateuren aus seinem Amt gemobbt wurde wie ehemals Oskar Lafontaine und Willy Brandt, zu dem sagt sie folgendes:

"Wir bedauern den Rückzug von Kurt Beck von der Parteispitze sehr. Er hatte einen guten und integrativen Kurs und mit dem Hamburger Parteitag im letzten Herbst den richtigen Weg gewiesen"

Dazu muss man folgendes wissen: Kurt Beck hat etwas gemacht, was in der SPD nicht sein darf. Er hat die Landesverbände nicht geknebelt, gefesselt und dann den schlechtesten Landesverband (in der SPD war das schon immer der niedersächsische) zum Massstab gemacht und alle anderen auf dieses Niveau gedrückt, damit man dann gemeiiiiiiinsam verliert und alle denken, die sind gleich schlecht, sondern er hat genau das gemacht, was ihm von den Nichtstuern, Verhinderern, Kaputtquatschern, V-Leuten und U-Booten vorgeworfen wurde: nichts. Er hat sie einfach machen lassen. Man muss verstehen, wer oder was eigentlich eine Partei ist. Eine Partei ist nicht die Zentrale. Die Zentrale ist gar nichts und hat die Schnauze zu halten, wenn die Parteimitglieder noch bei Verstand sind. Sind sie es aber nicht mehr, sondern zu postfaschistischen, postkaiserlichen, postmonarchistischen, mit einem Wort: postpreussischen Kriechern und Schleimern degeneriert und herabgesunken, dann ist die Zentrale alles und Du nix, dann ist der liebe Gott der, der oben liegt, dann ist das eben so und man tut seine Pflicht, dann heisst es "Ja, Chef" und dann nochmal "Ja, Chef" und dann nochmal und nochmal und dann noch einmal, bis er endlich genug Zustimmung hat, um weiter alles in die Grütze zu reiten. Und hinterher dann, bei der Zigarette nach der Abstimmung, da heisst es dann wieder, "na die Antragskommission hat doch...ja was soll man denn da machen...ich bin doch auch nur ein Postpreusse, guck mich doch an wie ich rumlaufe" und winselt sich eins. Mit einem Wort, man ist ein Sozen. Man ist ein guter Sozen, wuffwuff. Nun ist da aber dieses Licht. Da steht also dieser Leuchturm in Wiesbaden und war früher mal im Flugzeug und sagte "sonst noch einen Wunsch?". Man kann davon ausgehen, dass Andrea Yspilanti einfach die Schnauze voll davon hat, noch ein einziges Mal in ihrem Leben jemanden zu bedienen. So ist das. Wenn der Mensch ein Mensch ist. Oder nicht? (...) weitere Artikel: 27.08.08 Ypsilanti und die selbst-hassenden Hessen 07.08.08 Der Untergang des Abendlandes Hessen 05.08.08 Warum riet Clement nie von Wowereit-Wahl ab? 02.08.08 Clement auf Bärenfell, den Fluss hinab… 30.07.08 Agenda 2011: Wir sind das politische Volk 25.06.08 Umfrage: CDU-CSU-SPD erreicht die absolute Mehrheit 18.03.08 Für die SPD bricht eine Forsa-Welt zusammen 05.03.08 Der schmutzige Stern von Bertelsmann 25.01.08 Hessen und Niedersachsen: ist Montag Murmeltier-Tag? 21.01.08 Hessen: ohne Linke kommt rot-grün und Ypsilanti