Afghanistan: NATO-Militär gibt Einsatz von Vakuum-Bomben zu

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Das britische Verteidigungsministerium bestätigte bereits vorgestern den Einsatz der "Hellfire AGM-114N" gegen "Taliban".

London: Wie die Londoner Times berichtet, hat das Verteidigungsministerium der britischen Monarchie bereits vorgestern den durch internationale Gesetze verbotenen Einsatz der Vakuum-Bombe des Typs AGM-114N in Afghanistan zugegeben.
Ein Sprecher antwortete auf diesbezügliche Kritik des Einsatzes unter NATO (ISAF)-Kommando mit einer neuen Einschätzung der Waffe. Sie würde nicht mehr als Vakuum-Waffe ("thermobaric"), sondern als "gesteigerte Explosionswaffe" bezeichnet, da es keine genaue internationale Definition für diese Begriffe gäbe.
Der Hersteller Lockheed Martin verwendet den Begriff "Vakuum-Bombe" ("Thermobaric") selbst.
Das britische Militär hatte Anfang des Jahres heimlich den Einsatz der Waffe an der Front beschlossen. 18 Monate hatten Anwälte beraten wie man das internationale Verbot des Einsatzes dieser Waffe umgehen könne, dann entschied man sich für die einfache Umtaufe.

Präsident Bush sagte anlässlich der Einführung der Version 114N beim US-Militär 2005: "Da werden ein paar Terroristen schrecklich überrascht sein, wen die Vakuum-Bombe Höllenfeuer an ihre Tür klopft."

Dieses Wochenende töteten NATO (ISAF)-Militärs nach eigenen Angaben 70 Menschen. Angeblich seien die Opfer ausschliesslich "Taliban" und "Aufständische". Ob und wie die deutsche Bundeswehr bei diesen Operationen beteiligt war und ob sie direkt bei dem Einsatz völkerrechtswidrigen Vakuumwaffen kollaborierte, ist derzeit nicht bekannt.
Morgen trifft sich Aussenminister Steinmeier mit Verteidigungsminister Franz Jung um die Entsendung von 1000 weiteren deutschen Soldaten in den Besatzungskrieg in Afghanistan dingfest zu machen.

Über den Einsatz der völkerrechtlich geächteten Vakuumwaffen durch NATO (ISAF)-Militärs herrschte im deutschsprachigen Raum Nachrichtensperre. Einzig die "Berliner Umschau" berichtete über das Kriegsverbrechen.

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