E.ON: IG Metall und ver.di lassen die Lachmuskeln spielen

Die Nachricht: IG Metall und ver.di haben fĂĽr Mittwoch unter den 30.000 „Beschäftigten“ der Tarifgruppe bei E.ON Energie zu Warnstreiks aufgerufen. Forderungen sind 8.5% mehr Lohn sowie mehr Ăśbernahmen von Azubis in reguläre Arbeitsplätze mit Tariflohn.
Dazu nun ein paar Prognosen:


1. Es werden sich am Mittwoch mindestens 15.000 Arbeitende als „Beschäftigte“ vor die TĂĽren stellen und zuerst den Reden einigermassen glaubwĂĽrdiger und völlig hilfloser Gewerkschaftler zuhören, die in ihrem eigenen Laden nix zu sagen haben.

2. Dann werden sie sich in der zweiten Welle von irgendwelchen Gewerkschaftsfunktionären höheren Ranges dichtquatschen lassen, die alle nix machen ausser von ihnen gut leben zu können.

3. Einen Tag später werden sich die VerhandlungsfĂĽhrer der Gewerkschaften mit stolzgeschwellter Brust bei den VerhandlungsfĂĽhrern von E.ON melden und sagen, „Guckt mal, wie toll wir noch mobilisieren können“.

4. Dann werden die VerhandlungsfĂĽhrer der Konzernchefs sagen, „jaja“.

5. Dann werden die VerhandlungsfĂĽhrer von ver.di und IG Metall zu ihren Gewerkschaftschefs rennen und sagen, „die haben `jaja` zu uns gesagt“.

6. Dann werden die Gewerkschaftschefs vor die Presse der Konzernchefs treten und sagen „wenn nicht, dann“.

7. Dann werden die Konzernchefs vor ihre Presse treten und sagen, „jaja“.

8. Dann werden die Gewerkschaftschefs vor ihre Mitglieder treten und sagen „wenn nicht, dann“.

9. Dann wird erstmal gar nichts passieren. Also das Gleiche wie bisher auch, nur geräuschlos.

10. Dann werden die Gewerkschaftschefs merken, dass sie so tun mĂĽssen als ob sie irgendetwas tun wĂĽrden. Also tun sie erstmal wĂĽtend.

11. Dann sagen die Konzernchefs, „wir hatten frĂĽher doch auch nichts..“

12. Dann gibt es erstmal den nächsten Warnstreik.

13. Dann geht alles wieder von vorne los.

14. Nachdem 1-13 wieder komplett durchlaufen ist, gibt es eine Urabstimmung ĂĽber einen unbefristeten Streik, weil sonst den Gewerkschaftschefs der Laden um die Ohren fliegt bzw. Wahlen stattfinden wĂĽrden, die sonst nur alle 2 Jahre bei ver.di oder IG Metall stattfinden und schon Monate vorher samt Ergebnis organisiert worden sind.

15. Dann stimmt die Basis fĂĽr unbefristeten Streik.

16. Dann rennen die Gewerkschaftschefs mit dem Ergebnis zu ihrer Partei, der SPD (oder GrĂĽnen) im Berliner Regierungsviertel, und sagen, „tut was, oder wir gehen zur CDU“.

17. Dann sagen die SPD-Regierungsmitglieder und die GrĂĽnenspitze, „macht doch.“

18. Dann rennen die Gewerkschaftschefs zur SPD und den GrĂĽnen im Berliner Regierungsviertel und sagen, „tut was, oder wir gehen zu den Linken“.

19. Dann stellt sich die SPD, die sich vorher mit der GrĂĽnenspitze abgesprochen hat, vor die Presse der Konzernchefs und sagt, „so geht das aber nicht, Ihr mĂĽsst denen schon ein paar Brotkrumen hinwerfen“.

20. Dann sagen die Konzernchefs, „kommt ja ĂĽberhaupt nicht in die TĂĽte“.

21. Dann sagen die Gewerkschaftschefs ganz, ganz doll laut und entschlossen, „wir streiken…wir streiken…wir tun´s….wir tun´s wirklich…..“

22. Dann stellt sich die SPD wieder vor die Presse der Konzernchefs und sagt, „die tun´s…die tun´s….die tun´s wirklich….“

23. Dann treten die Konzernchefs vor ihre Presse und sagen mit feuchter Stimme, „wir sind doch alles Deutsche… wir wollen uns doch nicht streiten… im Zuge der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit… Globalisierung… Europa… wenn wir nach Amerika schauen…“ und machen das Angebot von 2.5%, bei Mehrarbeit, sowie Streichung von Arbeitserleichterungen und sozialer Absicherungen.

24. Dann wird wieder verhandelt durch die Verhandlungsführer, die sich einig darin sind gemeinsam miteinander durchzumachen, damit man dann eine Nacht lang durchgearbeitet hat für´s Volk und morgens so einen abgekämpften Eindruck macht.

25. Und dann verkĂĽndet man eines Morgens, natĂĽrlich kurz vor dem eigentlich geplanten Streik, das Ergebnis: 3.9% bei Mehrarbeit, sowie Streichung von Arbeitserleichterungen und sozialer Absicherungen. Und die Azubis sollen sehen wo sie bleiben.

Und in einem Jahr geht es wieder von vorne los, fĂĽr sehr viel weniger „Beschäftigte“ und etwas weniger „Gewerkschafts“-Mitglieder. Solange, bis da mal einer ankommt, eine echte Gewerkschaft grĂĽndet und alles auseinanderjagt.

(…)

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letzte Änderung 20.05.,10.45 Uhr