Westlich gestützte Darfur-Milizen operieren im Tschad

Khartoum (Khartum), Sudan: Surprise, surprise. Die westlich gestützte JEM-Miliz aus Darfur - hinter welcher der alte Gastgeber Bin Ladens in den 90ern steckt, Hassan al-Turabi (1) - hat heute gegenüber westlichen Nachrichtenagenturen zugegeben im Tschad zu operieren. Einen Einsatz in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena dementierte der Milizen-Sprecher namens "Abdel Aziz el-Nur Ashr". (2)

Herrliche, echt machtpolitische Erklärung der JEM: man kämpfe im Tschad gegen Regierungstruppen des Sudan.

Was diese Aussage für die ganze Heuchelei aus Paris, Brüssel und New York bedeutet, kann sich jeder selbst zusammenreimen. Zu den Hintergründen von al-Turabi, dem Krieg in Darfur nach den Öl- und Uranfunden 2003 blättern sie doch bitte bei:
"Der kommende Ostafrika-Krieg" vom 12.Januar 2007
und
"Der kommmende Ostafrika-Krieg Kapitel II: Darfur, das Konsortium, die Atommächte, das Uran und das Öl..." vom 22.januar 2007.

Dort steht auch Einiges über das angeblich unauffindbare Terror-Fantom "Lords Resistance Army" (LRA)" in Nord-Uganda und Süd-Sudan, mit Hauptquartier in Nairobi, Kenia. Hinter diesem soll ebenfalls der westlich gestützte Turabi stecken.

IN UGANDA DAS GLEICHE SPIEL: FALSE-FLAG-TERROR DER MACHT-POLITIK

Die LRA wurde offenbar 1986 von einem gewissen Joseph Kony gegründet, nach einem Putsch in Uganda.
In diesem war der "Präsident" Tito Okello, ein Angehöriger der ethnischen Gruppe der "Acholi" in Nord-Uganda, von Yoweri Kaguta Museveni, einem Angehörigen der "Hima" in Süd-Uganda, gestürzt worden. Museveni regiert auch heute noch.

Nach dessen Machtübernahme begann ein bis heute andauerndes Massaker an der Volksgruppe der Acholi, die seinen Vorgänger gestellt hatte.
Angeblich oder tatsächlich durch die LRA ausgeführt, mit irgendwelchen wirr-religiösen Motiven umschmückt, nahm Museveni die Massaker an den Acholi als Anlaß, diese in Lager zu stecken, die dann zynisch "beschützte Dörfer" genannt werden.
Etwa eine halbe Million Menschen wurden in Nord-Uganda ermordet, 800.000 vertrieben, während seit 21 Jahren der de-facto-Diktator Museveni daherquatscht, man habe sie gleich, die LRA. Aber je mehr ugandisches Militär in den Norden geschickt wird, desto mehr Massaker finden statt, sogar in den von der ugandischen Armee beherrschten und bewachten Lagern

DIE ANGEBLICHEN "TSCHAD-REBELLEN": HAUPTQUARTIER IN GABUN

Eine Bemerkung noch: diese angeblich aus dem Nichts in N'Djamena aufgetauchte und mit dem alten Diktator Deby wieder verschwundene "Union of Forces for Democracy and Development" - die "Tschad-Rebellen" - sollen ja angeblich vom Sudan unterstützt werden.
Wer sagt das? Erstaunlicherweise diese UFFD selbst (1).
Wie dumm das ist? Nicht, wenn man ein paar Sachen weiss und nicht sofort wieder in der Ol-Börse verschwinden lässt.

Radio Utopie in "Öl-Putsch im Tschad" vor 2 Tagen:
Wir erinnern uns: im August 2006 wollte Diktator Deby einen Anteil von 60% aus den Ölprofiten, im Oktober 2006 war schon eine “Union of Forces for Democracy and Development” (whatever) gegründet, die ihn stürzen wollte. Das zog sich dann so hin, aber im November 2007 war man dann in der “UFDD” gleich so höflich, auch noch Frankreich den Krieg zu erklären. Dass die Franzosen zu diesem Zeitpunkt hier in Berlin wieder mal auf der Matte standen und um deutsche Truppen für einen EUFOR-Einsatz im Tschad bettelten, hatte damit natürlich gar nichts zu tun.

So. Jetzt schaue man mal, wo dieser "Führer" derjenigen UFDD ihr Hauptquartier hat und von dort aus Interviews gibt: in Libreville, der Hauptstadt von Gabun. (1)
Gabun ist nicht nur französisches Einflussgebiet und ex-Kolonie, sondern gehört zu den 6 Ländern, für welche die die Bank of Central African States (French: Banque des Etats de l’Afrique Centrale, BEAC) die finanziellen Angelegenheiten regelt: Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Tschad, Äquatorial Guinea, Gabun und Kongo.

Und so ergibt alles einen Sinn, wenn einem Geld weniger wert ist als Menschen.
Aber auch NUR dann...

(..)

05.02.08
Öl-Putsch im Tschad III: Der Imperialist Sarkozy und Darfur
04.02.08
Öl-Putsch im Tschad II: heldenhafter Sieg gegen die “Söldner”
03.02.08
Öl-Putsch im Tschad

aus 2007:

05.12.2007
“Mittelmeer-Union”: Konzern-Wüste EU vor dem Verfall
11.06.2007
Frankreich,Belgien,Deutschland: Das gewollte Debakel des “linken” Establishments
30.05.2007
Darfur: TAZ,Frankreich,Bush und des.Weltbank-Chef für Sudankrieg mit deutschen Soldaten
19.05.2007
Ostafrika-Krieg: Sarkozy plant mit Einmarsch in Darfur, Sudan
11.04.2007
Algerien, Frankreich, EU, Russland: Der Gas-Krieg

Quellen:
(1)
http://www.turkishweekly.net/news.php?id=52056
(2)
http://africa.reuters.com/wire/news/usnL05403007.html