Die Achse Indien, China: Singh in Peking

Aktuelles Politik, Diplomatie

New Delhi: Vor dem Besuch des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh in China vom 13.-15. Januar (1) gab der Aussenminister von Indien, Pranab Mukherjee, ein kleines Panik-Interview zur Einstimmung. Er sprach von chinesischen Truppen, die ab und zu mal auf indisches Gebiet vorstossen würden. Das sei aber alles kein Problem, spielte er die bisher unbekannte Neuigkeit gleich wieder herunter, das regele man alles über die über die "etablierten Mechanismen". (2)
In der Tat regelt man das zwischen den beiden Atommächten, aber keineswegs über eine Konfrontation - im Gegenteil. Neuerdings finden nämlich regelmässig gemeinsame Militärmanöver von chinesischen und indischen Truppen statt, wie das mit dem wohklingenden Namen "Hand in Hand 2007" über Weihnachten (3). Schon beim Besuch der Vorsitzenden des Indischen Nationalkongresses sowie der indischen UPA (der Vereinigten Progressiven Allianz), Sonia Gandhi, in Peking (Beijing) am 28.Oktober 2007 hatte sich ein Schwenk der Regierung des Milliarden-Volkes hin zum nordöstlichen Nachbarn angedeutet.(4)

Zwei Tage später hatte unser Merkel versucht der mächtigen Gandhi die Aufwartung zu machen (7). Sie schien dabei nicht wirklich erfolgreich gewesen zu sein. Denn die umtriebige Vorsitzende der Kongresspartei - welche im Mai 2004 überraschend demütig als Wahlsiegerin zugunsten von Singh auf das Ministerpräsidentenamt verzichtet hatte (5) - wollte nach einem Vier-Augen-Gespräch bei Merkels Besuch in Indien am 30.Oktober ihr nicht mal öffentlich die Hand schütteln. (6)

Der indische Aussenminister Mukherjee machte in seinem heute veröffentlichten Interview auch eine recht seltsame Bemerkung über einen möglichen Militärputsch in der westlich gelegenen Atommacht Pakistan zur Beseitung von Präsident Musharraf.
"Nur die Zukunft kann zeigen, welchen Kurs das Establishment oder das Volk von Pakistan bei seinen Aktionen einschlagen wird," so Mukherjee. "Es gibt da ein Element der Unberechenbarkeit, aber ich kann nicht sagen, dass sich die Situation positive Weise ändern wird." (2)

Analyse

Die Beziehungen zwischen dem Singh- und dem Musharraf-Regime sind ausgesprochen gut. Ein Putsch gegen Musharraf würde de facto die Machtübernahme der USA und der NATO in der Atommacht Pakistan bedeuten. Eine Konfrontation mit den Atommächten Indien und China wäre eine logische Konsequenz, Indien ist mittlerweile assoziiertes Mitglied im Shanghai-Pakt SCO (SZO).

Unser Hosenanzug im Kanzleramt bringt uns währenddessen immer weiter als NATO und US-Dackel in eine Bredouille, deren Ausmass leider abzusehen ist, wenn man denn mal gewillt wäre den SPD-Linke-Daumen aus dem Auge zu ziehen.

Und vielen Dank nochmal, Franky. Vielen, vielen, vielen Dank..

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26.08.2007
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Quellen:
(1)
http://german.china.org.cn/international/2008-01/04/content_9480861.htm
(2)
www.newindpress.com
(3)
http://german.china.org.cn/international/2007-12/26/content_9435801.htm
(4)
http://german.china.org.cn/international/2007-10/28/content_9135916.htm
(5)
http://www.stern.de/politik/ausland/index.html?id=524196&nv=rss
(6)
http://sport.ard.de/sp/weitere/news200801/08/cricket.jsp
(7)
http://www.jungewelt.de/2007/10-30/031.php