Ex-Aussenministerin von Georgien: Innenminister inszenierte Zwischenfall

Militär, Krieg Politik, Diplomatie

Tiflis (Tbilisi): Die ehemalige Aussenministerin von Georgien, Salome Surabischwili (Salome Zourabichvili), hat nach dem angeblichen Angriff von russischen Kampfflugzeugen auf Georgien nicht ausgeschlossen, das der georgische Innenminister Wano Merabischwili (Merabishvili) den Zwischenfall selbst inszeniert hat. Es trage seine Handschrift (1)."Ich schliesse nicht aus, dass die Bombardierung ein Spektakel war, welches von Innenminister Wano Merabischwili inszeniert worden ist", so Oppositionsführerin Surabischwili gegenüber dem georgischen Radiosender "Imedi".
"Natürlich hat Russland eine aggressive Haltung gegenüber uns, aber solche Aktionen passen nicht nicht zu den kommenden Olympischen Spielen" 2014 in der nahen Küstenstadt Russlands am Schwarzen Meer, Sochi (Sotschi).

Gestern wurde durch die Regierung von Georgien die Meldung verbreitet, 2 russische Kampfbomber hätten den Luftraum verletzt und eine 700 Kilogramm schwere Bombe auf das georgische Dorf Zitelubani 65 Kilometer nordwestlich von Tiflis abgeworfen.
"Unsere Radaranlagen haben registriert, dass zwei russische Jagdflugzeuge aus Russland kamen und dann zurückflogen", erklärte dazu der georgische Innenminister Wano Merabischwili. "Ich bewerte diesen Vorfall als einen Aggressionsakt." (2)

Heute hiess es dann durch die georgische Regierung unter Micheil Saakaschwili ohne weitere Erklärung, es sei ein Kampflugzeug des Typs SU-24 und eine Anti-Radar-Rakete des Typs AS-11 gewesen (3). Diese Darstellung wurde von sämtlichen bundesdeutschen "Medien" unreflektiert übernommen.
Andere Darstellungen der georgischen Regierung sprechen wiederum von einem 140-kg TNT/RDX-Sprengkopf (5).

Dann protestierte der wütende Botschafter Russland´s, Vyacheslav Kovalenko, im georgischen Fernsehen und wiess daraufhin, das es sich nicht um ein Kampfflugzeug des Typs SU-24, sondern nach russischen Erkenntnissen um einen Bomber des Typs SU-25 gehandelt habe.
Der Unterschied ist insofern wichtig, weil Georgien selbst Kampfflugzeuge dieses Typs besitzt.

"Ich kann die Möglichkeit ausschliessen, dass das aus Russland kam," so Kovalenko, "weil es nicht im Interesse von Russland ist".(4)

Der de facto-Präsident der von Georgien abgefallenen Provinz Südossetien, Eduard Kokoity, sagte nun seinerseits, georgische Kampfflugzeuge hätten am 6.August um 18.20 Ortszeit Scheinangriffe auf südossetische Dörfer geflogen und dabei auch gefeuert. (4)

Die russische Regierung sprach von einer "weiteren Provokation" durch die Regierung von Georgien.
Daraufhin meldete sich flux die US-Regierung in Washington zu Wort und meinte, Russland solle sich mal mässigen.(3)

Der Kommandeur der russisch-geführten Friedenstruppen in Südossetien, Marat Kulachmetow, erklärte, nach seinen Erkenntnissen sei das Flugzeug mit der Lenkrakete von Georgien aus gestartet. Der Pilot habe das Geschoss abgeworfen, nachdem er von südossetischen Einheiten beschossen worden sei, so Kulachmetow (3).

weitere Artikel:
07.08.07
Das Imperium erhöht die weltweite Spannung I - Georgien

18.05.07
G8: Attac-Chef Peter Wahl, National-Bolschewisten und eine anti-russische Erklärung

18.05.07
EU-Russland-Gipfel: Putin kritisiert G8-Razzien in Deutschland

17.01.07
Nach dem Medienkrieg nun Terrordrohung gegen Rußland

26.11.2006
Akte Litwinenko: werden die West-Medien manipuliert?

Quellen:
(1)
http://www.suedostschweiz.ch/medien/sogs/index_detail.cfm?id=409860
(2)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=795
(3)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7251752_,00.html
(4)
http://www.eurasianet.org/departments/insight/articles/eav080707a.shtml
(5)
http://www.civil.ge/eng/article.php?id=15562