US,Wahlkampf: Obama wegen Kriegsoption gegen Iran in Fernsehdebatte der Demokraten angegriffen
Washington: Die Linksdemokraten Dennis Kucinich und Mike Gravel haben Barack Obama bei einer Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten wegen seiner öffentlich erklärten Kriegsoption gegen den Iran in die Zange genommen. Barack Obama hatte vor einiger Zeit erklärt, gegen den Iran lägen alle Optionen auf dem Tisch.„Sie haben den Boden bereitet fĂĽr einen neuen Krieg“, so Dennis Kucinich zum Liebling der Medien und Hauptkonkurrenten von Hillary Clinton, Barack Obama.
Der verteidigte sich eher halbherzig:
„Ich denke, es wäre ein tiefschĂĽrfender Fehler fĂĽr uns einen Krieg mit Iran zu beginnen,“ so Obama. „Aber seien Sie da sicher, ein Iran der Atomwaffen besitzt wäre eine ernste Bedrohung fĂĽr uns wie fĂĽr die Region.“
Auf die Frage von Mike Gravel, ob er denn vorhätte den Iran mit Atomwaffen anzugreifen, antwortete Obama eher scherzhaft, er hätte das zur Zeit nicht vor mit irgendjemandem.
Seit Jahren fordert die Regierung von Israel einen atomare Bombardierung des Iran (3). Hintergrund ist die These, dass die angeblich zivilen unterirdischen Atomanlagen des Iran nur mit „bunker busters“, also unterirdisch explodierenden Atomwaffen zu knacken seien.
Bereits im September 2002 hatte US-Präsident Bush im geheimen „National Security Presidential Directive (NSPD) 17“ Dokument den präventiven Einsatz von Atomwaffen genehmigt, explezit zum Ausschalten unterirdischer Anlagen oder falls Alliierte mit chemischen oder biologischen Waffen angegriffen wĂĽrden, so die Washington Times am 31.Januar 2003 (3).
Der israelische Minister Jacob Edri hatte in einem Interview mit der ThĂĽringer Allgemeinen am 5.September 2006 einen Angriff US-Regierung auf den Iran fĂĽr „unvermeidbar“ erklärt. Die USA mĂĽssten dieses Problem mit ihrer gesamten Macht lösen, hiess es.
Das Ganze werde noch in dieser Amtszeit von George Bush stattfinden, kĂĽndigte der israelische Minister Edri an (4).
Auch Hillary Clinton hatte in einer Rede am 1.Februar in New York vor der einflussreichen AIPAC, die als stramme Kriegslobby gilt, eine ähnliche Formulierung bezüglich des Iran gewählt.
Sie sagte damals, es sei keine Option gegen den Iran vom Tisch.
„Die US-Politik muĂź klar und unzweideutig sein: Wir können nicht, wir sollten nicht und wir dĂĽrfen dem Iran nicht erlauben Atomwaffen zu bauen oder zu erwerben“, so Clinton. „Im Umgang mit dieser Bedrohung..kann keine Option vom Tisch genommen werden“.
Dass jetzt die beiden Linksdemokraten Kucinich und Gravel während der Fernsehdebatte Hillary Clinton verschonten und stattdessen den auch von Republikanern gelobten Obama auf´s Korn nahmen, wird seine Gründe haben.
(1)
http://www.cnn.com/2007/POLITICS/04/26/dems.debate.ap/index.html
(2)
http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=22&art_id=nw20070427055821562C863026
(3)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=110&JAHR_AKTUELL=2006&MON_AKTUELL=7
(4)
http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/asien/2863618,cc=0000001603000286361814N41W.html
(5)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=267&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=2