Bush: Störfeuer gegen Pelosi in Syrien
Washington: Obwohl auch der Republikaner David Hobson unter den 6 Kongressabgeordneten ist, die Nancy Pelosi bei ihrer Reise nach Syrien begleiten (1), hat US-Präsident Bush den Besuch seiner 2.Stellvertreterin (nach Vizepräsident Dick Cheney) scharf kritisiert. Zuvor waren in Zusammenarbeit mit dem Weissen Haus (2) die Republikaner und Kriegsbefürworter Frank Wolf aus Virginia, Joseph Pitts aus Pennsylvania und Robert Aderholt aus Alabama in Syrien gewesen, ohne dass das vom Weissen Haus auch nur erwähnt worden war. Sie hatten dort auch den syrischen Präsidenten Assad getroffen.Jeder von uns unterstützt entschieden Präsident Bush´s neue Strategie für Irak“, so Wolf, Pitts und Aderholt in einer gemeinsamen Erklärung.
US-Militärkommandeure unter Oberbefehlshaber General David Petraeus im Irak, die gerade im Zuge dieser neuen Strategie der Bush-Regierung eine Offensive in der Provinz Anbar durchführen, beschuldigten Aufständische Kinder für Selbstmordattentate und Giftgasattacken einzusetzen.(3)
Anbar liegt in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Syrien. Angeblich soll dort die „Al-Qaeda/Al Kaida/al-Qaida“ sehr aktiv sein (4).
„Wissen Sie,“ so Präsident Bush, „Fototermine und/oder Treffen mit Präsident Assad führen die Assad-Regierung zu dem Glauben, dass sie Teil des Mainstream der internationalen Gemeinde wären, während sie in Wirklichkeit Sponsoren des Terrors sind, während sie in Wirklichkeit beim Befördern des Einsickerns von ausländischen Kämpfern helfen, oder wenigstens diese nicht daran hindern,“ so Bush(4).
Dagegen unterstützt Lee Hamilton, der Co-Vositzende der „Baker-Kommission“ welche im letzten Jahr der Bush-Regierung dringend einen Kurswechsel im Irak nahelegte, die Mission von US-Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi, da „die Politik nicht mit Syrien zu reden nicht funktioniert hat“.(1)
Nancy Pelosi hat unter anderem eine Botschaft von Ehud Olmert, dem Ministerpräsidenten von Israel, im Gepäck. Dieser hatte sich zu Gesprächen mit Syrien bereit erklärt.
Währenddessen warnte der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes AMAN, Amos Yadlin, vor Kriegsvorbereitungen durch Iran, Syrien und die Hisbollah. Diese gingen von einem US-Angriff auf ihre Territorien aus, dem sich Israel anschliessen könne. Er gehe überdies davon aus, dass ein einseitiger Angriff durch diese Parteien nicht bevorstehe oder geplant sei, dennoch sei eine Konfrontation durch Missverständnisse möglich.
„Wir müssen bereit sein, aber zugleich darauf achten, dass unsere Schritte nicht andere dazu bringen, eine falsche Idee davon bekommen“, so Yadlin.(5)
Er zog auch Vergleiche mit dem 6-Tage-Krieg. Damals hatte die israelische Armee in einem Überraschungsangriff die Armeen von Jordanien, Syrien und Ägypten überrannt, sowie vorher deren Luftwaffe ausgeschaltet.
Am 9.Dezember 2006 hatte sich der General Yadlin als Chef der Militäragenten Israel´s zusammen mit Hillary und Bill Clinton, dem rechtsradikalen israelischen Minister für strategische Bedrohungen Lieberman, der israelischen Außenministerin Livni, Shimon Peres, sowie mit dem US-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten David Welch im Washingtoner „Saban Center“ des Think Tanks „Brookings“ getroffen.
Darin ging es wohl auch um die berüchtigte „Bosnien-Option“ für den Irak.
Die Aufteilung des besetzten Landes entlang noch zu schaffender ethnischer Grenzen, sowie eine „ethnische Umsiedelung“ als Teil einer „Regierungspolitik“ im Irak waren als Konzepte dieses Strategie-Papiers innerhalb des SABAN Centers zu dieser Zeit vorgestellt worden.
Durchgeführt werden solle, so das Papier „Die Bosnien Option“ von Michael E. O‘Hanlon und Edward P. Joseph, die Umsiedelung der Bevölkerung im Irak übrigens durch die NATO.(9)
Ehud Olmert bestritt unterdessen während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Jerusalem Angriffspläne gegen Syrien.(6)
Gestern hatte zur gleichen Zeit Tony Blair dem Iran ein Ultimatum von 48-Stunden gestellt (7). Ebenso war ein neues Ultimatum der Entführer im Irak aufgetaucht, welche mutmasslich 2 deutsche Geiseln in ihrer Gewalt haben. Sie verlangen angeblich den Rückzug der deutschen Truppen aus Afghanistan, haben aber keinerlei Kontakt zur deutschen Regierung aufgenommen.(8)
(1)
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601103&sid=aEHnD4_Wbe0k&refer=us
(2)
http://thinkprogress.org/2007/04/03/white-house-okd-gop-syria-delegation/
(3)
http://news.independent.co.uk/world/middle_east/article2411393.ece
(4)
http://www.abc.net.au/worldtoday/content/2007/s1890031.htm
(5)
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3383787,00.html
(6)
http://www.theaustralian.news.com.au/story/0,20867,21493411-2703,00.html
(7)
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3384260,00.html
(8)
http://www.szon.de/news/politik/vermischtes/200704031420.html
(9)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=199&JAHR_AKTUELL=2006&MON_AKTUELL=12