Friedensplan: wildes Geschacher im Libanon

Beirut: Mit „enormer UnterstĂŒtzung“ (6) durch König Abdullah von Saudi-Arabien sowie den Iran, gehen die Verhandlungen im Libanon ĂŒber eine neue Regierung weiter. Dabei scheinen alle Fraktionen, zumindestens deren AnfĂŒhrer, eingeweiht und willens zu sein, dem Deal zur Beendigung der Konfrontation im gemeinsamen Staat Libanon zuzustimmen.Ein eifriges Summen erfĂŒllt die Hauptstadt, alle möglichen unwichtigen und völlig unwichtigen Interviewpartner meinen betonen zu mĂŒssen, daß ihre Interessen ganz besonders wichtig wĂ€ren, sie schon immer zuwenig von allem gehabt hĂ€tten und man besonders sie auf einen noch extra zu bauenden Sockel heben solle.
Man könnte also ganz beruhigt sagen: ein echt arabisches Gefeilsche.

Die syrische Nachrichtenagentur „Al-Manar“ berichtet hĂ€misch, der MinisterprĂ€sident Siniora sei zum arabischen Gipfeltreffen vom Saudi-Minister Abdullah Al-Zainel nicht eingeladen worden, zugunsten des mit Syrien befreundeten PrĂ€sidenten Lahoud. Ausserdem habe Al-Zainel (noch) nicht mit Siniora, sondern nur mit dem ParlamentsprĂ€sidenten Berri geredet, einem Vertreter der befreundeten libanesischen Opposition (1).
Nun hat der Saudi-Minister aber offenbar eine wirklich diplomatische Offensive gestartet und einfach mit jedem einzeln geredet.
Das Siniora (vielleicht) nicht zum Gipfeltreffen am 28.MÀrz nach Riad kommt, ist rein symbolisch und bedeutet gar nichts. Die wirklichen Verhandlungen werden vorher stattfinden, das Königshaus von Saudi-Arabien hat dazu extra sÀmtliche Parteien schon im Vorfeld eingeladen(2). Auf dem Gipfel der Arabischen Liga soll nur noch Glanz und Gloria verkauft werden, bevor man sich an die Wasserpfeife hÀngt.

In einem ausfĂŒhrlichem Statement sagte der ehemalige Aussenminister des Libanon, Fawzi Salloukh, die saudi-iranische Initiative sei im „Interesse aller Leute im Libanon und sollte unterstĂŒtzt werden, um angemessene Lösungen zu erreichen“.
Dann lies er sich noch ĂŒber den geistigen Zustand von Drusen-FĂŒhrer Walid Jumblatt und den von Samir Geagea, AnfĂŒhrer der rechtsradikalen „Lebanese Forces“ (LF) aus.

Gegen den bereits rechtskrĂ€ftig verurteilten Mörder und Terroristen Geagea, der 2005 vom Mitglied der Siniora-Regierung, Saad Hariri, begnadigt worden war (4), lĂ€uft derzeit eine neue Anklage wegen Mordes, EntfĂŒhrung und Kollaboration mit den Israelis wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges im Libanon 1989.(5)
Der Prozess dĂŒrfte aber im Falle einer Einigung zwischen allen Parteien unter den grossen Tisch des arabischen Hauses fallen.
LF-AnfĂŒhrer Samir Geagea Ă€ußerste sich ĂŒber seine PressekanĂ€le inzwischen ebenfalls positiv ĂŒber die „wirklich effektive Lösung“(6), die gefunden worden sei.

Man spricht inzwischen von einer Erweiterung der Regierung auf 30 Minister. 19 bekĂ€me die Regierung, 10 die Opposition, ein Sitz ginge an einen UnabhĂ€ngigen. Sollte dieser dann mit der Opposition stimmen, wĂ€re das erforderliche Drittel fĂŒr ein Veto erreicht. Das Ziel der Opposition ist ein Veto-Recht in der Regierung.(6)

Derweil befinden sich der parlamentarische MehrheitsfĂŒhrer Saad Hariri (VerbĂŒndeter von Siniora) und der ex-General Michel Aoun (Vertreter der christlichen Opposition und VerbĂŒndeter der Hisbollah) zu GesprĂ€chen mit dem Botschafter Saudi-Arabiens im Libanon, Abdul Aziz Khojah, zu GesprĂ€chen in Riad.(7)

Quellen:
(1)
http://www.almanar.com.lb/NewsSite/NewsDetails.aspx?id=12852&language=en
(2)
http://de.rian.ru/world/20070305/61597246.html
(3)
http://www.dailystar.com.lb/article.asp?edition_id=1&categ_id=2&article_id=80221
(4)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=308&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=2
(5)
http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=1777&sectionid=3510202
(6)
http://wpherald.com/articles/3659/1/Lebanons-political-crisis-nearing-end/Opposition-locked-in-power-struggle-with-government.html
(7)
http://www.asianews.it/index.php?l=en&art=8662&size=A

letzte Aktualisierung:
19.03.07, 01.51 Uhr