BND-Ausschuss: Bremer VS-Chef leugnet Verschwörung gegen Kurnaz
Berlin: Der Chef des Inlandsgeheimdienstes „Verfassungsschutz“ in Bremen, Walter Wilhelm, hat eine Teilhabe an der Verschwörung gegen den unschuldig durch US-Geheimdienste entfĂŒhrten und in ĂŒber 4 Jahren Lager eingekerkerten und gefolterten Murat Kurnaz bestritten.
Er sagte vor dem BND-Ausschuss des laut Kritikern „dĂŒmmsten Parlaments der Welt“ aus, er habe 2005 keine Akten zu Lasten von Kurnaz manipuliert(1).2005 hatte, kurz vor den Aktenvermerken des Geheimdienstprovinzchefs Wilhelm, Bremens Innensenator Thomas Röwekamp gerade einen Prozess vor dem Bremer Landgericht verloren.
Röwekamp hatte, laut Zeitungsbericht auf DrĂ€ngen der Schröderregierung(2), dem Gefangenen von Guantanamo, Murat Kurnaz, illegal die Aufenthaltsgenehmigung entzogen, mit der echt sozialdemokratischen BegrĂŒndung, er hĂ€tte sich ja zuhause nicht mehr beim Amt gemeldet(4).
Der Innensenator des Bremer SPD-Chefs und BĂŒrgermeisters Henning Scherf, Röwekamp, suchte nun laut Medienberichten hĂ€nderingend nach GrĂŒnden fĂŒr die GefĂ€hrlichkeit von Kurnaz, um seine RĂŒckkehr nach Deutschland zu verhindern.
Nun wandte er sich an seinen stÀdtischen Geheimdienst.
Verfassungsschutz-Chef Walter Wilhelm tat fĂŒr seinen Chef offenbar das Beste – er schrieb am 16.Dezember 2005 persönlich ein Dossier.
Vielleicht diktierte er es auch, aber irgendwie war es dann doch von ihm, soviel ist sicher.
Walter Wilhelm verwendete angebliche Informationen aus 2001, die er damals nicht hatte, ignorierte die Feststellung der US-Behörden 2002, daĂ Kurnaz nichts vorzuwerfen sei und behauptet in diesem Dossier, Kurnaz sei 2001 ein „kampfbereiter“ Islamist gewesen, welcher mehrfach telefonisch aus Pakistan seinen Vorbeter in der Bremer Abu Bakr Moschee ĂŒber seiner Einsatz fĂŒr die Taliban informiert hĂ€tte. Belege fĂŒr diese Behauptungen blieb Wilhelm schuldig(3).
Aus einer Hose in Tarnfarben wurde ein „Tarnanzug“ (man rolle bitte mal durch Kreuzberg, da gibtÂŽs eh zuviele von der Sorte) und aus einem Fernglas, was Kurnaz von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte, wurde flux ein NachtsichtgerĂ€t.(1)
„Die Akten offenbaren ein MaĂ an Heuchelei, das selbst im zynischen Politikbetrieb ungewöhnlich ist“ (4), so die SĂŒddeutsche Zeitung zu diesen VorgĂ€ngen, von denen das deutsche Parlament wie immer nichts wuĂte und erst Jahre spĂ€ter erfuhr, wie auch sonst, es ist ja bloĂ das Parlament..
Nun geht es um die Frage, wer in diese offensichtliche Verschwörung verwickelt und eingeweiht war.
Durch das legislative Organ des BND-Untersuchungsausschuss werden demnÀchst verhört:
– der Bundeschef des Inlandsgeheimdienstes „Verfassungsschutz“, Heinz Fromm…
– der frĂŒhere StaatssekretĂ€r im Innenministerium unter Otto Schily, Claus Schapper…
– Rudolf Scharping (5), der letzte groĂe SPD-Vorsitzende und damalige Verteidigungsminister.
Bereits am 17.Januar hatte Auschussmitglied Wolfgang Neskovic den RausschmiĂ vom heutigen AuĂenminister und damaligen Kanzleramtschef Frank Steinmeier (SPD) ins Spiel gebracht, sowie den von August Hanning, damaliger Chef des Auslandsgeheimdienstes BND und heutiger StaatssektretĂ€r im Innenministerium unter SchĂ€uble(5).
Quellen:
(1)
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/71/102968/
(2)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=236&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=1
(3)
http://www.taz.de/pt/2007/02/19/a0289.1/text
(4)
http://www.sueddeutsche.de/,tt1l4/deutschland/artikel/857/98759/
(5)
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1169016405385.shtml