Bush, US-Senat, Irak: die Kriegsfront bröckelt
Washington: nur noch 34 US-Senatoren unterstĂŒtzten gestern in einer Abstimmung des US-Senates uneingeschrĂ€nkt den Kriegskurs des PrĂ€sidenten Bush, der es der 60%-Klausel zu verdanken hatte, daĂ bei 54 Stimmen fĂŒr eine Debatte ĂŒber den Irakkrieg diese nicht zustande kam(1).7 US-Republikaner stimmten dabei gegen das WeiĂe Haus, John W. Warner aus Virginia, Arlen Specter aus Pennsylvania, Chuck Hagel aus Nebraska, Gordon H. Smith of Oregon, Norm Coleman aus Minnesota, sowie Olympia J. Snowe und Susan Collins, beide aus Maine(2).
„Wir haben das Recht, respektvoll unsere Zustimmung zu verweigern“, so John Warner zum Kriegskurs von Bush.
„Mr.President, brauchen Sie 21.500 MĂ€nner und Frauen zusĂ€tzlich in diesem Konflikt, um sich in den StraĂen und Gassen Bagdads bewegen zu können?“
„Die Amerikaner sehen was hier passiert“, so Senator Ben Nelson, Demokrat aus Nebraska. „Sie wissen, daĂ hier ein paar Leute um jeden Preis eine Abstimmung verhindern wollen“.
„Wir werden unbarmherzig sein“, so Senator Charles E.Schumer aus New York, „es gibt hier Resolution nach Resolution, Ănderungsantrag nach Ănderungsantrag, bis dieses Gremium dazu gezungen ist, das zu tun, was es die letzten Jahre nicht getan hat: ĂŒber den Irak zu debattieren und zu diskutieren.“
Erst am Freitag hatte die zweite Kammer des US-Parlamentes, das ReprÀsentantenhaus mit 246 zu 182 gegen die Kriegspolitik von George W. Bush und die TruppenverstÀrkung gestimmt(3).
Die rechtsradikale Heritage-Foundation machte daraus natĂŒrlich die entsprechende DolchstoĂ-Legende gegen den „verfassungsgemĂ€Ăen Oberbefehlshaber in Zeiten des Krieges“, den der mindestens einmal nicht mit Mehrheit gewĂ€hlte PrĂ€sident unter LĂŒgen begonnen und gegen die US-Verfassung durch Kriegsgesetze illegal auf das eigene Volk ausgedehnt hatte.
„Wir verlieren unsere Demokratie an Krieg, massive Verschuldung, Angst und Betrug. Die amerikanische Bevölkerung braucht den KongreĂ, um hin zur Verfassung, hin zur Wahrheit zu drĂ€ngen“, so der US-demokratische Kriegsgegner und KongreĂabgeordnete Dennis Kucinich am 14.Februar in einem eindringlichen Appell an die US-Ăffentlichkeit. Gleichzeitig kritisierte er scharf die Belanglosigkeit des US-Parlamentes, wenn es einem Krieg einfach nur zusehe und nichtssagende Resolutionen verabschiede.
„Der Krieg ist bindend. Die Resolution ist es nicht. 3.100 US-Soldaten gingen in den Tod, 650.000 unschuldige irakische Zivilisten gingen in den Tod“, so Kucinich (5), Vorwahlkandidat fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahlen 2008. (http://kucinich.us/)
Die ParlamentsprÀsidentin (Sprecherin des ReprÀsentantenhauses) Nancy Pelosi sah in der Zustimmung von mehr als einem Dutzend US-Republikaner dennoch ein gutes Zeichen, trotz des nichtverbindlichen Parlamentsbeschlusses den Krieg im Irak bald zuende zu bringen.
„Die Verabschiedung dieser Resolution wird das Signal fĂŒr einen Kurswechsel im Irak sein, der den Kampf beenden und unsere Truppen nach Hause bringen wird“, so Pelosi (4).
Quellen:
(1)
http://www.chron.com/disp/story.mpl/front/4562317.html
(2)
http://www.nytimes.com/2007/02/18/washington/18vote.html
(3)
http://www.heritage.org/Research/MiddleEast/wm1364.cfm
(4)
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aueP4N0qy2rw&refer=home
(5)
http://www.lutz-forster.de/html/00102.html