NLO Berlin: Ja zur WASG, nein zur PDSplus!
Es begann in Berlin und es geht weiter in Berlin – das Netzwerk Linke Opoosition (NLO) schickt sich an, die durch „Doppelmitgliedschaften“ (also wahlberechtigte PDS-Mitglieder in der WASG) ruinierte Wahlalternative als erste basisdemokratische Linke seit Rosa Luxemburg zu beerben.
Nachdem sich die WASG Berlin gegen die illegale Ăbernahme durch Apparatlinke aus PDS und den Gewerkschaften zur Wehr gesetzt hatte und bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 17.September 2006 gegen den korrupten Wowereit-PDS-Senat antrat, solidarisierte sich das Nachfolgeprojekt NLO Berlin heute mit dem am 18.01 komplett zurĂŒckgetretenem WASG-Vorstand in Darmstadt.Hier die ErklĂ€rung des NLO Berlin zu den VorgĂ€ngen in Darmstadt:
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ErklĂ€rung des WASG KV-Vorstandes Darmstadt zu ihrem RĂŒck- bzw. Austritt aus der WASG, 20.01.07,
Auszug:
„…Wir, die wir im Vorfeld der DarmstĂ€dter Kommunalwahl fĂŒr das Projekt einer neuen Linken auch auf kommunaler Ebene geworben und Menschen motiviert haben, der WASG ihre Stimme(n) zu geben, entschuldigen uns bei unseren WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern dafĂŒr, daĂ wir an dem Eindruck mitgewirkt haben, eine neue demokratische und soziale Politik habe in der WASG eine politische Heimat und gemeinsam mit der Linkspartei eine Zukunft…“
Die Unterzeichner dieses Aufrufes bedauern die Entscheidung der DarmstĂ€dter und inzwischen vieler anderer WASG-Mitglieder sehr, die sich dem sogenannten Parteibildungsprozess der „Neuen Linken“ durch RĂŒckzug und Austritte entziehen und solidarisieren uns mit ihnen in der Hoffnung, an die GrundsĂ€tze der WASG zu erinnern und diese, in welcher Form auch immer, zu erhalten und umzusetzen.
Wir stimmen zu, dass die Bildung einer neuen starken linken Kraft in Deutschland gescheitert ist, weil die WASG ihre vollkommene Selbstaufgabe beschlossen hat und dieses Projekt lediglich zu einer Westerweiterung der L.PDS verkommen ist.
Vor und seit der Bundestagswahl 2005, bei der die neue Fraktion aus beiden Parteien grosse UnterstĂŒtzung hatte, auch von der Bevölkerung, hat die Weiterentwicklung bis heute zu undemokratischen Diskursen und zentralistischen Massnahmen gefĂŒhrt.
Der WASG-Bundesvorstand hat sich von den GrĂŒndungsideen der WASG abgewendet und verfolgt nicht mehr das Ziel einer basisdemokratischen, mehrheitsfĂ€higen, linken und antineoliberalen Partei, ebenso hat er sich von den GrundsĂ€tzen einer Sammlungsbewegung und dem demokratischen Prinzip der Trennung von Amt und Mandat sang- und klanglos verabschiedet.
Die WASG wurde von Anfang an, massiv an ihrem Aufbau behindert und von der L.PDS instrumentalisiert.
Es erfolgte eine politische Gleichschaltung beider BundesvorstÀnde, deren Entscheidungen ohne die Basis stattfanden und selbst von deutschen Gerichten als vordemokratisch bezeichnet wurden.
Die WASG wurde durch das fragwĂŒrdige Instrument der Doppelmitgliedschaft regelrecht unterwandert und deren Arbeit durch widerrechtliche MaĂnahmen wie Absetzen und AbwĂ€hlen von VorstĂ€nden, Beschluss-Anfechtungen, Anzeigen, Verleumdungskampagnen, Bildung von Parallelstrukturen… sabotiert.
FragwĂŒrdig schon deshalb, weil dieses Instrument nicht etwa zur gleichberechtigten Meinungsbildung eingesetzt wurde, sondern ausschliesslich entsprechende Mehrheiten fĂŒr eine Fusion erzwungen wurden.
Dem FĂŒhrunganspruch und Politikstil der Linkspartei hat man sich komplett untergeordnet, ausschliesslich mit dem Ziel, bestehende politische und kulturelle Dissense zur Linkspartei fĂŒr null und nichtig zu erklĂ€ren, und damit die bestehenden und gutdotierten Abgeordnetenmandate, die zukĂŒnftigen Vorstandsposten, Fraktionsmitarbeiten und Gelder aus öffentlichen Kassen und das bestehende Vermögen zu sichern.
Da die L.PDS sich weder in ihrer Struktur noch in ihrer Programmatik verĂ€ndert bzw. erneuert hat, erweist sich als Illusion und widersinnige Aufgabe, diese Partei von innen heraus „umzuerziehen“, welches immer wieder von den „Fusions“befĂŒrwortern gefordert und als nachrangigste Projektaufgabe benannt wird.
Der Beweis dazu ist inzwischen erbracht, weil selbst die WASG als noch eigenstĂ€ndige Partei von der Linkspartei daran gehindert wurde, sich selbstbestimmt zu entwickeln und auf gleicher Augenhöhe in das im Jahr 2005 noch erstrebenswerte Ziel einer neuen gemeinsamen linken Kraft hineingefĂŒhrt zu werden.
Diese Fakten mĂŒssen in den nĂ€chsten Monaten prĂ€zise aufgearbeitet und veröffentlicht werden.
Wir rufen alle Menschen in diesem Land auf, die Mitglied der WASG sind und waren, auch diejenigen, die sich den GrundsĂ€tzen verpflichtet fĂŒhlen und die Notwendigkeit einer wirklichen linken und sozialen Alternative fĂŒr dringend notwendig erachten, in Zukunft daran mitzuarbeiten, sich dem Projekt PDSplus nicht anzuschliessen und diesen Aufruf mit ihrer Unterschrift zu unterstĂŒtzen.
Es wird ansonsten weiterhin links geblinkt, aber rechts abgebogen.
In Berlin, wo man PDS-Politik praktisch erleben kann, untermauern die „demokratischen Sozialisten“ von SPD und PDS weiterhin ihre neoliberale Politik, und zwingen die Berliner Bezirke zur Einstellung immer
weiterer Bereiche der Daseinsvorsorge, zur GebĂŒhrenschneiderei und zum Ausverkauf und Privatisierung.
Deshalb JA zu den GrundsÀtzen der WASG
und NEIN zu einer bloĂen Westerweiterung der L.PDS (PDS+)!
Stimmt mit NEIN bei den kommenden Urabstimmungen zur Fusion!
Berlin, 21.01.2007
Unterzeichner:
Dieter Bernhardt, NLO, WASG Berlin, AK Regenbogen
Dieter Miemietz, NLO, WASG Berlin
Peter Heimann, NLO, WASG Berlin
Mario Sperling, NLO, WASG Berlin
Georg Theunert, NLO
Erhard Bartels, NLO, WASG Berlin
Daniel Neun, NLO
Thomas Marschner, NLO, WASG Berlin
Andreas LĂŒdecke, WASG Berlin
Markus Dahms, NLO, WASG Berlin
Martin Mitterhauser, NLO, WASG Berlin
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Anm.: Unterschriften zur UnterstĂŒtzung können online unter
http://www.linkezeitung.de/cms/component/option,com_frontpage/Itemid,1/
abgegeben werden