Baker-Kommission: scharfe Kritik an Rove

Ex-Senator: die Basis der Republikaner wurde von Neocon-Clique betrogen

Washington: der als konservatives Urgestein bekannte ex-Senator Alan Simpson, Mitglied der Baker-Kommission, betonte in einem Interview, die Neokonservativen und besonders der als Bush´s „Gehirn“ bekannte Karl Rove(1) hĂ€tten jeden Sinn fĂŒr Überparteilichkeit und gemeinsame Politikgestaltung zerstört, so berichtet es der San Francisco Chronicle(2).Laut Simpson war der Bericht der Baker-Kommission auch dazu erstellt worden, um dem „dringend notwendigen gesunden Menschenverstand“ in Washington wieder Gehör zu verschaffen, nicht nur in Bagdad.
Das gescheiterte Abenteuer im Irak sei nur Beispiel dafĂŒr, wie die republikanische Herrschaft in den letzten Jahren die USA beschĂ€digt und die Regierung völlig vom Kurs abgebracht habe, ex-Senator Simpson charakterisierte das Ganze als unflexible, rechtsradikale Hardliner-Positionen.
Simpson:“Was hat uns diese Philosophie gebracht? Nichts.“

Dann fĂŒhrte der Mann, der 18 Jahre lang Wyoming im Senat vertreten hatte, aus, daß er zwar nicht glĂŒcklich sei ĂŒber die Niederlage seiner eigenen Partei bei den kĂŒrzlich stattgefundenen Parlamentswahlen zum Kongreß, aber daß diese auch wieder ein Gleichgewicht der US-Politik bewirken könne, nicht nur im Irak, auch in den USA selbst.

„Ich denke, die echte republikanische Basis hat herausgefunden, daß sie betrogen wurde“.
Schon im Baker-Bericht selbst war die Politik des Weißen Hauses scharf kritisiert worden.
„Die US-Politik ist zum Scheitern verurteilt –wie jeder Kurs im Irak– wenn sie nicht von einem breiten, unterstĂŒtzendem Konsens getragen wird“, so die Baker-Kommission.

Laut Simpson bewegt sich PrĂ€sident Bush langsam weg von seiner „Basis“, womit Alan Simpson aber ausdrĂŒcklich nicht die Partei des PrĂ€sidenten meinte, sondern die Clique von Neocon-Vordenkern in Washington, die absolutistische Positionen befördert hĂ€tten.

Sichtlich mit Genugtuung, so der San Franciso Chronicle, hĂ€tte Alan Simpson noch hinzugefĂŒgt:
„Karl Rove ist verschwunden. Man sieht ihn gar nicht mehr..“

Quellen:
(1)
http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=ai&id=597070
(2)
http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/chronicle/archive/2006/12/10/MNGVOMSUNA1.DTL&type=politics