The Death Squads

In einer britischen Dokumentation wird eindeutig die Verbindung zwischen Todesschwadronen Regierung im Irak bewiesen, sowie die UnterstĂŒtzung durch die Besatzer des „Westens“

Von mehreren Online-Zeitungen und Rechercheuren zu Google Video verlinkt, fand man gestern nur noch den Hinweis, daß Google dieses Video entfernt hat.Hier nun zur dringend notwendigen Information ĂŒber den laufenden Krieg im Irak die Dokumentation „The Death Squads“ („Die Todesschwadronen“), von britischen Journalisten im Irak gedreht.

http://video.google.com/videoplay?docid=-377952052252839443#

Es sind eine Menge brutaler Bilder zu sehen, wie aus jedem anderen Kriegsgebiet auch. Nur ist der Krieg im Irak bisher, gerade von den deutschen Medienkonzernen, nicht als solcher bezeichnet worden.
Auch wurde bisher mit einer kindischen, lĂ€cherlichen und in ihrer Ignoranz beispiellosen Dreistigkeit die offensichtliche Verwicklung des „Westens“ in eine ganz normale Invasion mit einem ganz normalem Krieg schlicht geleugnet, natĂŒrlich, mĂŒĂŸte man sagen, es geht ja um gutverdienende „westliche“ Journalisten.

Nun, als Beweis fĂŒr die Kommandostruktur des Tötens im Irak (US-Oberkommando — irakische Regierung — Todesschwadronen) ist diese Dokumentation nĂŒtzlich und beweiskrĂ€ftig.
Aber eins sei hier eben auch gesagt, und das ist dann wieder ein Schritt nach vorn, den jetzt mancher schwer wird nachvollziehen können:

diese Dokumentation ist mit Wissen und Absicht der „westlichen“ BesatzungsmĂ€chte erstellt worden. Sonst hĂ€tten hier keine Journalisten kreuz und quer durch Bagdad fahren und Straßen-Interviews machen können, von InsidergesprĂ€chen in West-Hotels mit ex-Sicherheitsberatern des Besatzungsregimes mal ganz zu schweigen.
FĂŒr soetwas gibt es eben immer mindestens einen Grund. In diesem Fall sogar mehrere.

1. in dieser Dokumentation wird die ganze Zeit von „BĂŒrgerkrieg“ bzw. „sectarian violence“ gesprochen.
2. auch werden hier „AnschlĂ€ge“, also militĂ€rische Aktionen gegen Zivilisten mit Massenmord zur Folge, wie gewohnt irgendwelchen religiösen Irakern untergejubelt. Hierbei sei ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt, daß die britische Journalistin welche den Kommentar spricht und die Interviews macht, meiner Meinung nach in bester Absicht handelt, wie auch die allermeisten ihrer Interviewpartner, die wahrscheinlich glauben was sie sagen.
Es kommt aber nur auf eins an, die objektive Wirkung einer Story, ihren Nutzen: und der Nutzen ist hier, daß „BombenanschlĂ€ge“, also Bombenexplosionen, nicht dem Besatzer-MilitĂ€r, sondern der besetzten Bevölkerung angelastet wird.
3. die „Mahdi“-Armee des sogenannten Muktada El-Sadr, angeblicher radikaler Schiitenprediger, wird zwar als Verursacher ungezĂ€hlter Morde, Folterungen und Terrorakte genannt, nur wird nicht erklĂ€rt, warum der nun schon seit Jahren immer noch lebt und mit seinen Milizen, mitten in Bagdad, völlig ungestört operieren kann.
El-Sadr ist der Möchtegern-Gegenspieler von Ayatollah al-Sistani, dem eigentlichen geistigen, moralischen und politischen Oberhaupt der Iraker.
Sein VorgĂ€nger wurde ĂŒbrigens kurz nach dem Einmarsch des Westens bei einer militĂ€rischen Aktion gegen seine Moschee mit Dutzenden anderer Menschen ermordet, Ă€hnlich wie der designierte Nachfolger von UN-GeneralsekretĂ€r Kofi Annan.
Sérgio Vieira de Mello war Sondergesandter des GeneralsekretÀrs im Irak, bis er am 19.August 2003 in Bagdad durch eine Explosion starb, und mit ihm 21 andere UN-Mitarbeiter.

Ayatollah Sistani genießt großen Respekt auch bei Sunniten, weil er trotz militĂ€rischer Aktionen gegen schiitische Demonstrationen und Versammlungen mit Hunderten von Toten es immer geschafft hat, seine AnhĂ€nger von Rache abzuhalten.
Diese Haltung, diese Moral, versuchen die westlichen Besatzer verzweifelt und ergebnislos zu brechen.
Meiner bescheidenen Meinung nach arbeitet Muktada El Sadr (ĂŒbrigens ein geschickt gewĂ€hlter KĂŒnstlername) fĂŒr die westlichen Besatzer und soll der neue starke Mann im Rumpf-Irak werden.
Die Stellungnahme seines Sprechers am Ende der Dokumentation ist typisch und bezeichnend fĂŒr die psychologische Kriegstaktiken, die in diesem Krieg eingesetzt werden – ein Trick in einem Trick in einem RĂ€tsel versteckt.
El-SadrÂŽs Sprecher wird durch die britische Journalistin mit der Tatsache konfrontiert, daß aufgrund vielfĂ€ltigster Zeugenaussagen völlig klar ist, daß die „Mahdi-Armee“ Terrorakte, Morde, VerstĂŒmmelungen, usw, verĂŒbt.
Was antwortet der Mann?
Er sagt, das sei gar nicht die „Mahdi“-Armee. Das seien auslĂ€ndische Geheimdienste.

Die alte Methode: wenn Du etwas unglaubwĂŒrdig machen willst, dann laß es einen UnglaubwĂŒrdigen sagen.

Nochmal in Zeitlupe…
auslĂ€ndische, also „westliche“ Geheimdienste, „westliche“ MilitĂ€rs, die irakische Regierung, Todesschwadronen, al-Sarkawi, Al-Qaeda, „Terroristen“, mit einem Wort „Massenmörder“ – sie sind ein und dasselbe.
Der Rest ist Verwirrung, wechselnde Beleuchtung auf der TheaterbĂŒhne und Rollentausch durch das gleiche Ensemble.

Im Irak tobt ein ganz normaler Krieg, mit Massakern durch die Besatzer an der besetzten Bevölkerung, damit die ruhig bleibt oder sich gegenseitig umbringt.
Was sie aber nicht tut, sondern weiter gegen die „westlichen“ Besatzer kĂ€mpft.

Bevölkerung und Besatzer. Das sind die beiden einzigen wirklichen Akteure in diesem Krieg, wie in jedem anderen Krieg vorher auch.
Der Rest ist Theater.

(…)

Letzte Änderung: Link zu Dokumentation am 25.11.2009 ersetzt durch Link zu Google Video