Neuer Nahostkrieg droht

+++ Bombenalarm in Paris: 3000 Menschen aus Turm Montparnasse evakuiert +++ (n-tv.de) / französischer Premier de Villepin fordert Ende der israelischen Luftwaffenoperationen:“Verletzung der SouverĂ€nitĂ€t Libanons“/ Medien: „Israel bereitet sich auf Krieg mit Syrien und Hisbollah vor“ / syrischer Minister: „Lösung durch Krieg“ / US-libanesischer Waffendeal / RĂŒcktritt von 7 Ministern im Libanon / PrĂ€sident Lahoud nennt Restkabinett nicht mehr verfassungsgemĂ€ĂŸ/U.S. locken Siniora-Regierung mit WTO-Beitritt / Demonstrationen angekĂŒndigt / ominöse Terrordrohung von „Al Qaeda Libanon“:“Wir haben Libanon erreicht, wollen Regierung zerstören“ / Iran: UNO ist tot / G20 Staatschefs, ZentralbĂ€nker und IWF treffen sich in Melbourne

von Daniel Neun,
13.11.06

Golanhöhen: Der syrische Informationsminister Mohsen Bilal kĂŒndigte vor einigen Tagen in einer Rede vor Bewohnern des Dorfes Ein-al-Tilal die RĂŒckeroberung („Befreiung“) der Golanhöhen durch Krieg („militĂ€rischen Widerstand“) an. Er sprach von Krieg als „einziger Lösung“ (1).

syrische und israelische Regierungen drohen gegenseitig mit Krieg

Die Dorfbewohner nahmen diese Rede, welche ĂŒber Lautsprecher gehalten worden war, auf und sandten diese an Worldnetdaily.com. Bereits im Juli waren dort Berichte ĂŒber einen angeblich geplanten Guerillakrieg der Syrer gegen die israelische Okkupation der im 6-Tage-Krieg verlorenen Gebiete aufgetaucht.
Die israelische Armee rĂŒste ebenfalls zum Krieg gegen Syrien und die Hisbollah, hieß es (2).

US-libanesischer Waffendeal, WTO Beitritt Libanons in Aussicht

Die libanesische Siniora-Regierung hat mit dem Pentagon-Vize Peter Rodman einen Waffendeal ĂŒber insges.40 Mio $ unterzeichnet(3)(5), außerdem versucht die Bush-Regierung mit einem Beitritt Libanons in die Welthandelsorganisation (WTO) zu locken(4).

Insgesamt 7 RĂŒcktritte aus libanesischem Kabinett

Aus Protest gegen die prowestliche und antisyrische Politik von MinisterprÀsident Siniora traten inzwischen 6 Minister aus seinem Kabinett aus, Vertreter der Hisbollah, Amal und unabhÀngige Schiiten (5). Mit dem Austritt eines sunnitischen Ministers im Februar kommt man auf 7 fehlende Regierungsmitgliedern, bei 9 automatisch die Regierung (7).
Diese hatten Kabinetssitze fĂŒr den maronitisch-christlichen ex-General Aoun gefordert, der seit 1990 in französischem Exil gelebt hatte und nach seiner RĂŒckkehr im Februar 2006 entgegen seiner frĂŒheren Politik plötzlich ein Syrien-freundliches ZweckbĂŒndnis mit der Hisbollah eingegangen war (5)(6).
Zweck dieser Kabinetssitze wĂ€re das Erreichen einer SperrminoritĂ€t gewesen. Bei einem Drittel Nein-Stimmen (bei 24 Ministern wĂ€ren das also 8) hĂ€tte man BeschlĂŒsse Sinioras ablehnen dĂŒrfen (8).
Nun beruht das sensible Gleichgewicht im Libanon aber auf dem libanesischen Nationalpakt von 1943, der sich auf eine VolkszĂ€hlung vn 1932 stĂŒtzte.
Inzwischen stellen die Schiiten, reprÀsentiert durch Amal, Hisbollah und andere, aber ca. 45% der Bevölkerung. Ihnen stehen aber bis heute nur 27 der 128 Sitze im libanesischen Parlament zu (9).
PrĂ€sident Emile Lahoud teilte denn auch gleich MinisterprĂ€sident Siniora mit, sein Kabinet sei nun nicht mehr verfassungsgemĂ€ĂŸ, da die einzelnen Volkgruppen nicht mehr reprĂ€sentativ vertreten seien (10).
Die US-Regierung sprach schon vor einigen Tagen davon, der Iran, Syrien und seine VerbĂŒndeten wollten die libanesische Regierung stĂŒrzen (15). Desweiteren behauptete der US-Botschafter Bolton, dessen Mandat die US-Demokraten im Januar nicht weiter verlĂ€ngern wollen (16), allen Ernstes im Irak wĂŒrden US-Soldaten mit iranischer Waffentechnik getötet (17).
Gleichzeitig wird dann so getan, als wolle man mit Syrien und dem Iran verhandeln, obwohl schon vor Wochen GeheimgesprÀche von Blairs Vertrautem Nigel Sheinwald in Damaskus gescheitert waren (15).

Schon mal was von der „Al-Qaeda Libanon“ gehört?

Ausgerechnet an einen christlichen Radiosender versandte irgendwer mit der ĂŒblichen verdĂ€chtigen Unterschrift eine Drohung, die „korrupte“, „vom Westen gesteuerte“ Seniora-Regierung zu „zerstören“, jetzt, wo man „gerade den Libanon erreicht“ hĂ€tte..(11)
Hatte das ein UnverdĂ€chtiger behauptet, wĂ€re er nicht gehört worden. Und jetzt ist man ein „Al-Qeada“-Freund, wenn man nicht tut, was der Westen, Ă€hhh, die Regierung sagt.
Geschickt, nich´? Dazu muß man´s allerdings kapieren.

De Villepin fordert Ende von Libanon-ÜberflĂŒgen der israelischen Luftwaffe – in Paris

Warum der französische PrĂ€sident deswegen zum JĂŒdischen Weltkongreß rennt, bleibt sein Geheimnis.
Nach Aktenlage hat jedenfalls immer noch die israelische Regierung den Oberbefehl ĂŒber die eigene Luftwaffe.
Gleichzeitig erklĂ€rte de Villepin auch, er stehe „felsenfest hinter Israel“ (12).
Heißt das: auch hinter der israelischen rechtsradikalen Regierung?

Iran: Alternative zur UNO

Eine weltpolitisch Ă€ußerst gefĂ€hrliche und verheerende Entwicklung leitete die iranische Regierung ein: sie sieht sich nach VerbĂŒndeten fĂŒr eine neue weltpolitische Institution um, nachdem sie, keineswegs ohne nachvollziehbaren Grund, die UNO als lĂ€cherliche Ansamlung von Marionetten und SchwĂ€tzern des Westens bezeichnet hatte, oder so Ă€hnlich.
Anlaß war das ĂŒbliche Nichtsnichtsnichts-Tun angesichts des Massakers im Gazastreifen an hilflosen Zivilisten und einer wahren LĂŒgenorgie der Mörder im israelischen MilitĂ€rapparat.(13)

IWF, ZentralbÀnker und ihre Staatschefs treffen sich in Melbourne

Diese Woche weiß man, wo die Musik wirklich spielt, nĂ€mlich bei denen, die all das haben, was andere bezahlen.
Der internationale WĂ€hrungsfond (IWF), die Vertreter der ZentralbĂ€nker und ihre hauptamtlichen ErklĂ€rer aus den staatlichen Apparaten treffen sich in Australien, Melbourne, um die wirklich wichtigen Dinge zu regeln und weshalb sie ab und zu passieren mĂŒssen.
Stichpunkt: „Energiesicherheit“…(14)
Dabei dĂŒrfte eins sicher sein: das 6 Milliarden Untertanen ganz sicher nicht demnĂ€chst mit Pflanzenöl, Licht, Wasser oder Biomasse ihre Autos fahren dĂŒrfen, die sie sich mehrheitlich eh nicht mehr leisten können.
Schließlich ist vom Planeten immer noch genĂŒgend ĂŒbrig was der Kapitalismus ruinieren kann.
Wahrscheinlicher ist: es wird schon mal Maß genommen, wo und wann es beim Verteilungskampf der Monopole in aller ihrer mörderischen Profitgier als nĂ€chstes knallen wird.

Quellen:
(1)
http://www.berlinkontor.de/12.11.2006/israel-rechnet-mit-syriens-angriff-auf-golan.html
(2)
http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=5&Param_Red=6811
(3)
http://archive.gulfnews.com/articles/06/11/11/10081701.html
(4)
http://www.dailystar.com.lb/article.asp?edition_id=1&categ_id=3&article_id=76812
(5)
http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=worldNews&storyID=2006-11-13T124753Z_01_HUD346055_RTRDEOC_0_LIBANON-MINISTER-RUECKTRITT.xml
(6)
http://de.rian.ru/world/20061110/55535781.html
(7)
http://today.reuters.com/news/articlenews.aspx?type=worldNews&storyID=2006-11-13T131215Z_01_L13857065_RTRUKOC_0_US-LEBANON.xml&WTmodLoc=IntNewsHome_C1_%5BFeed%5D-3
(8)
http://derstandard.at/?id=2643630
(9)
http://www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=jsp&artikel_id=1260308&ressort=tagblattheute/ausland
(10)
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1162378382302&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull
(11)
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/2926165/
(12)
http://www.israelnetz.de/show.sxp/12654.html?sxpident=279494729744417—-9603613s-B-z–
(13)
http://www.networld.at/articles/0645/15/156396.shtml
(14)
http://www.khaleejtimes.com/DisplayArticleNew.asp?xfile=data/business/2006/November/business_November344.xml&section=business&col=
(15)
http://www.0815-info.de/archiv/2006/november/110601.php
(16)
http://today.reuters.com/news/articlenews.aspx?type=domesticNews&storyID=2006-11-12T181850Z_01_N12435111_RTRUKOC_0_US-UN-BOLTON.xml&WTmodLoc=USNewsHome_C2_domesticNews-3
(17)
http://www.dolomiten.it/nachrichten/artikel.asp?KatID=f&ArtID=84598