Libanon:"Kein Blanko-Check fĂźr die Bundesregierung"
AuĂenexperte der Linksfraktion Wolfgang Gehrcke zur neuen Mittel(meer)macht Deutschland
Berlin: Vergessen wir das mit der 6-Meilenzone, der Kontrolle der Deutschen im Libanon durch die Libanesen: offenbar hat die AuĂenbrille der Republik Frank Steinmeier der Siniora-Regierung die de facto-Abtretung der eigenen Hoheitsrechte direkt vor der libanesischen KĂźste bei seinem letzten Besuch doch noch abgerungen.Im Klartext: die Deutschen entern direkt vor der KĂźste Libanons wen sie wollen, und zwar ohne irgendjemanden vorher zu fragen. Das Zauberwort heiĂt „Einzelfall“. Jedes andere Wort der deutschen und libanesischen Regierung zu diesem Punkt ist Makulatur. (1)
In einem Kurzinterview, was 0815 bereits vor einigen Tagen mit dem AuĂenexperten der Linksfraktion fĂźhrte, äuĂerte sich Wolfgang Gehrcke eindeutig zu den Plänen der Merkelregierung bezĂźglich eines Einsatzes der deutschen Marine vor der libanesischen KĂźste.
„Die Regierung bekommt von uns keinen Blanko-Check“, so Gehrcke. Sämtliche Pläne fĂźr den Einsatz deutscher Marine kĂśnnten zwar vom Kabinett beschlossen werden, aber wĂźrden im Zuge des parlamentarischen Kontrollprozessen genauestens unter die Lupe genommen, gerade auch im VerteidigungsausschuĂ.
Zu den Plänen deutsche Marinesoldaten auch noch unmittelbar an der KĂźste Syriens zu parken (2), äuĂerte sich der linke AuĂenpolitiker zurĂźckhaltend.
„Das kann ich weder bestätigen noch dementieren“, so Wolfgang Gehrcke.
Zu den ĂuĂerungen aus Israel, ein Militärschlag gegen den Iran sei unvermeidbar:“Wir haben ja schon gesagt, daĂ wir den Libanonkonflikt als einen Auftakt zu einem drohendem Waffengang gegen den Iran verstehen.
Unterdessen ist der Bundeswehr nach 5 Jahren in Afghanistan aufgefallen, daĂ sie dortigen Attacken irgendwie schutzlos ausgeliefert sei.(3)
AuĂerdem sei sie auch garnicht vorbereitet. Sie wolle mehr Geld.
Es ist zu erwarten, daĂ sie welches kriegt, wer sollte es ihr auch verweigern. SchlieĂlich gibt es in Deutschland seit der WM keine andere Erfolgsmeldung mehr auĂer irgendwo Soldaten geparkt zu haben, die dann ab und zu eine medienwirksame Beerdigung brauchen oder mehrere unauffällige Beerdigungen verursachen.
Bisher soll sie aber noch nicht nach SĂźdafghanistan, sie bleibt eher im Norden, bei der chinesischen Grenze.
Besorgt zeigt sich Wolfgang Gehrcke im Ăbrigen besonders hinsichtlich der Atomkrise um den Iran.
Immer neue Zahlen des Verteidigungsministers bezĂźglich der Anzahl der Soldaten, und seine psychologisch-pädagogisch wertwolle Einstimmung auf den unbedingten „Kampfeinsatz“ im Libanon hielt der linke AuĂenexperte auch fĂźr den ganzen Nahen Osten fĂźr bedenklich.
„Wir halten uniliterale Gespräche unter der Regide der UN bezĂźglich der Frage von atomaren Aufbereitung schon fĂźr sinnvoll, aber wir verstehen nicht was ständig neue Aufmarschpläne der Bundesregierung fĂźr den Frieden in der Region bringen sollen.“
Quellen:
(1)
http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=topNews&storyID=2006-09-13T050145Z_01_HUB318100_RTRDEOC_0_NAHOST-DEUTSCHLAND.xml
(2)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=133&JAHR_AKTUELL=2006&MON_AKTUELL=9
(3)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5902394_REF1,00.html