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Beamter zu Einsatz in Uni Bielefeld: Eine Polizeiaktion ist keine Polizeiaktion
Von petrapez | 13.November 2009
Weltweiter Bildungsstreik unter dem Motto “Education is NOT for SALE” angelaufen
Da sich die Studenten aus dem von ihnen seit zwei Tagen besetzten Audimax der Universität Bielefeld in der letzten Nacht zurückgezogen haben, weil sie von dem bevorstehenden Polizeieinsatz zu ihrer Räumung erfahren hatten, ist nun der Einsatz mit siebzig Polizisten kein Einsatz mehr.
“Es gab keine Polizeiaktion.” sagte ein Polizeisprecher. Die Studenten sagten aus, dass es zu einer Stürmung des inzwischen leeren Saales gekommen wäre. (1)
Hoffentlich liegen hier seitens dieses Sprechers keine Wahrnehmungsstörungen zu dem Anrücken der Polizei vor, der keine Polizisten gesehen haben will, wo doch so offensichtlich welche waren.
In Tübingen kam es zur Räumung eines besetzen Hörsaales durch die Polizei. (3)
Das eine Hochschulleitung einen Polizeieinsatz wegen Studentenprotesten anfordert und nicht mit ihnen über ihre nicht aus Jux und Tollerei aufgezeigten Probleme diskutiert, ist eine äusserst bedenkliche Entwicklung in diesem Land und darf unter keinen Umständen Schule machen.
Das sollte uns die Geschichte lehren, Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke sind an dieser Stelle zu nennen.
Der Bildungsstreik dehnt sich weiter aus.
Nach Angaben des Studentischen Dachverbands fzs sind Hörsäle an mehr als 50 Hochschulstandorten besetzt und weitere Aktionen sind in Planung. (2)
Die Hochschulleitungen reagieren unterschiedlich auf die Besetzungen der Universitäten, die meisten tolerieren sie.
Tom Amir, Philosophiestudent im ersten Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, über die Proteste (4)
Über die europäische Vernetzung an sich gibt es ja jetzt noch keine größeren Erkenntnisse. Aber ein Problem ist das, was mit der Bachelor-Reform einhergegangen ist. Das ist zum Beispiel die Beschränkung der Regelstudienzeit auf sechs Semester in den meisten Fächern oder generell die Verschulung der gesamten Lehre, die kaum noch Spielräume lässt, sich selbst Schwerpunkte zu setzen. Stattdessen zwingt sie jeden Studierenden dazu, sich genau so zu spezialisieren, wie es die Universität oder die Bildungspolitik vorgibt.
Damit verbunden ist auch die mangelnde Wahlfreiheit bei Nebenfächern oder bei Fächerkombinationen. Oft ist es nur möglich, sich ein verwandtes Fach dazuzuwählen – das heißt, ein Naturwissenschaftler hat große Probleme und muss es sehr genau begründen, wieso er ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Fach belegen will.
Die ganze Reform produziert im Grunde Fachidioten, die vielleicht den Ansprüchen der Wirtschaft zum aktuellen Zeitpunkt genügen, die letztendlich aber kaum fähig sein werden, neue Ideen und neue kreative Ansätze zu finden – damit entsteht ein großer gesellschaftlicher Schaden.
Zu Studentenprotesten kommt es in diesem Herbst weltweit, die Probleme mit den Bedingungen an den Universtitäten sind global.
Die Studentenplattform “International Student Movement” hat im Rahmen der “Global Week of Action” unter dem Motto “Education is NOT for SALE” zu einer internationalen Aktion aufgerufen. Am Dienstag, den 17. November, dem Internationalen Studententag, kommt es zu vielen Grossaktionen in mehreren Städten. (5)
Aktionen sind im Internet abrufbar
Der Internationale Studententag oder Weltstudententag wurde 1941 von der International Union of Students (IUS), einem überparteilichen weltweiten Zusammenschluss von Studentenvertretungen aus über 115 Ländern, ausgerufen. Er soll an die Studentenproteste 1939 in Prag gegen die Besetzung durch die Nationalsozialisten erinnern. Das “International Students Movement”, eine Plattform gegen die Kommerzialisierung und Privatisierung von Bildung, hat für diesen Tag zu Aktionen aufgerufen.
Quellen:
(1) http://www.ad-hoc-news.de/stuermung-uebersicht-neu-details-besetzung-des–/de/Politik/20703310
(2) http://www.tagesschau.de/inland/uni102.html
(3) http://nachrichten.rp-online.de/article/titelseite/Studenten-halten-Hoersaele-besetzt/58236
(4) http://www.tagesschau.de/studentenprotesteinterview100.html
(5) http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/uniprotest/2201235/dienstag-weltweiter-aktionstag-geplant.story
Topics: Allgemein | 8 Kommentare »
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13.November 2009 at 19:32
Die Räumung des Audimax in Münster durch Polizeikräfte gab es schon am 6. November. Die Uni hatte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt…
http://www.muensterschezeitung.de/lokales/muenster/Muenster-Polizei-raeumt-besetzten-Hoersaal-Demonstration-angekuendigt;art993,723004
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13.November 2009 at 19:52
Eeeeeeeeeeeendlich wachen unsere Studenten auf.
In ganz Europa.
ENDLICH wehren sie sich gegen die systematische Abrichtung zu KONZERNSKLAVEN und SYSTEMBÜTTELN.
ENDLICH zeigen sie ihre ECHTE intellektuelle Potenz jenseits des Nachbetens und Auswendiglernens.
ENDLICH zeigen sie ihren KRITISCHEN Verstand.
ENDLICH nehmen sie ihre Ver-ANTWORTung gegenüber ihrem eigenen Leben und dem Leben in dieser Gesellschaft wahr.
Danke, Jungs und Mädels, die Generation über 50 in Deutschland ist ein feiges, faules und gehirngewaschenes Jammerpack, daß sich genauso widerspruchslos in Hartz IV abführen und verladen lässt, wie die Menschen vor 70 Jahren in diesem Land.
Weil sie sich “DAS” nicht vorstellen konnten……
Obwohl JEDER damals wie heute sehen konnte, wohin die Reise mal wieder gehen soll.
DANKE, DANKE, DANKE geliebte Studenten Europas!
Lasst Euch nicht vereinahmen, weder von den “Linken” noch von den “Rechten”.
Was aus diesen “False-Flag-Ideologen” geworden ist, zeigt der ex-Steinewerfer, die Mogelpackung Joshua Fischer uns allen heute.
Bleibt LEBENDIG, das ist unser aller einzige Chance.
Danke.
Weiterhin viel Kraft, Mut, Hartnäckigkeit und friedliche Vernunft.
Aber auch EINDEUTIGE KONSEQUENZ!
Fallt NIEMALS auf TEILE UND HERRSCHE rein.
Steht ZUSAMMEN.
Sonst lullen diese “Eliten” Euch wieder ein.
Und dann wird es erst RICHTIG SCHLIMM.
Für alle Menschen.
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13.November 2009 at 22:57
Dir Drohung mit Gewalt ist keine Gewalt, wenn der Bedrohte der Drohung nachgibt.
Eine Tötung ist kein Tötung, wenn der Getötete die Tötung herbeigeführt hat.
Unrecht ist dann Recht, wenn rechts noch was Platz ist.
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14.November 2009 at 05:06
Danke dafür. In Heidelberg wurde auch das besetzte Rektorat (Juni) geräumt… der fadenscheinige grund, die studierenden wären nicht kompromissbereit wird nur von der Dreistigkeit übertroffen, dass sich der Rektor zu gut war den geforderten Dialog zwischen den studierenden persönlich zu führen. (der prorektor wurde geschickt und las einen Brief vor, den er wieder mitnahm (!) … )
shame.
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14.November 2009 at 11:31
Die Bundeswehr wurde beim G8-Gipfel ebenfalls nicht eingesetzt. Das schrieb jedenfalls der Wiefelspütz bei abgeordnetenwatch.de. Scheinbar ist “Einsatz” ein dehnbarer Begriff.
Siehe http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785–f64777.html#q64777
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14.November 2009 at 12:01
Na ihr seit ja nicht von der schnellen Sorte!
Auf dem Portal http://unsereuni.at/ für Österreich und http://www.unsereunis.de/ gibt es laufend Infos und Links zu den lokalen Bündnissen.
Die Kommunikation ist etwas chaotisch. Jede besetzte Hochschule hat auch seine eigenen Seite: http://hu.bildungsstreik-berlin.de/
Auf Indymedia gibt es auch laufend Artikel dazu. Am Sonntag kommt es in der Humbolt Universität zu einer desaströsen Situation:
Der Unileitung wird ab 14.30 für 2 Stunden die Hoheit über die Gebäude entzogen, anlässlich einer Kranzniederlegung an einem Ehrenmal direkt neben den besetzten Räumen durch Bundespräsident Köhler.
Dabei werden auch in den besetzten Räumen und im Audimax Polizeibeamte postiert und die Jalusien heruntergezogen.
Begründung: Sicherheitsbedenken – könnte ja sein, das unter den Besetzern sich ein Scharfschütze versteckt.
Gelichzeitig soll es eine Gegendemo geben. Unglaublich, unglaublich…wie sag ich das…unglaublich, unglaublich.
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14.November 2009 at 21:49
[...] http://www.radio-utopie.de/2009/11/13/beamter-zu-einsatz-in-uni-bielefeld-eine-polizeiaktion-ist-ke... a few seconds ago from web [...]
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16.November 2009 at 13:25
Ich warne vor voreiligen Hoffnungen.
Die Studenten scheinen zur Zeit nur ihre eigenen Interessen zu vertreten.
Das ist nachvollziehbar, in dem total verschulten Studiensystem von heute ist für mehr im Terminkalender einfach kein Platz.
PS: So wie ich die Uni Bielefeld kenne, wuntert´s mich ein wenig daß die Masterminds unserer ostwestfälischen Trachtengruppe das Audimax überhaupt gefunden haben.
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