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Alle drei Tage ein politischer Mord
Von Harald Neuber | 29.Oktober 2009
Kolumbianische Gewerkschaften kritisieren Verhandlungen der EU über ein Freihandelsabkommen mit Bogotá. Ein Gespräch mit Rodolfo Vecino Acevedo
Herr Vecino, bis zum Jahresende will die Europäische Union einen Freihandelsvertrag mit der kolumbianischen Regierung abschließen. Sie bereisen derzeit mehrere EU-Mitgliedsstaaten, um diesen Abschluss zu verhindern. Weshalb?
Es gibt maßgeblich zwei Gründe, sich gegen dieses Abkommen zu wenden. Zum einen finden in Kolumbien nach wie vor schwerste Verstöße gegen die Menschenrechte statt und viele dieser Verbrechen stehen in Zusammenhang mit sozialen Auseinandersetzungen. Zum anderen hat Kolumbien nichts zu gewinnen. Die wirtschaftliche Kraft beider Vertragspartner ist sehr unterschiedlich. Ein Freihandelsabkommen würde Kolumbiens kleinere und mittlere Betriebe schwer schädigen, weil das Abkommen Großkonzerne begünstigt. Auch die Folgen für Landarbeiter, die kleine Parzellen bewirtschaften, wären verheerend.
Sieht die kolumbianische Regierung diese Gefahren nicht?
Schlimmer noch: Sie sind ihnen egal. Präsident Alvaro Uribe hat die Verhandlungen mit einem konsequenten Abbau der Arbeiterrechte vorbereitet. Die Folgen sind verheerend: Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, also über 20 Millionen Menschen. Die Internationale Arbeitsorganisation führt Kolumbien unter den ersten 20 Staaten der Erde auf, die Arbeitsrechte verletzen. Dennoch verhandelt die EU mit Bogotá.
Aber der Text des geplanten Freihandelsvertrages beinhaltet doch eine Klausel über Menschenrechte.
Darauf wird immer wieder verwiesen, ja. Tatsache ist aber, dass der Schutz der Menschenrechte nicht als Voraussetzung für die Handelskontakte aufgenommen wurde. Eben das ist aber unser Ziel, das der Gewerkschaftsbewegung. Solange Menschenrechte verletzt werden, darf kein Abkommen mit Bogotá geschlossen werden.
Weshalb, denken Sie, wird der Freihandel mit der EU die Lage in Kolumbien noch weiter verschlechtern?
Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit soll vor allem der Anbau von Ölpalmen zur Herstellung von Agrartreibstoff ausgebaut werden. In den vergangenen Jahren wurden diese Kultivierungsflächen auf rund drei Millionen Hektar erweitert. Dies ging mit massenhaften Vertreibungen von Kleinbauern einher. Mit mehr als vier Millionen Betroffenen weist Kolumbien schon heute die meisten Binnenflüchtlinge nach dem Sudan auf. Menschenrechtsorganisationen haben herausgefunden, dass die Anbauflächen fast deckungsgleich mit der Präsenz paramilitärischer Milizen sind. Uribe hat schon jetzt angekündigt, den Anbau der Ölpalmen auf sechs Millionen Hektar ausweiten zu wollen.
Und was bedeutet das für die Gewerkschaftsbewegung?
Massive Repression. Seit der Wahl Uribes wurden 462 Gewerkschafter und soziale Aktivisten ermordet. Im Schnitt wird jeden dritten Tag ein politischer Mord begangen.
Quelle: amerika21.de
Topics: Politik | 1 Kommentar »
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29.Oktober 2009 at 23:03
So sind sie, die “befreundeten Staaten” der USA, echte Gewerkschaften werden, lange tradiert, brutal ermordet, z.B. auch in Chile.
In Deutschland ist man weiter: Nur beissgehemmte Pseudo-Gewerkschaftler dürfen die Talkshows bewohnen und hier zahnlos vor sich hinmümmelnd leere Phrasen absondern, damit deren Funktionäre ihre lukrativen Pöstchen sichern können. Als Schmankerl gibt´s dann noch den Puffbesuch aus den Konzernkassen.
Ein anderes Menschbild als das von “Herren” und Sklaven, die man wie Vieh behandeln und straflos abschlachten kann, ist diesen perversen faschistoiden kranken US-Machthabern nie in den Sinn gekommen. Barry Oseto handelt in schlechter Tradition wie alle seine Vorgänger seit JFK.
Die Verbrecher in Kolumbien, eine der wichtigsten Heroin und Kokain-Nachschubbasen der Welt für den CIA neben Afghanistan, können sich sonst auch jeden Dreck erlauben. Die Dollares, die Yachten, die Stricher, die Villen in Miami und London und die Mordwerkzeuge für die kolumbianischen Killertruppen werden grosszügigst und dauerhaft aus Washington garantiert.
God shave America ;-(
Das faschistiode Imperium wird nun weiter rasant auf ein gleichgeschaltetes Europa ausgedehnt. Das verbrecherische Konstrukt der Konzernfaschisten EU “regiert” sich von innen heraus dann genauso pervers, als würden US-amerikanische GI´s mit der Waffe im Anschlag über den Kudamm patrolieren.
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