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Sarrazin an Wähler: Bitte die SPD vernichten, danke.

Von Daniel Neun | 23.September 2009

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin, ehemals “rot-roter” Finanzsenator Berlins, ruft öffentlich zur Vernichtung der SPD auf. Dem Mann kann geholfen werden.

Thilo Sarrazin ist der Fleisch gewordene Beweis dafür, wie man “ehrlos” als Fachbegriff an Wehrlosen gut durchexerzieren und Soziopathie, maximalen Zynismus und berufsbedingte Zwiedenkerei bestens unter einen ehrenwerten Banker-Hut bringen kann.

In armen Verhältnissen gross geworden, hat Sarrazin nun als Ursache von Banken- und Kapitalismuskrise ausgerechnet das ausgemacht, von dem er seinen gesamten gesellschaftlichen Aufstieg über profitiert: den Sozialstaat, den Kräfteausgleich zwischen dem Ersten und dem letzten Recht der Menschheit.

Das Erste Recht ist bekanntlich das Recht des Stärken, das war schon immer da. Das Letzte Recht ist die Gerechtigkeit, welche man erst dann erkämpft hat, wenn das Erste Recht besiegt ist, samt aller seiner Gläubigen und Anhänger.

Das Letzte Recht – die Gerechtigkeit gegenüber dem Schwächeren und wider den Stärkeren – ist also etwas völlig Unnatürliches, etwas aus dem Nichts Erschaffenes, etwas unendlich Mühsames, was jeden Tag, jeden Tag gegen die Gemeinen, gegen die Schlechtmenschen, gegen die überzeugten Lügner in den Reihen der Nomenklatura und herrschenden Zirkel verteidigt werden muss.

Thilo Sarrazin, Soziopath und Sozialsadist aus Überzeugung, hat als Bundesbanker nicht vergessen, dass es seine Partei, die SPD war, welche das Bankensystem jahrzehntelang schalten und walten liess wie es wollte.

Thilo Sarrazin hat nicht vergessen, dass seine Berliner Bundesregierung letzten Herbst in einem Akt des Hochverrats 500 Milliarden Euro durch ein “Finanzmarktstabilisierungsgesetz” u.a. genau den Banken in den Rachen warf, welche dieses Gesetz selbst entworfen hatten. (2)

Thilo Sarrazin hat nicht vergessen, dass die Marktwirtschaft aus Angebot und Nachfrage besteht und der Reiche neues Geld nie ausgibt, weil er dies ja schon vorher schon hätte tun können. Auch weiss Thilo Sarrazin, dass der Arme jedes Spielgeld sofort zum Bäcker, Kiosk, Supermarkt trägt, wo es überhaupt erst in den Wirtschaftskreislauf gelangt und seinen Zweck erfüllt, nämlich ausgegeben zu werden.

Thilo Sarrazin hat all seine sozialsadistischen Sprüche nicht vergessen, in welchen er versuchte diese merkwürdige perverse Freude gewisser Teile der Gesellschaft anzustacheln, denen es immer nur dann gut geht, wenn es anderen schlecht geht und sie dabei zuschauen können.

Thilo Sarrazin hat das alles nicht vergessen. Er hat es heute nur einfach weggelassen. (1)

“Im Jahr 2010 werden alle staatlichen Ebenen in Deutschland zusammen neue Schulden von rund 145 Mrd. Euro machen. Die Defizitquote wird bei sechs Prozent, der Schuldenstand bei knapp 80 Prozent des BIP liegen, und für die 1,9 Billionen Staatsschulden werden die öffentlichen Haushalte rund 76 Mrd. Euro Zinsen zahlen. Das entspricht rund der Hälfte des Aufkommens aus der Lohn-und Einkommensteuer.”

Im Jahre 2010 wird vielleicht sogar die Mittelschicht begriffen haben, dass wir diese “Schulden” bei den Banken haben, welche – im Gegensatz zum Staat – die Lizenz zum Gelderfinden haben. Nur weil der Staat die Kontrolle über die Schöpfung des eigenen Geldes aus der Hand gibt, muss er überhaupt zu den Banken gehen und 1.9 Billionen “Euro” Schulden machen.

In dem Augenblick, wo eine Bank einen sogenannten “Kredit” gibt, erfindet sie diese Summe aus dem Nichts. Wenn sich Banken also gegenseitig unkontrolliert “Geld” erfinden (also “Kredite” geben) können, sind sie anschliessend in der Lage mit diesem “Geld” bei den gläubigen, real arbeitenden Untertanen im Tausch für ihre Zettel oder Zahlen auf irgendeinem Bildschirm das gesamte Land einzutauschen – Häuser, Fabriken, Patente, Ideen, Kultur, Arbeit, Lebensläufe, Lebenszeit, Leben von Millionen.

Geld, Währung, das ist nur eine Erfindung. Ein Tauschmittel. Ein Nichts. Eigentlich ein epischer Witzkeks, den Feudalherren und Ausbeuter den Menschen seit Jahrtausenden zum Knabbern geben, als Tausch für deren Leben. So etwas nennt man eine ganz normale Slaverei.

Nun ist es aber nicht klug, den Slaven zu füttern, jeder Blogger und email-Schreiber mit Dispo und Handy weiss das: “don´t feed the slave”. Nein, vielmehr ist so ein kleiner Tritt in die Magengrube, dann und wann, auch nicht verkehrt. Sonst wird er noch satt, der Sklave, ist gesund, hat Zeit und fängt auch noch irgendwann in der Gegend rumzuschreiben und nimmt den Sklaventreibern die Zeitungen weg.

“Die Deutschen stöhnen unter der Abgabenbelastung, aber 80 Prozent zahlen mehr Sozialversicherungsbeiträge als Lohnsteuern. Die obersten zehn Prozent sichern 52 Prozent des Einkommensteueraufkommens, die untere Hälfte dagegen nur knapp 7,5 Prozent. Die Einkommensbesteuerung ist zu einem Oberschichtphänomen geworden. Den sogenannten kleinen Mann drücken die Sozialversicherungsbeiträge. Dabei reicht deren Aufkommen zur Finanzierung unseres Sozialstaats hinten und vorne nicht. Deshalb zahlt der Bund jährlich 180 Mrd. Euro an Sozialleistungen, im Wesentlichen Zuschüsse zur Sozialversicherung.”

Wenn der Staat Arbeitsplätze schaffen könnte, wäre das Sozialismus. Arbeitsplätze entstehen in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung durch “Investitionen” der Geldhaber, bzw in der Wirtschaft, oder sie entstehen dort eben nicht. Dennoch trägt der Staat sowohl die Kosten der millionenfachen Arbeitslosigkeit, als auch die Kosten für einen sozialen Ausgleich der Sklavenlöhne.

Obwohl also die Allgemeinheit nicht dafür verantwortlich ist, wird sie durch die Ausbeutung von Wirtschaftsmächtigen, Bossen, Konzernen, Geldherren zusätzlich geschröpft, indem sie die Wunden der Gesellschaft pflegt und versucht, die Ausbeutung durch Eigenleistung und Solidarität mit den Ausgegrenzten auszugleichen. Die Formel lautet also:

Je ungerechter die Wirtschaftsordnung, desto höher die staatlichen Ausgleichsleistungen der “Sozialbeiträge”, also die Ausgaben des Staates.

Es führt kein Weg mehr daran vorbei: Deutschland braucht, nach Hunderten von Jahren voll Kriege, Elend, Ausbeutung, Not und Unterdrückung, eine Kontrolle der Gelderfindung, mithin ein staatliches Geldmonopol.

Das Gewaltmonopol des Staates wurde dazu erfunden, dass Geldmonopol der Banken zu sichern. Es kann auch dazu eingesetzt werden es zu brechen.

Dazu bietet, solange diese unruhig und bedenklich wach gewordene Demokratie noch in Funktion ist, die Gewalt einer Partei des Volkes, einer Volkspartei, die Möglicheit: das Geldmonopol des Staates durch Legislativgewalt herzustellen.

Nach nunmehr 174 Jahren sollte jeder begriffen haben, dass die Partei “SPD” nicht die Volkspartei ist, welche dies jemals tun wird. Ergo hat sie ihren Zweck nicht erfüllt und kann verschwinden.

Man sollte Thilo Sarrazin wirklich dankbar sein, dass er den Menschen wieder einmal die Gelegenheit gab dies festzustellen.

(…)

28.08.2009 Warm anziehen, Thilo.
31.07.2009 Die HRE-Staatsaffäre: Chronologie eines Staatsstreichs

Quellen:
(1) http://www.handelsblatt.com/politik/gastbeitraege/sarrazin-fordert-reform-der-sozialsysteme;2460316
(2) http://www.radio-utopie.de/2009/07/31/die-hre-staatsaffaere-chronologie-eines-staatstreichs/

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Topics: Kommentar | 6 Kommentare »

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6 Kommentare to “Sarrazin an Wähler: Bitte die SPD vernichten, danke.”

  1. Ratte meint:
    23.September 2009 at 21:02

    Der Link gehört hier zwar überhaupt nicht rein, aber es ist ein schöner BND-Praktikanten-Link, extra für den Herrn Neune.

    Der Soldat und die Bombe

    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/der-soldat-und-der-bomber/

    Ausnahmsweise haben da einige Mainstreammedien gemerkt, das sie ja auch selber recherchieren können, nicht nur abschreiben. Oder hat da einfach der Zensor gepennt? Eigendlich ein Artikel wert.

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  2. Realist meint:
    23.September 2009 at 21:48

    Wieso hört diesem Hund noch einer zu. Dat sind doch wieder die rechten Medien, die diesen Unsinn unterstützen.

    >>”Geld, Währung, das ist nur eine Erfindung. Ein Tauschmittel. Ein Nichts. Eigentlich ein epischer Witzkeks, den Feudalherren und Ausbeuter den Menschen seit Jahrtausenden zum Knabbern geben, als Tausch für deren Leben. So etwas nennt man eine ganz normale Slaverei.”<<

    Das wurde daraus gemacht. die Erfindung als solche macht schon Sinn als Zahlungseinheit. Früher war Geld allerdings ein Gut mit innerem Wert. Das Fiat-Money heute ist wirklich nicht als Tauschmittel und Mittel der Versklavung.

    Zu Zeiten der Golddeckung stieg der Wohlstand immer an. Die Zinsen konnten unten bleiben, wenn es diese in nennenswertem Unfang überhaupt gab.

    Cheers

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  3. 204999 meint:
    23.September 2009 at 23:09

    Dieser Mann hat als Senator in Berlin hunderte millionen veruntreut, der ist also bei der Bundesbank genau richtig

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  4. Oskars "Wahrheit" meint:
    24.September 2009 at 07:53

    Ok, dicht daneben ist auch vorbei.

    Den Nebelschwaden, dass Arbeitsplätze durch “Investitionen” entstehen, hat schon Gerhard Schröder durch Deutschland gezogen. Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen haben diesen direkten Zusammenhang nämlich nicht, da die Investition in z.B. eine Maschine u.U. Arbeitsplätze “kostet”.

    Arbeitsplätze entstehen immer dann, wenn es einen Mehrbedarf am Faktor Arbeit gibt und zudem die technische- und monetäre Rentabilität den Ausschlag für eine menschliche Arbeitskraft gebietet. Also ist der Garant für die Entstehung von Arbeitsplätzen ist also ein Plus an Nachfrage und die Tatsache das die dadurch notwendige Mehrarbeit billiger durch den Menschen erledigt werden kann. Im Dienstleistungsbereich z.B. ist es dann schon etwas anders, da hier nur selten die Möglichkeit des Maschineneinsatzes gegeben ist. Aber auch hier gilt: die Nachfrage und NICHT die Investition bestimmt den Einsatz.

    Gut, Geld ist eine Erfindung, dass ist aber auch das Rad. Wie auch das Rad erleichtert uns das Geld das Leben. Vor allem macht das Geld die so genannten Sozialtransfers erst möglich. Hätten wir kein Geld, dann hieße es wohl bis Heute: Wer nicht arbeitet, der hat nichts zu tauschen und damit nichts zu essen.

    Fazit: Einen Fluch über das “böse” Geld und alles Geld in “Staates” (richtig sollte es heißen Regierungs-) Hand?

    Nee, nicht wirklich. Auch hier ist es wenig kompetent aufgehoben, wie und die Vergangenheit gelehrt hat.

    Von Sarrazin nun auf die SPD zu schließen halte ich für ebenso falsch, da die SPD neben Sarrazin noch mindestens drei weitere Mitglieder hat :) .
    Aber auch hier müsste gelten: Erst mal besser machen, da meckern nichts ändert.

    Sarrazin hat, was ich vielen anderen Politikern – unter anderem Lafontaine, der bekanntlich auch im Aufsichtsrat einer “Pleite”- Bank sitzt – abspreche, der Mann sagt, was er denkt.

    Also wenn das nichts ist :) .

    PS.: Das der “Staat” im Sozialismus Arbeitsplätze “schuf”, war einer der Gründe für dessen Untergang.

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  5. John Nada meint:
    24.September 2009 at 10:08

    Yeaahh Walter kommt!! Freitag den 25.9. 17:00 ans Brandenburger Tor

    yeeahh WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER yeeahh yeeahh yeeahh WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER
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    Zeit zum Jubeln für HartzIV, Natokriege und Überwachungsstaat. YeeaaaHH

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  6. M meint:
    24.September 2009 at 17:29

    http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI

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