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Massenmord der Bundeswehr in Afghanistan

Von Daniel Neun | 4.September 2009

Mitten in einem Dorf bombardiert ein “NATO”-Kampfflugzeug zwei Tanklaster. Mindestens 80 Menschen sterben.

Die blutgierige, faschistische Kriegspresse spricht von “Taliban” und “Rebellen”. Beweise gibt es nicht. Man braucht sie auch nicht für ein Massaker an den neuen Untermenschen unserer Zeit, den Besetzten, den Muslimen, den Wüsten- und Bergniggern in Zentralasien. Man kann sie nach Belieben abschlachten und dann in Potsdam beim EinsFüKdoBw, der neuen deutschen Wehrmacht, Heldenmeldungen rausgeben.

Die Ereignisse stellen sich mittlerweile wie folgt dar: da “entführen” also laut Angaben des deutschen Militärs mitten in ihrer Besatzungszone auf der Hauptstrasse südlich von Kunduz an einem “vorgetäuschten” Checkpoint (1) “Taliban” oder “Rebellen” – mithin Bewaffnete, Milizen, oder quasi-militärische Verbände – am Donnerstag Abend zwei Tanklaster mit Treibstoff der ISAF-Truppen, fahren diese in das Dorf Omar Kheil 15 Meilen südlich vom deutschen Militärhauptquartier in Kunduz und locken die Dorfbewohner heraus, indem sie ihnen anbieten sich Treibstoff abzuzapfen. Ob sich die Fahrer absetzen, ist unklar.

Als die Dorfbewohner sich versammelt haben, werden die Tanklaster von einem “NATO”-Kampfflugzeug bombardiert (2). Nach Angaben des “Distriktgouverneurs” verbrennen und explodieren mindestens 80 Menschen. Es ist die Nacht zum Freitag.

Die Heldenmeldungen der faschistischen Kriegspresse zu diesem Massenmord mag jeder selber durchlesen. Es ist ausschliesslich ein Potburri von “Militärangaben”, Lügen, Propaganda für die “Heimatfront”. Die Verwicklung der deutschen Tornado-Kampfbomber kann letztlich nur ein parlamentarischer Ausschuss klären. Der Verteidigungsausschuss des Bundestages ist jedenfalls fest in der Hand der NATO-Lobby und Bellizisten und sträubt sich vor jeder Art von Arbeit ausser dem Abnicken.

Es zählt nichts anderes mehr, als die deutschen Soldaten da heil raus zu holen. Von Sieg will hier niemand etwas hören. Die “Parteien”, welche diesen Krieg ausgelöst haben und ihn fortführen wollen, müssen mit äusserster Entschlossenheit und allen Mitteln des Grundgesetzes bekämpft werden.

Ergänzung, 13.15 Uhr:

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) gab zu, “Luftunterstützung” angefordert zu haben. Das NATO-Hauptquartier in Brüssel gab zu, dass “Luftunterstützung” geflogen wurde. Laut dem Pressesprecher der britischen Marine Sam Truelove, hatten “Koalitionskräfte” die zwei Tanklaster “am Rande des Kunduz-Flusses” gesehen. Truelove wörtlich: (2)

“Nach einer Einschätzung dass nur Aufständische in der Gegend waren, befahl der lokale ISAF-Kommandeur einen Luftschlag, der die Tanklaster zerstörte und eine grosse Anzahl von Aufständischen wurde den Berichten zufolge getötet und verletzt”

Der lokale ISAF-Kommandeur in Kunduz ist Oberst Georg Klein.

Das deutsche EinsFüKdoBw erklärte, “die Taliban” hätten den Treibstoff in den Unruhedistrikt Char Darah bringen und selbst nutzen wollen. Woher das Militäroberkommando seine hellseherischen Fähigeiten besitzt, ist zur Zeit noch unklar. Tee- und Tabakreste werden demnächst wohl untersucht werden.

Zum Massaker mit geschätzten 80 Toten (die Zahlen steigen stündlich) erklärte das EinsFüKdoBw: Die Aufständischen seien bei ihrem Vorhaben entdeckt und gegen 2.30 Uhr Ortszeit “erfolgreich bekämpft” worden. (1)

(…)

Quellen:
(1) http://www.zeit.de/online/2009/37/afghanistan-bundeswehr-taliban
(2) http://www.nytimes.com/2009/09/05/world/asia/05afghan.html

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Topics: Aktuelle Nachrichten | 19 Kommentare »

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19 Kommentare to “Massenmord der Bundeswehr in Afghanistan”

  1. Witzbold meint:
    4.September 2009 at 12:34

    “Er bezifferte die Zahl der Opfer mit 100. Seinen Angaben zufolge sind auch ein ranghoher Taliban-Kommandeur sowie vier tschetschenische Kämpfer unter den Toten. “Ich glaube, dass alle Opfer Taliban oder örtliche Unterstützer der Taliban sind”, sagte Omar am Telefon zu SPIEGEL ONLINE. Die meisten Bewohner in der Region hätten Angst vor den Taliban und würden sicher nicht mitten in der Nacht auf die Straße gehen, erklärte er.”

    Was auch Sinn ergibt. Ich glaube nicht, dass wirklich viele Zivilisten unter den Opfern sind. Und wen kümmern die Taliban?

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  2. ter meint:
    4.September 2009 at 12:38

    Wenn die Informationen stimmen, hat es eine militärische Aufklärung der Situation gegeben. Das Aufklärungskommando hat sich zurückgezogen und danach wurde bombardiert. Dümmer kann eine Armee nicht in eine Falle laufen.

    Zustimmung, keine Glanzleistung der Bundeswehr. Die Schuld sehe ich bei den Talibans, welche offensichtlich ein bekanntes Vorgehen der Bundeswehr ausnützten. So bestraft man die Bevölkerung eines Dorfes und sorgt erfolgreich für den baldigen Abzug der „Schwarz-Rot-Gelben“.

    Dies hätten die Afghanen – ohne deutsche Beteiligung – völlig alleine gekonnt. Der Vorfall wird im Wahlkampf politische Folgen haben. Der Versuch der Medien, die Schuld der amerikanischen Luftwaffe zuzuschieben, halte ich für albern. Die Bodenaufklärung hatte die Verantwortung.

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  3. lupo meint:
    4.September 2009 at 13:02

    Unter dem Motto Bündnis Treue, wie schon beim Kosovo Krieg, wird das Morden heute von der Deutschen Regierung und peinlichen Deutschen Medien (siehe SZ Artikel gestern: http://www.sueddeutsche.de/politik/864/486282/text/ ) verkauft.

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  4. Witzbold meint:
    4.September 2009 at 13:53

    @starship trooper

    Wie der Standard schreibt, brauchte man keine Rücksicht auf die Fahrer zu nehmen. Die seien nämlich geköpft worden.

    http://derstandard.at/1252036557581/Einsatz-in-Nordafghanistan-Dutzende-Tote-bei-Nato–Angriff-auf-Tanklastzuege

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  5. ungläubiger meint:
    4.September 2009 at 14:28

    Typisch Scheindemokratie ohne Volksabstimmung:

    Afg wollen mehrheitlich dass die Besatzer gehen -
    De wollen mehrheitlich nioht hin -

    Der totale Sieg der Mafia und dazu die grossen Lügen des Qualitätsjournalisschmus mit deren Räuberbandenehre aus der Steinzeit.

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  6. Daniel Neun meint:
    4.September 2009 at 14:55

    Witzbold, weder was “Gouverneur Mohammed Omar”, irgendein Fuzzi bei SpOn am Telefon, oder was Du erzählst interessiert mich in irgendeiner Art und Weise. Das ist eine Kriegszone und das Militär macht und erzählt was es will.

  7. kosh meint:
    4.September 2009 at 15:18

    Darf man erfahren, ob es eine technische Erklärung gibt, dass mein Beitrag erst als freigegeben erscheint und dann doch wieder verschwindet?

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  8. Daniel Neun meint:
    4.September 2009 at 15:27

    Übrigens, für alle Witzbolde: sogar der BND gibt an, Onkel Omar, der “Gouverneur”, gäbe ab und an mal Informationen an “die Taliban” weiter.
    http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Taliban-wollen-mit-Schlacht-um-Kundus-Umschwung-einleiten

  9. petrapez meint:
    4.September 2009 at 15:53

    Zynischer Kommentar vom Verteidigungsministerium zu den Todesopfern:

    “Es handelt sich um einen Stabilisierungseinsatz, zugegeben um einen recht robusten Stabilisierungseinsatz, der Kampfhandlungen miteinschließt.”

    “Den Journalisten «im warmen Sessel in Berlin» möge die kurze Zeit zwischen Kaperung und Angriff ein Hinweis sein, ob «mitten in der Nacht größere Menschenmengen» zusammenkommen könnten.”

    Ich bin fassungslos.

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  10. Helga meint:
    4.September 2009 at 16:04

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Deserteur-bringt-Premierminister-in-Bedraengnis/story/19867895
    Der Mann, Joe Genton, war Soldat in Afghanistan.

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  11. Black sheep of the family meint:
    4.September 2009 at 18:02

    Oh, oh, oh – wenn sich hier nicht mal, so kurz vor den sogenannten “Wahlen”, ein richtig schöner Skandal anbahnt.
    Ich bin ebenfalls nur fassungslos – weil es so aussieht, als sei dies eines der größten dt. Kriegsverbrechen seit 45(?).

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  12. lupo meint:
    4.September 2009 at 18:24

    Wie gesagt. Die Reaktion der Afghanen ist die Blutrache und dies nun in direkter Nähe von Kundus und mit Sicherheit von einem STamm der dortigen Warlords, welche der Dumm Dödel Steinmeier und Jung auch noch mit Schutzgeldern sponsern.

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  13. zdago meint:
    4.September 2009 at 19:48

    @Beweise gibt es nicht
    Den Unterschied zwischen Zivilist und **** gibt es nur in dem Moment, indem er seine Waffe abfeuert. Außerhalb dieser Sekunden ist es optisch immer ein Zivilist.
    Die Jungs haben keine erkennbaren Uniformen und keinen Ausweis, in dem Talibankämpfer steht.
    Diese Argumentation ist reine Propaganda.

    Aber sie könnten sich einmal mit dem Thema auseinandersetzen: Widerstandskämpfer oder Terroristen?
    mfg zdago

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  14. ako meint:
    4.September 2009 at 19:51

    Quelle irgendwo: “Der Gouverneur sagte weiter, unter den Toten bei dem Bombardement und der Explosion der Tanklastwagen seien auch vier oder fünf Anführer der Taliban gewesen. Auch 4 TSCHETCHENISCHE EXTREMISTEN seien getötet worden.

    Ja wie geil ist das denn – jetzt nimmt man mal die MPRI Geschichte und rechnet 1+1 – ICH KOTZE GERADE !!!!!!!!!! FAHRT ALLE ZUR HÖLLE IHR KRIEGSGEILEN PROFITGIERIGEN DRECKSCHWEINE !!!!! Eure Zeit ist vorbei – jetzt beginnt der Kampf auf Demokratische Art – das könnt Ihr Dreckschweine nicht mit Waffen bekämpfen – your time is up – motherfucker

    Das Volk wird siegen.

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  15. kosh meint:
    4.September 2009 at 19:51

    @Helga

    Aus irgendeinem Grund, der mir bislang nicht zugetragen wurde, haben es meine ursprünglichen Zeilen nicht wieder zurückgeschafft unter die Reihe der Kommentare. Darum werde ich sie nur auf Verlangen wiederholen.

    Aus Deinem Link:
    - Der Krieg in Afghanistan vermindere weder das Risiko des Terrorismus noch verbessere er die Leben der Afghanen – stattdessen bringe er ihnen «Tod und Zerstörung». Das Fazit des jungen Kämpfers: Der britische Krieg in Afghanistan sei weder sinnvoll noch richtig.

    Aus seiner Sicht ja, aus der Sicht der Subjekte seiner Kritik, den USA und zu seinem Leidwesen auch GB selbst, überhaupt Europa, die EU, im weiteren Sinn auch das nahöstliche Europa, dessen Aufnahme in die EU bereits zur Debatte gestellt wurde, den EUSraEliten, ein gerüttelt NEIN. Wo die Feindbilder ausgehen, werden Alternativen gebastelt. Seit 911 heisst der Bastelkurs Terroristenzucht und das funktioniert eben genau auf eine Art, wie sie der junge Mann nicht begreifen kann, oder will. Vielleicht ist ihm das auch zu hoch für sein zartes Alter von 26. In seiner Fassungslosigkeit reiht er sich in eine Linie mit den einigen Kommentarschreibern in diesem Blog.

    Die Amis auf Kurs

    Grüsse
    kosh

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  16. mario meint:
    4.September 2009 at 21:54

    Was publiziert ihr hier eigentliche für einen linksidelogischen unsinn?????

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  17. Saito meint:
    4.September 2009 at 22:38

    Langsam gerät die Bundeswehr immer tiefer in den Sumpf dieses völkerrechtswsidrigen Angriffskrieges.

    Immerhin wird langsam auch dem letzten deutschen
    Michel klar, dass die Bundesregierung lügt, wenn sie von “Aufbauhilfe” schwadroniert. Es ist Krieg in Afghanistan und die Bundewehr ist – ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung- daran beteiligt

    Wer nicht will, dass die Bundeswehr weiterhin an Kriegsverbrechen beteiligt ist, soööte sich genau überlegen, ob CDU und SPD noch wählbar sind.

    mit freudlichen Grüßen

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  18. Leseempfehlungen des Tages 04.09.09 « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft meint:
    5.September 2009 at 06:57

    [...] Daniel Neun (Radio Utopie) … Massenmord der Bundeswehr in Afghanistan [...]

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  19. Nouvel Aar meint:
    6.September 2009 at 15:23

    Von Martha Gellhorn, der ersten Frau im Kriegsberichterstattergewerbe (die sich übrigens von Literaturmacho Ernest `big game killer´ Hemingway getrennt hatte) stammt der Ausspruch: „Glaube im Krieg keiner Führung, keiner einzigen, keiner militärischen und keiner zivilen, und kein einziges Wort.“ Der aktuelle blutige Kriegseinsatz in Afghanistan zeigt das einmal mehr exemplarisch. Wäre er gerecht, bräuchte es keine Lüge, die durch weitere Lügen vermittelt werden muss. Heutezutage gibt es kaum mehr unabhängigen Journalismus vor Ort, dafür aber das Internet mit seinen Suchmaschinen, wo Bilder und Beschreibungen zu finden sind, die jedermann in die Lage versetzen, sich selbst ein Bild zu machen über die brutalen Realitäten von Kriegseinsätzen und ihren militärischen und gerne verschwiegenen zivilen Opfern. – Nouvel Aar -

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