Der Eskalations-Plot von Rostock und Heiligendamm
Heiligendamm, gestern, nachdem ca.1000 Menschen direkt zum Zaun um das G8-TagungsgelÀnde vorgedrungen waren:
am Kontrollpunkt Rennbahn mischen sich am Abend nach ĂŒbereinstimmenden Meldungen (5,6,7) maskierte Provokateure unter die Demonstranten am Zaun und versuchen die Situation eskalieren zu lassen. G8-Gegner werden misstrauisch, befragen sie nach Herkunft und IdentitĂ€t, daraufhin fliehen sie, einer kann festgehalten werden und identifiziert sich als Zivilpolizist.Gleichzeitig heisst es durch die Polizei Rostock, BAO Kavala, man habe „festgestellt, dass Teilnehmer aus der Gruppe, die derzeit die Kontrollstelle `Galopprennbahn` blockieren, die Kleidung wechseln, sich vermummen und Schutzkleidung anlegen, sich mit Molotow-Cocktails bewaffnen und Steine aufnehmen.(8)
Eine Meldung, die sÀmtliche Medien sofort begeistert weitererzÀhlen. Endlich wieder Gewallllt.
Eine offensichtliche Falschmeldung, mehrere Journalisten vor Ort bestÀtigten dies (7).
Und wenn da jemand versuchte, diese gewollt schlaue Prophezeihung der Eskalation wahr werden zu lassen, so waren es nicht die G8-Gegner.
Sie hatten schlicht schon gewonnen, die Polizei mal wieder bis auf die Knochen blamiert.
Warum dann Krawall anfangen?
Der PolizeifĂŒhrer, Knut Abramowski, appellierte auf der Webseite der Polizei „eindringlich an alle an der Kontrollstelle `Galopprennbahn` befindlichen Personen, sich unverzĂŒglich von den StraftĂ€tern zu trennen,“ heisst es auf der Webseite durch die Polizei Meck-Pomm.(8)
Jetzt stellt sich – ganz nĂŒchtern – die Frage, wer das Herrn Abramowski und der BAO Kavala denn erzĂ€hlt hat? Mit denen redet ja schon wĂ€hrend der EinsĂ€tze keiner mehr.
Ein weiterer Vorfall:
In der NĂ€he von Bad Doberan wird ebenfalls am frĂŒhen Abend ein weiterer „agent provocateur“ enttarnt.
Er hatte sich in eine Sitzblockade begeben und die Teilnehmer unbedingt mit „Gewalllt, Gewallllt“- Gequatsche nerven mĂŒssen, bis er enttarnt und vermöbelt wurde.
Er wurde vom anwaltlichen Notdienst der G8-Gegner beschĂŒtzt und der Polizei begeben.(7)
Wer steckt hinter diesen offensichtlichen Versuchen, das ganze Eskalieren zu lassen und gegebenfalls auch die Gesundheit von Polizeibeamten zu riskieren?,
Sind diese Provokateure wirklich alle regulÀre Zivilpolizisten? Auch das BKA, das MilitÀr und jede Menge Geheimdienste und Sondereinheiten sind rund um Heiligendamm ausgeschwÀrmt.
DIE INSZENIERTE SCHLACHT VON ROSTOCK
Rostock am Samstag, dem 02.Mai: Ohne Vorkontrollen der Polizei versammeln sich in Rostock ca. 50.000 Menschen fĂŒr eine Grossdemonstration gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm.
Die Demoroute, vorbei an einer Eisenbahnstrecke mit einer unbegrenzten Menge an Schottersteinen, ist von „der“ Polizei genehmigt (von wem eigentlich genau?), eine Begleitung der Demonstration durch PolizeikrĂ€fte findet nicht statt.(1)
Die Demo ist so aufgestellt, dass die bĂŒrgerlichen Parteien und etablierten Gruppen wie die GrĂŒnen, attac und Gewerkschaftler am Anfang des Zuges laufen (2).
Dahinter dann die „Bösen“ – z.B. der Antifa-Block, oder „make capitalism history“. Allgemein spĂ€ter als „Schwarzer Block“ bezeichnet.
Verantwortlich fĂŒr diese Demo-Ordnung: die Demoleitung. Unter anderem Christoph Kleine, Sprecher der „Interventionistischen Linken“ und Werner RĂ€tz von Attac.(3)
Diese Aufteilung wird spĂ€ter ein Zeuge der folgenden Ereignisse „naiv oder berechnend“ nennen. (2)
WĂ€hrend der ganzen Demo – bis zum Veranstaltungsplatz mit BĂŒhne, Kameras, Polizei-Hundertschaften in den blockierten Seitenstrassen beim Rostocker Hafen – passiert nichts.
Ausser einer entspannten Demo, natĂŒrlich. Eine Stimmung wie auf der Loveparade, schreibt die „SĂŒddeutsche“.(4)
Dann passiert folgendes:
direkt neben der Strasse, auf der ca.50.000 Menschen vorbei Richtung BĂŒhne marschieren, steht ein „Sixpack“, ein Polizeifahrzeug mit 2 Sitzreihen hinter der Fahrerseite. Können also mindestens 8 Leute hinein, wenn man will.
Da sitzt aber nur einer drin.
Auch die SĂŒddeutsche schreibt von einem einzelnen Beamten, der da im Auto sitzt.(4)
Schauen Sie selbst: dieses Video zeigt zumindestens die zweite HĂ€lfte des Angriffs auf den Polizeiwagen:
http://www.youtube.com/watch?v=yDqThVpu1AM&mode=related&search=
Obwohl im Innenraum des Fahrzeugs Bewegung zu erkennen ist – nachdem auf der Beifahrerseite das Fenster eingeschlagen wird – fĂ€hrt das Polizeifahrzeug nicht los. Auch als das Fahrerfenster eingeschlagen wird und mehrfach der Fahrer direkt mit Steinen bedroht und beworfen wird, fĂ€hrt das Polizeifahrzeug immer noch nicht los.
Erst als einzelne Maskierte beginnen, Personen vom Polizeifahrzeug wegzuschubsen, fÀhrt das Fahrzeug endlich los.
FĂŒr mich machen diese Personen nicht den Eindruck von „Verdeckten“, sondern eher den von Demoteilnehmern, die versuchen den Angriff auf den Polizeiwagen zu verhindern, zumindestens jedoch eine GefĂ€hrdung des Fahrers.
Zu erkennen ist auf den Vordersitzen des Fahrzeugs nur eine Person. AuffÀllig: sie hat offenbar eine helle Bekleidung im Brustbereich.
Das könnte nach der Markierung der „Anti-Konflikt-Teams“ aussehen.
Das Kennzeichen des Polizeifahrzeugs ist nicht eindeutig zu erkennen.
Nach Rostock sieht es allerdings nicht aus.
Hierzu muss man noch einmal erwĂ€hnen: das Video, erstaunlich gute QualitĂ€t, Tonspur, Stativ, angeblich zufĂ€llig von Anwohnern aus einem angrenzenden Haus im oberen Stockwerk gedreht und dann im Netz gelandet, zeigt nicht den BEGINN der Aktion. Da aber offensichtlich die Aufnahme gut vorbereitet ist, fragt man sich natĂŒrlich – warum?
Man weiss von einzelnen Zeugen, dass sie die Personen, welche den Angriff auf das Polizeifahrzeug begannen, sofort als Zivilpolizisten, oder besser, „Verdeckte“ identifizierten.
Zitat:
„Haut doch ab! Ihr gehört doch zu denen. Habt ihr wenigstens die Preisschilder aus euren neuen Klamotten gemacht ?“(2)
Eine Schilderung:
„Am Kundgebungsort, dem Hafen angekommen, – die `Guten` waren schon auf dem Platz vor der BĂŒhne, also in Sicherheit – kam es zum Zwischenfall, den ich aus meiner Perspektive schildern möchte…
Ein Demo-Truck, der uns entgegenkam, wollte auf der parallel zum Platz verlaufenden ZugangsstraĂe, auf der wir uns befanden, das GelĂ€nde verlassen, und ihm kam ein mit uns ankommender Lastwagen entgegen. Da die StraĂe zu eng war, sollte dieser von einem Ordner gesichert zurĂŒcksetzen. Um nicht im Weg zu stehen, gingen mein Begleiter und ich am linken StraĂenrand weiter und der LKW setzte sich rĂŒckwĂ€rts in Bewegung; der zweite LKW wartete vor einer abbiegenden StraĂe, die wir nicht einsehen konnten.
Neben uns befand sich ein GrĂŒnstreifen, der mit mittelhohen BĂ€umen und StrĂ€uchern bewachsen ist. Plötzlich sah ich neben dem wartenden Truck Menschen in unsere Richtung rennen. Auf uns kam ein Paar mit Kinderwagen zugerannt; der Mann hatte das Baby im Arm. Es flogen Steine und Werfer und Polizei stĂŒrmten heran. Wir halfen der Familie, den Kinderwagen vor die BĂŒsche zu quetschen; das Baby wurde hingelegt, und wir stellten uns mit dem Gesicht dem Geschehen zugewandt eingehakt um den Wagen, um das Kind zu schĂŒtzen. Ein Laternenpfahl half uns notdĂŒrftig dabei.
Die Hundertschaft verschwand hinter dem GrĂŒnstreifen, die Steinewerfer blieben auf der Strasse. In einer Feuerpause flĂŒchtete das Paar mit ihrem Kinderwagen entlang des GrĂŒnstreifens Richtung Innenstadt. Mein Begleiter und ich standen zwischen Werfern und Polizei; wir wollten sobald als möglich die Strasse ĂŒberqueren, um zu unseren Freunden zu kommen. Ich versuchte durch Rufen die Werfer zum Aufhören zu bewegen.
Die Polizisten, das konnte ich erst jetzt wahrnehmen, nachdem die Familie auĂer Gefahr war, stand in drei Reihen vor den sich hinter dem GrĂŒnstreifen befindlichen HĂ€usern und rĂŒhrte sich nicht! Die Steine flogen im hohen Bogen ĂŒber unsere Köpfe hinweg und ich musste ĂŒber unsere Lage plötzlich fĂŒrchterlich lachen, aber auch meine Verletzlichkeit, so ganz ohne Helm und Schutz wurde mir bewusst.
Als die Werfer nachladen wollten, versuchte ich einen handgreiflich daran zu hindern. Dabei war etwas sehr seltsam: der junge Mann war so jung nicht, er grinste, schĂŒttelte mich locker ab und es fehlte jedes Anzeichen auf eine AdrenalinausschĂŒttung, also Aggression. In dem Moment hörte ich das Rufen anderer Augenzeugen: `Haut doch ab! Ihr gehört doch zu denen. Habt ihr wenigstens die Preisschilder aus euren neuen Klamotten gemacht,` usw, und ein paar jĂŒngere MĂ€nner wurden beschimpft, dass sie sich zum Mitwerfen hatten verleiten lassen. Interessanterweise war kein einziger Polizist in der NĂ€he und die geschulten Werfer tummelten sich in aller GemĂŒtsruhe in Richtung abbiegender Strasse.“
WEITERE SCHILDERUNG DES ABLAUFS
„Die Gewalt wurde von der Staatsmacht in die Demonstration gebracht. Als ‚Autonome‘ verkleidete Polizisten schmissen Steine gegen bereitstehende Robocops, um Gewalt zu provozieren. Teilweise fielen Demoteilnehmer darauf rein und machten mit, andere Demoteilnehmer versuchten, sie davon abzuhalten.
Kurze Darstellung des Ablaufs:
Recht mittig in der Demo laufend, hinter DiDiF und vor anderen Linken, griff eine auf ‚autonom‘ getrimmte Gruppe ausnahmslos ueber 1,90 Meter grosser Maenner eine seitlich stehende Gruppe Robocops an. Die Demonstration war bis hierher voellig friedlich verlaufen und auf die ueblichen provozierenden Drohgebaerden der Polizei wurde seitens der Teilnehmer nicht eingegangen.
Diese offensichtlich geplante Aktion, um Gewalt in die Demo zu bringen, geht definitiv auf das Konto der Staatsmacht.
Zum einen war die Gruppe, wie bereits beschrieben, sehr homogen: Maenner zwischen 25 und 35 Jahren, allesamt sehr gross.
Zum anderen trugen saemliche Mitglieder dieser Gruppe VOELLIG NEUE Kleidung, auf ‚autonom‘ getrimmt — es war auf den ersten Blick zu erkennen, dass diese Klamotten brandneu aus dem Kaufhaus stammten, und zwar bei allen Mitgliedern dieser Gruppe.
Des Weiteren wurden die Steine vorab sehr offensichtlich praesentiert, d.h. sie waren bereits als Wurfgeschoss vorhanden und es wurde nicht damit hinter dem Baum gehalten. (Kein realer Steinewerfer setzt sich angesichts der massiven Polizeipraesenz dermassen auf den Praesentierteller).
Ferner war unter der fuer Schwarze Block-Mitglieder inkorrekt zu legeren Kleidung Koerperschutz erkennbar; jeder, der bereits auf einer Demo war, weiss, dass man so von der Polizei NICHT in die Demo gelassen wird.
Zu guter letzt war die Aktion konzertiert abgesprochen und man konnte einwandfrei sehen, dass die Gruppe in einem ‚nicht ueblichen Sinne Spass‘ daran hatte — sie fuerchteten sich in keinster Weise vor Gegenwehr und suchten keinerlei Schutz. Die Gewissheit, dass die Kollegen Ihnen keinen Schaden zufuegen wuerden, fuehrt zu solchem Verhalten.
Als die Aktion der Gruppe begann, machten einige (offensichtlich) unerfahrenere Demoteilnehmer mit — sie warfen Steine. (Interessanterweise wurden diese Leute kurz nach dieser Intervention in den Haenden der Staatsmacht gesichtet — haben sich da ‚Autonome‘ ploetzlich gesinnungsmaessig gewandelt und lieferten ihre Kollegen aus?)
Demoteilnehmer versuchten diese auf die Gruppe reinfallenden Menschen davon abzuhalten mit Rufen wie ‚Macht da nicht mit!‘ ‚Die sind von der anderen Seite, die Klamotten sind pfuschneu!‘ ‚Die Verarschen euch!‘ u.ae.
Dadurch, dass ein paar Demoteilnehmer mitgemacht haben und durch die Provokation an sich hatten Polizei und Staat genau das, was sie wollten. Der N24-Nachrichtenwagen fuhr prompt nach dieser Aktion davon…“ (2)
WER PROFITIERT WOVON?
Von einer militanten Eskalation am Zaun oder bei Demonstrationen profitiert nur die Fraktion um Bundesinnenminister Wolfgang SchĂ€uble, die nach der Demo in Rostock den Einsatz von Gummigeschossen und der GSG 9 gefordert hatte und von der leitenden Sondereinheit Kavala dafĂŒr recht deutlich gerĂŒffelt worden war („absolute Dummheit“) (9).
Hier sei auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Berliner CDU vor dem G8-Gipfel ausdrĂŒcklich eine GrundgesetzĂ€nderung und den Einsatz des MilitĂ€rs im Innern gefordert hat.
Die Trennung von innerer und Ă€uĂerer Sicherheit sei nicht mehr zeitgemĂ€ss, so der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion in Berlin, Frank Henkel.(10)
DiesbezĂŒglich ist besonders die Rolle der Berliner Polizei bei den Ausschreitungen einer PrĂŒfung zu unterziehen.
Die Berliner Sondereinheit „AufklĂ€rung und Intervention“ (vermummte Zivilpolizisten im szenetypischen Outfit) befanden sich offenbar in Rostock und derzeit in Heiligendamm.(11)
Die in Berlin zurecht berĂŒchtigte SchlĂ€ger-Einheit der 23.Hundertschaft provozierte schon wĂ€hrend der Demo in Rostock.(12)
Nachdem der Untereinsatzleiter aus Bayern am Samstag plötzlich nicht zu erreichen war, ergriff Marco Langner, Chef des Anti-Konflikt-Teams sowie der 2. (Berliner) Bereitschaftspolizeiabteilung EIGENMĂCHTIG das Kommando.(13)
Da musste schon irgendetwas Ungewöhnliches vorher passiert sein.
Bleibt noch zu erwÀhnen, dass Langner und seine Anti-Konflikt-Truppe bereits handfeste Auseinandersetzungen mit der 23.Hundertschaft bei Gorleben hatten.(12)
Was das nun zu bedeuten hat, dass da wĂ€hrend der Rostock-Demo ein einzelner Beamter augenscheinlich mit deutlich sichtbarem „Anti-Konflikt“-T-shirt in einem einzelnen Polizeifahrzeug am Rande einer Demo sitzt, welches dann angegriffen (und gefilmt) wird, ist diesbezĂŒglich unklar.
Allerdings treten die „echten“ Anti-Konflikt-Jungens immer in Gruppen auf.
Bereits unmittelbar nach dem Demo forderten Agenten des Verfassungsschutzes gegenĂŒber dem Berliner „Tagesspiegel“ eine europaweite Datei fĂŒr „Linksextremisten“.(11)
Auch der weithin bekannte Innenminister von Niedersachsen, Uwe SchĂŒnemann (CDU), schloss sich auffĂ€llig gleichzeitig dieser Forderung an (14).
Gleichzeitig fliegt Verteidigungsminister Franz Jung unauffĂ€llig im Schatten der G8-Auseinandersetzung an die richtige Front nach Afghanistan um den Einsatz deutscher PolizeikrĂ€fte unter Leitung des ex-GSG 9-Chefs Friedrich Eichele im SĂŒden von Afghanistan zu verkĂŒnden (24), wĂ€hrend hier VerbĂŒndete ablenken und den Einsatz am Zaun in Heiligendamm vorschlagen.
Dagegen gibt z.B. der Innenminister von Sachsen, Albrecht Buttolo, explezit Bundesinnenminister Wolfgang SchÀuble eine Mitschuld an den Ausschreitungen in Rostock.
Schon in Hamburg war wĂ€hrend des ASEAM-Treffens fast zu einem Schusswaffeneinsatz gekommen, als ebenfalls mitten in einer Demonstration ein einzelner Beamter mit der FahrzeugtĂŒr offen in einem 9-sitzigen Polizeifahrzeug sass, und bei herannahenden Demonstranten, die sich ihm drohend nĂ€herten und gegen die TĂŒr traten, mit gezogener Waffe heraussprang und in die Luft zielte.(11)
Das Video, welches diesen Vorfall zeigte, verschwand mittlerweile aus Youtube.
Der „Spiegel“ log dort offenbar eine Reizgasattacke auf Polizisten zusammen (17), wĂ€hrend auch nach dem TrĂ€nengaseinsatz in Rostock erschĂŒtterte Polizeisprecher von chemischen Angriffen auf ihre Beamten berichteten, auch das ein Hoax. (18)
Mit aller Gewalt versuchen hier ein paar Verlierer, die nichts hinbekommen und durch den erfolgreichen Protest Zehntausender BundesbĂŒrger bis auf die Knochen blamiert sind, die Lage eskalieren zu lassen um ihre peinlichen PlĂ€ne – nach US-Vorbild zusammengezimmert – von innerer und Ă€usserer KriegfĂŒhrung durchzukriegen.
Und sie schaffenÂŽs nicht.
DIE ROLLE VON ATTAC UND DEN „INTERVENTIONISTEN“
Es fĂ€llt nicht nur auf, wenn man wie Peter Wahl schon ĂŒberdurchschnittlich lange der FĂŒrst eines scheinbar linken oder fortschrittlichen Projektes wie Attac ist, es fĂ€llt vor allem auch auf, wie schnell dieses Fernsehtestbild nach Rostock vor die Kameras hĂŒpfte und erstmal erzĂ€hlte, „Die gehören nicht zu uns“ und noch nicht mal damit alle meinte, die nicht bei seiner Attac wĂ€ren, sondern einfach alle, die sich bis jetzt dem Konzept von Attac nicht unterordnen.
Hier sei noch einmal ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt, dass Peter Wahl mittelbar gemeinsame Sache mit den National-Bolschewisten von „The Other Russia“ machte, als er nach der öffentlichen Kritik an den G8-Razzien von Wladimir Putin am 18.Mai noch am selben Tag ausgerechnet vor „russischen VerhĂ€ltnissen“ in Deutschland warnte, weil die Teilnahme von „The Other Russia“-Mitglied Garri Kasparow an einer national-bolschewistischen Demonstration in der NĂ€he der Pressekonferenz von Putin und Angela Merkel behindert worden war.
So kurz nach gleichlautenden Worten von Angela Merkel war das schon recht seltsam.
Doch just zur Demo am Samstag schreibt die Welt dazu folgendes:
„`Besonders Angela Merkel ist schlieĂlich daran gelegen, dass sie Wladimir Putin sagen kann, guck mal, bei uns ist demokratischer Protest möglich`, sagt Christoph Kleine von der Interventionistischen Linken, einer der fĂŒhrenden Gruppen in der Mobilisierung des Gipfelprotestes. Beim EU-RuĂland-Gipfel vor zwei Wochen hatte der russische PrĂ€sident die Kritik von Angela Merkel an der Verhaftung russischer Demonstranten zurĂŒck gewiesen mit der Bemerkung, auch in Deutschland habe es schlieĂlich Razzien und Festsetzungen von Protestlern gegeben.“ (21)
Ein „interventionistischer Linker (woher kommt eigentlich dieser total beknackte Begriff?) hat also VerstĂ€ndnis fĂŒr Angela Merkel und gibt der Welt ein antirussisches Interview?
Bleibt noch zu erwĂ€hnen, dass Christoph Kleine in der Demoleitung und damit verantwortlich fĂŒr die Aufstellung der „Demo-Ordnung“ war (s.o).
Am 04.Mai veröffentlichte ĂŒbrigens irgendjemand in der Jungen Welt unter dem blumigen Pseudonym „Commander Shree Stardust“ eine Lobhudelei auf die Schlacht in Rostock und faselte was von einer „neuen autonomen Bewegung“.
Lobend erwĂ€hnt wird ausdrĂŒcklich der Block der „Interventionisten“. (22)
Sorry – ich weiss zufĂ€llig sehr genau, dass es keine „autonome Bewegung“ in der Republik gibt. Jedenfalls gab es sie nicht vor Heiligendamm. Und es ist sehr die Frage, ob eine Strassenschlacht irgendetwas in dieser Richtung hervorbringt und wem dass dann nĂŒtzt.
Nach der Demo in Rostock veröffentlichten Peter Wahl, Werner RĂ€tz, Sven Giegold, Sabine Leidig, Jutta Sundermann und Frauke Distelrath fĂŒr Attac am 3.Mai folgende ErklĂ€rung:
„Aus dem Block `Make Capitalism History` heraus wurde von Teilnehmern, die sich zu keiner Zeit in die Vorbereitungen der Demo eingebracht hatten, ein Polizeiauto angegriffen und DIE BEIDEN DARIN SITZENDEN POLIZISTEN verletzt.“ (20)
Schauen Sie noch einmal oben auf das Video. Wie kommt diese Falschmeldung zustande?
Unstrittig ist, dass sich Teilnehmer des Antifa-Blocks am Angriff auf das Fahrzeug beteiligen. Unbestreitbar ist auch zu sehen, wie Teilnehmer des Blocks einschreiten und versuchen, zumindestens die Angriffe auf den Fahrer zu unterbinden.
Man vergesse auch nicht die Aufstellung der Demo. Ein Teilnehmer berichtete mir von der fast surrealen Situation, dass der Grossteil der Demo (die „Guten“) vor der BĂŒhne feierten, wĂ€hrend die PolizeikrĂ€fte stundenlang gezielt auf das Ende der Demo einschlugen.
SCHLĂSSE
Hier laufen auch innerhalb des Sicherheitsapparates schwere MachtkÀmpfe ab.
Hierbei ist zwischen den Konservativen und den UmstĂŒrzlern von oben zu unterscheiden. Die einen wollen die bestehenden Exekutiv-Strukturen innerhalb der bestehenden Republik erhalten, die anderen sie zugunsten eines transatlantischen Modells auf EU-Ebene zerstören, mit dem Ziel der inneren und Ă€usseren KriegfĂŒhrung im Rahmen eines totalitĂ€ren Superstaates.
Dabei steht die Front der „RevolutionĂ€re“ unter erheblichem Zeitdruck. Das Grundgesetz muss schleunigst gestĂŒrzt werden, solange die Kollaborateure in der SPD noch mitmachen.
Auch bricht nach der Sowjetunion Anfang der 90er derzeit das Imperium des Westens von der Spitze her zusammen. Das Bush-Regime und der „globale Krieg“ hat in den Bevölkerungen der beteiligten LĂ€nder keine Mehrheit mehr, das setzt die Kriegslobby und die entsprechenden TriebkrĂ€fte des Kapitals erheblichem Zugzwang aus.
Falls es nicht in diesem Sommer zu einem erfolgreichem Putsch gegen die Verfassung in Deutschland kommt – etwa durch einen false-flag-Terroranschlag – haben das Grundgesetz und die Deutschen mindestens 10 Jahre Ruhe vor dem nĂ€chsten ernsthaften Versuch.
Bis dahin wird sich die derzeit herrschende Weltwirtschaftsordnung umkrempeln, die Monopole ihre Stellung verlieren.
Eine weitere Variante um dies zu verhindern, wĂ€re fĂŒr die Kriegslobby allerdings der Eintritt der Republik in einen grösseren Krieg gegen Syrien und im Libanon, wie er sich zur Zeit anbahnt.
Die Einbindung DeutschlandÂŽs ist hierbei von entscheidender strategischer Bedeutung, deshalb muss die Weltpolitik muss immer in Zusammenhang mit innenpolitischen Versuchen gesehen werden, das Grundgesetz endlich loszuwerden und die Republik unter den FlĂŒgeln des stĂ€hlernen Bundesadlers wieder in Dunkelheit zu tauchen.
Nichtsdestotrotz sollten wir es, in diesem Falle, mit den Worten des spartanischen HeerfĂŒhrers Dienekes aus dem Jahre 480 v.Chr. halten (23), der damit der „lakonischen“ MentalitĂ€t ein auch fĂŒr Hollywood-Durchhaltefilme in Zeiten der Kriege des 21.Jahrhunderts verwertbares Zitat lieferte:
„Dann kĂ€mpfen wir eben im Schatten“.
weitere Artikel:
02.06.07
Online-Durchsuchung, SchÀuble: der Bluff des Faschisten
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=567
03.06.07
SchÀuble und Rostock: Der Bluff fliegt auf
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=569
04.06.07
SchÀuble,Hanning und die Rostock-Intrige
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=571
04.06.07
Rostock: Ungereimtheiten, 85 Verletzte und Gummigeschosse
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=572
05.06.07
Edathy, der StĂŒmper-Verschwörer und die GSG 9
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=573
Quellen:
(1)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=571
(2)
http://www.linkezeitung.de/cms/content/view/2796/58/
(3)
http://www.welt.de/politik/deutschland/article914970/Tumulte_bei_Demonstration_in_Rostock.html
(4)
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/909/116793/
(5)
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,486952,00.html
(6)
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3810861/
(7)
http://www.linkezeitung.de/cms/content/view/2798/58/
(8)
http://www.polizei.mvnet.de/index.php?option=content&task=view&id=3923&Itemid=265
(9)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6868922_,00.html
(10)
http://www.cdu-fraktion.berlin.de/aktuelles/presseerklaerungen/bundeswehr_im_innern_zur_gefahrenabwehr_einsetzen
(11)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=571
(12)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=572
(13)
https://ssl.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/985/116869/
(14)
http://www.netzeitung.de/deutschland/664091.html
(15)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6880532_,00.html
(16)
http://www.finanztreff.de/ftreff/news,id,27128366,sektion,ftd.html
(17)
http://spiegelkritik.de/2007/05/29/reizende-polizisten-verletzt/
(18)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25447/1.html
(19)
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=512&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=5
(20)
http://www.odenwald-bisz.de/archives/1314-Reaktion-von-ATTAC-auf-die-Krawalle-bei-der-G8-Demo-in-Rostock.html
(21)
http://www.welt.de/politik/deutschland/article914970/Tumulte_bei_Demonstration_in_Rostock.html
(22)
http://www.jungewelt.de/2007/06-04/037.php
(23)
http://en.wikipedia.org/wiki/Dienekes
(24)
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6880532_,00.html
