Furioser Sturz an Rohstoffbörse lehrt „mit Essen spielt man eben nicht …!“

Kapital, Ressourcen

Diese Binsenweisheit bekommt schon jedes kleine Kind von den Eltern zu hören, wenn ihm das Essen nicht schmeckt und es lustlos auf dem Teller herumstochert.

In diesem pädagogisch zur Platitüde abgeflachten Ausspruch liegt jedoch eine universelle Wahrheit, denn die Ernährung ist eine der Grundlagen aller Lebewesen.

Spekulationen mit Lebensmitteln, um sich mit den Erzeugnissen, die durch produktive Arbeit anderer Menschen hergestellt wurden, bequem zu bereichern, ist moralisch das Allerletzte.

So wurde im Spiegel am 6.Mai 2011 von einem dramatischen Einbruch der Öl-, Silber- und Lebensmittelpreise berichtet:

Der "schwarze Donnerstag" ist ein fester Begriff, seit an einem Donnerstag im Oktober 1929 der Crash der US-Finanzmärkte die große Weltwirtschaftskrise einläutete. Zumindest manchem Öl-Anleger dürfte auch der gestrige Donnerstag als schwarz in Erinnerung bleiben: Innerhalb eines einzigen Tages stürzten die Preise für europäisches Brent-Öl um bis zu zwölf Dollar ab, bei amerikanischem WTI-Öl betrug der Verlust zehn Dollar.

Die Preise für Edelmetalle, Kakao, Getreide und Zucker gaben zum Teil deutlich nach, besonders Silber, das seit Dienstag ein Viertel des Wertes verloren hat - der Preis für die Feinunze sank von 44 auf zeitweise nur noch 34 Dollar, so das Blatt.

In den letzten Wochen und Monaten wurden die Kaufempfehlungen in entsprechenden Portalen regelrecht hochgepeitscht, um Anleger mit dieser totsicheren Geldanlage zum Erwerb anzuregen.

In die Medien wurden zahlreiche Meldungen lanciert, dass durch Zunahme der Bevölkerung, Umweltkatastrophen und Klimaveränderungen die Preise für Lebensmittel noch weiter steigen werden. Die Schwellenländer wurden mit ihrem Rohstoffhunger verantwortlich gemacht, dass Erdöl und andere Bodenschätze knapp werden und die Weltmarktpreise klettern. Kriege und Krisen in einzelnen Staaten mutierten zu Gefahrenszenarien für die Preise an der Börse - dieser Horror verwandelte sich jetzt für einige in goldiges Honorar.

Pech gehabt, diesen selbsternannten Insiderwissen zu vertrauen und Kapital in diese Produkte anzulegen. Das ist wie einen Haifisch mit rosaroter Brille zu betrachten, der dadurch einer harmlosen Regenbogenforelle gleicht, die arglos im Bach herum springt und viele Eier legt.

Erklärungsversuche der Experten zu diesem Anlegerdesaster sind so zu bewerten wie ihre Anlageempfehlungen: aufgeplusterter Dreck, der im Winde verweht!

Reich werden immer nur die Hintermänner, die das Börsenspiel, Wetten auf Preise und Terminwarengeschäfte beherrschen, beeinflussen und am Leben erhalten.

Die Gier nach leicht verdientem Money hält Otto Normalverbraucher immer noch nicht ab, dieses System durch Mitmischen am Laufen zu halten, trotz vielfältiger negativer Erfahrungen der Vergangenheit.

Bei Geld hört bei vielen Zeitgenossen nicht nur die Freundschaft auf: auch der Verstand wird ausgeschaltet.

Vielleicht sollte so manch ein nimmersatter Unbelehrbarer es mit seiner eigenen Hände Arbeit versuchen, sich seinen Wohlstand auf ehrlichere Weise als mit Spekulationsgeschäften zu verdienen und damit diesen Spuk an der Börse das Wasser abgraben. Gewinner ist immer die Bank.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,761126,00.html

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