4,5 Millionen Liter: Ölkatastrophe bei Peace River in Nord-Alberta

Ölpest ist die grösste in Alberta seit 1975 - "dark day for the community", Lubicon-Cree-First Nation Führer

Im Norden des kanadischen Bundesstaates Alberta kam es sechzig Meilen nordöstlich der Stadt Peace River zu einer Umweltverschmutzung durch austretendes Rohöl aus einem Leck der Rainbow Pipeline.

Es ist die grösste Umweltverschmutzung durch Öl in der Region seit sechsunddreissig Jahren. Das Leck in der Rohrleitung soll nach Medienangaben ein Jahr nicht bemerkt worden sein. Ungefähr geschätzte 28000 Barrel sind seitdem in den Erdboden versickert. Der meiste Anteil sei gleich an Ort und Stelle ins Erdreich eingedrungen, jedoch wurden auch weiter entfernt liegende Feuchtgebiete kontaminiert, so die Angaben der Regulierungsbehörden.

Der Bruch - ein grosser Riss in der Ölleitung - wurde erst in der vergangenen Woche am 29.April 2011 von Mitarbeitern entdeckt. Die im Jahr 1965 gebaute Pipeline wurde geschlossen. (1),(2),(3)

Die Ursache der Beschädigung, die im Bereich eines Nadelwaldes liegt, wird untersucht. Die Erde um die Rohrleitung wurde ausgegraben. Der Betreiber, die Plains All American Pipeline LP, sagte, dass er erwarte, dass die Reparaturen Ende dieser Woche abgeschlossen werden. Es handele sich hier um "ein singuläres Versagen und ist kein systemisches Problem", hiess es. (4)

Das Resultat dieser enormen Umweltverseuchung zählt, nicht ob technisches, menschliches oder Versagen irgendeines "Systems" dazu führte.

Jedes einzelne stattgefundene Ereignis für sich ist nach der Logik stets singulär! Letztlich sind Profitgier und Sparmassnahmen der Firmen im Interesse ihres Gewinns das alles beherrschende System, das diesen Planeten mit der Summe aller vorhandenen "Singularitäten" wie einzelne radioaktive Partikel aus Fukushima, einzelne Körner von Round Up von Monsanto oder jeder Liter von Öl aus Deep Water Horizont in eine unbewohnbare giftige Wüstenei für Flora und Fauna verwandelt. Die Aufzählung der Umweltsünden ist fast unendlich.

Gerade die Ölsandindustrie in Alberta und die Pipelines in die USA sowie die Verbundnetze innerhalb der Vereinigten Staaten machten in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen durch Lecks und grosse Umweltverschmutzungen mit verheerenden Folgen.

Die Indianergemeinde in Little Buffalo, das dem Leck in dreissig Meilen Entfernung am nächsten liegt, gab am Mittwoch gemeinsam mit der Umweltorganisation Greenpeace ein Statement zu dem Vorfall. Einige Schulen in der Nähe waren geschlossen worden und Einwohner klagten über gesundheitliche Beschwerden wie brennende Augen, Übelkeit und Kopfschmerzen. In der Luft lag starker Propangas-Geruch.

"Es ist mehr als eine Ölpest", sagte Steve Noskey. “It's our community. Es ist unsere Gemeinschaft."

Davis Sheremata, Sprecher des Energy Resources Conservation Board (ERCB) liess mitteilen, das Luftmessungen ergeben haben, dass dieser Gasgeruch in der Umgebung des Lecks nichts mit dem ausgeflossenen Öl zu tun hätte.

Der Sprecher des Umweltministeriums, Trevor Gemel, der nicht dort wohnt und betroffen ist, behauptete ebenfalls, dass die Luft dort sauber wäre und nicht gefährlich für die Gesundheit: "There is no health risk." Es seien keine Verletzungen bei Menschen dokumentiert worden - allerdings sind sechs Biber und zehn Enten verendet oder mussten nach dem "Spill" eingeschläfert werden.

Karte der Region im Edmonton Journal

Die Rainbow Pipeline, die Plains All American gehört, und etwa 187000 Barrel Öl pro Tag im Jahr 2010 durchleitete, führt von Zama in Nordwest-Alberta rund 480 Meilen (770km) südlich nach Edmonton.

Es ist die zweite entdeckte Havarie an einer Erdölleitung innerhalb von wenigen Tagen in Alberta.

Fotos, die von ERCB von dem ausgegrabenen Stück der Rohrleitung angefertigt wurden, werden nicht veröffentlicht. Die Rainbow-Pipeline ist vierundvierzig Jahre alt, entsprechend ist ihr Beschichtungszustand und der Grad ihrer Korrosion im Boden. Nur einige Abschnitte wurden modernisiert.

Auf der Webseite des Unternehmens Plains All American Pipeline LP (PAA) wurden die Massnahmen der laufenden Reparatur erläutert und Karten sowie Fotos unter diesem Link veröffentlicht, die jedoch das marode Stück bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Nahaufnahme zeigen.

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Quellen:
(1) http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Gigantische-lverschmutzung-in-Kanada-/story/25350437
(2) http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-13284849
(3) http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704322804576303440805617516.html
(4) http://www.edmontonjournal.com/news/Pipeline+leak+dark+community+First+Nation+leader/4726152/story.html

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