US-Soldaten enterten deutsches Containerschiff und finden illegale Munition

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Foto: Sparklemotion/Wikipedia

Verwicklungen einer deutschen Reederei und Charterverträge mit dem Iran

Die maltesische Regierung teilte am Donnerstag mit, dass sie die Teile der Ladung des deutschen Containerschiffes "MV Hansa India" beschlagtnahmt hat, das unter deutscher Flagge fährt.

Das Schiff gehört der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg und führt Charteraufträge der Staatsreederei Islamic Republic of Iran Shipping Lines aus, die den Frachter gemietet hat.

Die konfiszierte Ladung besteht aus acht Containern, sechs davon enthielten leere Patronenhülsen für militärische Zwecke.

Die beiden anderen enthielten controlled Hardware-Material (Metall-Discs) die für die Herstellung von Patronen für Munition verwendet werden.

Es wird davon ausgegangen, dass der Iran Ziel der Reiseroute des Schiffes war, aber man weiss noch nicht, ob diese Lieferung aus dem Iran kam oder in das Land verschifft werden sollte.

Die maltesische Regierung teilte mit, dass die Ladung nach den Bestimmungen der Vereinten Nationen und der EU-Verordnungen beschlagnahmt wurden, die derartige Ware verboten haben. Weiterhin hiess es, dass die Regierung darauf achtet, dass alle erforderlichen Massnahmen nach maltesischem und dem Völkerrecht getroffen werden.

Das Material in den Containern wurde mit hochentwickelter Scan-Ausrüstung identifiziert, die die US-Regierung dem Malta Freeport gespendet hatte.

Seit 2004 ist der Malta Freeport als zentraler Hafen im Mittelmeer für die Iran Shipping Lines (IRISL) der Islamischen Republik Verladestation für Umlagerungen, die mit mehr als zehn Prozent des Umsatzes für den Hafen ausmachen.

Quellen sagten aus, dass die Ladung an einen unbekannten Ort gebracht wurde. Weitere polizeiliche Ermittlungen werden durch die Wirtschaftsverbrechenbeörde geführt und sind im Gange, hiess es. (1)

Zuvor hatten vor einigen Tagen im Golf von Suez zwei US-Kriegsschiffe das 243 Meter lange Containerschiff "Hansa India" zum Stoppen aufgefordert. Soldaten hätte daraufhin das Schiff gestürmt.

Die US-Regierung begründete diesen Einsatz auf hoher See mit der UNO-Resolution 1747, die jegliche Lieferung von Waffen oder "zugehörigem Material" in oder aus dem Iran untersagt. Noch sind die Ermittlungen über das Woher, von Wem und das Ziel der Ladung nicht abgeschlossen, aber die deutsche Presse spekuliert schon mal im Voraus, dass sie für Syrien bestimmt gewesen sein könnte. (2)

Hinweise hatte die US-Regierung von Nachrichtendiensten erhalten. (3)

Wie es von Diplomaten heisst, ist die Entdeckung militärischer Ware auf dem Schiff für Deutschland eine "peinliche Angelegenheit" und sorgte für Verstimmungen zwischen den USA, Deutschland und dem Iran.

Mehrere Ministerien seien jetzt beschäftigt.

Nach Bekanntwerden der Untersuchung und Entdeckung durch die US-Armee sorgte Deutschland durch Intervention dafür, dass das Schiff nach Malta weiterfahren durfte.

Am 17. Oktober wird die "Hansa India" wieder in Deutschland in Hamburg eintreffen.

Quellen:
(1) http://www.independent.com.mt/news.asp?newsitemid=95422
(2) http://www.sueddeutsche.de/panorama/173/490548/text/
(3) http://www.mmnews.de/index.php/200910103950/Dies-Das/Iran-Waffen-auf-deutschem-Schiff.html

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