China gegen kontraproduktive Iran-Sanktionen

Die chinesische Regierung setzt auf Diplomatie im Streit um das iranische Atomprogramm und ElBaradei's Vergleich der Situation mit den Gründen zum Irak-Krieg

Die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums Jiang Yu sagte gestern, die Einführung neuer Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms wäre kontraproduktiv.

"Wir glauben, dass unter den gegenwärtigen Umständen Schritte zu weiteren diplomatischen Bemühungen eingeleitet und die Wiederaufnahme der Gespräche mit dem Iran zu einem frühen Zeitpunkt realisiert werden sollten."

China ist der Ansicht, dass neue Sanktionen nicht hilfreich sind, die Wiederaufnahme der Gespräche über das Atomprogramm mit dem Iran durch diese Massnahmen erzwingen zu können. (1)

Heute wird in der seit Montag in Wien tagenden Sitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein neues Paket mit Vorschlägen zur gegenseitigen Zusammenarbeit in den offenstehenden Fragen zum Atomprogramm vorgestellt werden, sagte der iranische Aussenminister Manuschehr Mottaki. (2)

IAEA-Generaldirektor Mohammed ElBaradei nannte zu dem Drängen der USA, Israel und der Europäischen Union nach härteren Massnahmen gegen den Iran das Beispiel Irak und scheint mit diesem Vergleich sehr deutlich vor der Wiederholung eines ähnlichen Invasionskrieges warnen zu wollen (3)

"Die Amerikaner steckten 3 Billionen Dollar in die Invasion, nur um zur selben Erkenntnis zu kommen, die die IAEA vor dem Krieg nur 5 Millionen Dollar kostete: dass es keine nukleare Bedrohung gab. 3 Billionen Dollar! Und uns sagen sie seit zwei Jahrzehnten, dass sie unser Budget nicht erhöhen können."

Artikel zum Thema:

07.09.2009 Die Iran Situation: ElBaradei fassungslos über Vorwürfe zum IAEO-Bericht

Quellen:
(1) http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=105658§ionid=351020101
(2) http://www.rp-online.de/public/kompakt/politik/755451/Iran-will-neue-Vorschlaege-unterbreiten.html
(3) http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Baradei-haelt-Angst-vor-Iran-fuer-uebertrieben/story/17545859