Flottenmanöver vor Iran und Nordkorea: USA vor dem Abgrund der Geschichte

Die NATO schickte heute ihren deutschen Verteidigungsminister nach Russland, um nach dem von Georgien mit Unterstützung der USA, Israel, Deutschlands und der EU gegen Russland verlorenen Kaukasuskrieg im August letzten Jahres über die "Normalisierung" der neuen "gemeinsamen Beziehungen" zu reden.

Ebenfalls Thema dürfte das übermorgen beginnende Flottenmanöver "Peace-09" in der Nähe der iranischen Küste sowie das US-Seemanöver vor Nordkorea nächste Woche sein.

In einer dünnen Meldung der Nachrichtenagentur AFP hiess es, Franz Jung wolle mit seinem russischen Gegenüber Anatoli Serdjukow

"über den Georgien-Konflikt und über den Anti-Piraten-Einsatz vor Somalia beraten".

"Vor Somalia" wird als Konzernmedienneusprechdeutsch von der deutschen Öffentlichkeit seit Monaten unwidersprochen als allgemeine Standortbeschreibung zwischen dem Roten Meer und Indien akzeptiert. Im Allgemeinen umschreibt es grob das Arabische Meer, kann aber schon mal Kuwait heissen.


FLOTTENMANÖVER "PEACE-09" BEI IRAN

Bereits am 20.Februar berichtete Radio Utopie im Zuge eines Besuches von US-Aussenministerin Hillary Clinton in China über ein geplantes chinesisch-pakistanisches Flottenmanöver vor der Küste der zentralasiatischen Atommacht im Arabischen Meer, welches am 5.März beginnen soll.

An diesem von Pakistan initierten "multinationalem" Flottenmanöver "Peace-09" wird auch der chinesische Zerstörer Guangzhou 168 teilnehmen, dessen Task Force heute im Arabischen Meer schon einmal "Helikoptereinsätze" trainierte. Insgesamt werden Flottenverbände aus 11 Ländern teilnehmen, im Jahre 2007 waren dies u.a. die USA, das britische Königreich, Frankreich, Türkei, Italien, Malaysia und Bangladesh. Anzunehmen, dass die deutschen Flottenverbände "vor Somalia" es sich nicht nehmen lassen den kleinen Ausflug vor die pakistanische Küste mitzumachen, wo man schon Mitglied der westlichen Wertegemeinschaft ist.

Das Manöver startet im pakistanischen Hafen Karachi, gut 530 Kilometer Luftlinie von der Küste Irans entfernt.  Auf dem Programm - natürlich - "Anti-Piraterie-Operationen".

In dem gemeinsamen Manöver sollen auch die "Kommunikations-Kapazitäten" der chinesischen Flotte gestärkt werden. Das passt insofern ziemlich gut, als dass bereits im Vorfeld des Clinton-Besuchs die Militärs der Vereinigten Staaten von Amerika und China gemeinsame Gespräche über "die Ausdehnung bilateraler militärischer Kooperation und gemeinsame Implementierung von Massnahmen" vereinbart hatten "um Sicherheitsangelegenheiten rund um die Welt zu begegnen". Diese Gespräche fanden vom 27. bis zum 28.Februar statt.

Die Gespräche der US-Delegation hatte der assistierende US-Verteidigungsminister für Ost-Asien, David Sedney geführt. Nachher zeigte sich dieser ganz begeistert. Natürlich von Chinas Rolle bei der Bekämpfung von "Piraten vor Somalia". Sydney:

"Die Arbeit die sie tun ist hochprofessionell, sie ist hocheffektiv und sie ist sehr gut koordiniert mit den Vereinigten Staaten und den anderen Flotten die dort arbeiten,"

China hat im Zuge dieser willenlos durch die Deutschen geschluckten "Piraten"-Schwachsinnsorgie zwei Zerstörer und ein Versorgungsschiff "vor Somalia" entsandt. In der Region haben sich über Monate Flottenverbände sämtlicher Grossmächte und Vorgartenzwerge der NATO angesammelt und sich eine Blödel-Farce nach der anderen geleistet, ohne dass im deutschen Witz von Parlament ein einziger Hammel eine einzige intelligente Frage losgeworden wäre, z.B. die warum man gegen "Piraten vor Somalia"  U-Boot-Jäger braucht, jedenfalls die Russen.

Der assistierende US-Verteidigungsminister David Sedney hatte sich laut Medienberichten 13 Stunden mit einer Delegation unter Leitung des aussenpolitischen Beauftragten des chinesischen Verteidigungsministers, Maj. Gen. Qian Lihua beraten. Einen Tag zuvor traf Sedney den Vizechef der mächtigen Landstreitkräfte ("Volksbefreiungsarmee"), Lt. Gen. Ma Xiaotian.
Es sei bei den Gesprächen sowohl um die "Sicherheit auf den Meeren, als auch die internationale und regionale Sicherheit" gegangen, hiess es. Unter anderem um einen "nichtmilitärischen Beitrag" Chinas zum Besatzungskrieg der NATO in Afghanistan.

Nach diesem chinesisch-amerikanischem Treffen war der Pentagon-Chef für Ost-Asien am 27.Februar weiter nach Südkorea geflogen.

Dort finden in den Gewässern nahe Nordkoreas vom 7. bis zum 20. März Seemanöver der USA und Südkoreas statt. Nordkorea warnte bereits vor einem Krieg und kündigte an Provokationen der alten Kriegsgegner "entschieden zu zerschmettern".

Diese Sprache, wie dieser Konflikt, bedarf der Erläuterung.

HISTORISCHE ABGRÜNDE

Im Koreakrieg von den USA geführter UNO-Truppen auf Seiten Südkoreas und chinesischer Truppen auf Seiten Nordkoras wurden zwischen 1950 und 1953 drei Millionen Koreaner getötet. Nur 5 Jahre zuvor hatten sich die Siegermächte des 2.Weltkriegs Sowjetunion und USA noch die Halbinsel Korea am 38.Breitengrad aufgeteilt.

Dazu muss man wissen, dass die sowjetischen Truppen ohne Mühe die gesamte Halbinsel hätten besetzen können. Sie stoppten ihren Einmarsch jedoch, wie mit den USA vereinbart, an der späteren Demarkationslinie.

Nach der Landung von US-Truppen im September 1945 machte der neue Militärmachthaber US-General John Hodge zuerst einmal sämtliche Kollaborateure der verhassten Besatzungsmacht Japan zu den neuen Kollaborateuren der verhassten Besatzungsmacht USA.

Im Kaiserreich Tokios hatten Koreaner als "Untermenschen" gegolten un
d waren zu Hunderttausenden zu Zwangsarbeit, Zwangsrekrutierung und Zwangsprostitution gezwungen worden. Nun war der gesamte "Sicherheitsapparat", wie es auch heute noch so schön heisst, unmittelbar nach der Landung der US-Truppen sofort wieder mit den gleichen Personen besetzt welche bereits vorher das Land brutal unterdrückt hatten.

Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel dazu ist stellenweise mehr als skurril. Dennoch kann man mühsam herauslesen, dass 1945 die Rote Armee der Sojetunion nach ihrem Sturmlauf durch die chinesische Mandschurei den Süden Koreas eben nicht besetzte ("aus Treibstoffmangel"), die vom CIA-Vorläufer OSS aufgebaute Guerilla ("Es bleibt nur noch die Möglichkeit zu Attentaten aus dem Untergrund") der 1919 in Shanghai gegründeten koreanischen Exilregierung ("Übergangsregierung", "provisorische Regierung") irgendwo in China festsass und die japanische Besatzungsmacht am 8. August 1945 die Segel strich.

Das heisst, in einem magischen Moment war der Süden Koreas frei von Besatzung und Fremdherrschaft - für einen Monat. Dann rückten im September 1945 die USA ein, verboten sämtliche koreanischen Vereine, Parteien und Organisationen die sich vorher von selbst demokratisch gebildet hatten und errichteten ein neues, blutiges Kolonialregime unter ihrer Militärdiktatur.

Es kam, wie nicht anders zu erwarten, zu Streiks und Aufständen gegen diese Kontinuität der Unterdrückung. Die Schuld dafür wurden "dem Kommunismus" gegeben, beziehungsweise schlicht allen welche diesem nach Gutdünken verdächtigt wurden.

KRIEGSBEGINN 1950

Als offizieller Beginn des Koreakrieges gilt in der westlichen Geschichtsschreibung der Einmarsch nordkoreanischer Streitkräfte in den Süden am 25.Juni 1950. 

Im Zuge des Internets wieder aufgetauchte alte Schriftstücke wie die von Alan Milchman aus den 60er Jahren sprechen eine andere Sprache. Danach war der Koreakrieg im Zusammenhang mit der Entstehung des Kalten Krieges seit Ende des 1.Weltkrieges und der damals gescheiterten westlichen Invasion der Sowjetunion zu sehen, sowie in einer aggressiven Aussenpolitik des damaligen US-Präsidenten Harry S.Truman. Dieser hatte nur 5 Jahre zuvor zweimal Atomwaffen gegen das bereits geschlagene japanische Kaiserreich eingesetzt und Hunderttausende Zivilisten in Hiroshima und Nagasaki in Sekundenschnelle zu Asche verbrennen lassen.
 
Erste Berichte sprachen laut der Dokumentation von Milchman, gegenteilig zu der heute überall zu lesenden Meinung, von einem Angriff südkoreanischer Truppen, nachdem das US-Militär in ihrer unruhigen eroberten südkoreanischen Besatzungszone die alte Übergangsregierung abgesetzt und den antikommunistisch-nationalistischen Diktator Syngman Rhee etabliert hatte.

Rhee hatte der koreanischen Exilregierung bereits sechs Jahre bis 1925 als "Präsident" vorgesessen, bis er wegen Machtmissbrauchs seines Amtes enthoben worden war. 1945 erreichte Rhee mit Hilfe der USA noch vor den anderen Mitgliedern der irgendwo im Amt befindlichen "Übergangsregierung" wieder das nun von US-Truppen besetzte Südkorea und bekam nach einem Wahlboykott der linksgerichteten Parteien am 15.August 1948 die Macht vom  US-Militär als Präsident Südkoreas übertragen.

Sofort begannen er und sein damals immerhin 30 Jahre alter "Innenminister" Kim Chang-ryong (einem ehemaligen Kollaborateur der japanischen Besatzung) mit den üblichen Verdächtigungen, Verhaftungen und Massakern von Verdächtigen, die der Agentenschaft Nordkoreas oder des Kommunismus eben irgendwie verdächtig waren. All dies geschah unter den friendly eyes der befreundeten US-Besatzungstruppen, die sich jetzt anders nannten.

Bereits vorher hatten sich im April 1948 die Bewohner der südkoreanischen Insel Jeju gegen die US-Militärregierung und die Teilungspolitik des gesamten Landes erhoben. Erst im August 1949 gelang es dem neuen südkoreanischen Diktator Syngman Rhee unter Massenhinrichtungen und Kriegsverbrechen gegen die eigene Bevölkerung die Insel  wieder vollständig zu erobern. Zehntausende Verdächtiger, die sich erwiesenermassen des Verdachts von Geheimpolizei, Militär und allerlei wichtiger "Behörden" schuldig gemacht hatten, wurden zuerst inhaftiert und dann nach Ausbruch des Koreakrieges unter Aufsicht der US-Truppen abgeschlachtet. Man geht heute von ca.30.000 Mordopfern aus, allein auf dieser winzigen Insel. 100.000 Lagerinsassen Südkoreas wurden durch Regierungssoldaten, Polizisten und "antikommunistische Gruppen" im "Bodo League"-Massaker ermordet.

Im deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag fehlen diese Fakten.

DIE DULLES-BRÜDER

Am 20.Juni 1950, nur 5 Tage vor dem Einmarsch nordkoreanischer Truppen, stand John Foster Dulles an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea. Sein Foto, umgeben von südkoreanischen und US-Militärs, erschien im "Herald Tribune" und musste - zusammen mit der massiven Truppenverlagerung der USA von Japan nach Südkorea - den Eindruck eines bevorstehenden Militärschlages gegen den Norden hervorrufen.

Warum?

Zuerst einmal waren die Dulles-Brüder die eigentlichen Machthaber in den USA vor John F.Kennedy (und Allen Dulles dann wieder ab da.) Der Bruder von John Foster Dulles, Allen Dulles, war seinerzeit ein überall beliebtes Vorbild für den gesamten Goldenen Westen. Noch heute erzählt man sich seine Geschichte nicht. Man weiss sie nicht, oder man hält die Schnauze.

Schon während der Nazi-Zeit als US-Agent in der Schweiz wie viele US-Generäle damals eher der Meinung, man solle doch lieber Krieg mit der Sowjetunion als mit dem faschistischen Deutschland führen, arbeitete er damals für den OSS ("Office of Strategic Services"). Aus diesem entstand nach 1945 der immer mächtiger werdende US-Auslandsgeheimdienst CIA, dessen Chef er von 1953 bis 1961 wurde.

Wie weit sich der mahnende Mittelfinger der Firma heute noch in die entsprechenden Angestellten auch dieser Vorgartenzwergrepublik bohrt, kann man auch im entsprechenden deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag nachlesen.

"Nach dem für die USA überraschenden Beginn des Koreakriegs, wo die CIA vor Ort keinen einzigen Agenten hatte, holte CIA-Chef Walter Bedell Smith den erfahrenen Geheimdienstmann 1950 als Berater"

So überraschend kann es für die CIA nicht ganz gewesen sein. Schliesslich sass ihr CIA-Agent Syngman Rhee dort auf dem Thron und John Foster Dulles fünf Tage vor Kriegsausbruch dort an der Grenze rum.

Später, 1953, machte General Eisenhower - inzwischen zum Präsidenten befördert - John Foster Dulles zu dem Mann, der er bereits vorher gewesen w
ar: "Oberster Minister der Regierung" und mächtigster dazu.

1953 stürzten die Dulles-Brüder, im Zusammenspiel mit Grossbritannien, die Demokratie im Iran. In der Operation Ajax wurde der als Nationalheld gefeierte, demokratisch gewählte Premierminister Dr. Mohammad Mossadegh ermordet und das Militärregime von Schah Mohammad Reza Pahlavi installiert. Dadurch wurde die von Mossadegh geplante Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie verhindert, die British Petroleum das Monopol verwehrt hätte.

Die ruhmreiche Schlacht gegen den Kommunismus - mit ein paar Millionen Menschen Kollateralschäden hi und da - endete für den "grössten Aussenminister aller Zeit" John Foster Dulles erst mit dessen Tod im Jahre 1959 und den grössten Bruder aller Zeiten, Allen Dulles, schlagartig mit der Wahl John F.Kennedys zum Präsidenten der USA.
Denn der schmiss ihn raus.

Nachher durfte dann Allen Dulles in der Warren-Kommission tränenüberströmt nach den Mör.. nach dem Grund für den kommunistischen Einzeltäter suchen und wie der er schaffte mit drei Kugeln (von denen eine um die Ecke flog und nach 6 Fleisch- und Knochenwunden unversehrt auf einer Krankentrage endtdeckt wurde) den Präsidenten der USA zu ermorden.

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Laut einer Einschätzung hoher Staatsbeamter aus Russland benutzen die USA das besetzte Afghanistan keineswegs um dort seit 7 Jahren irgendeinen immer wieder magisch mit Waffen, Munition und neuen "Selbstmördern" selbstversorgten Aufstand irgendwelcher "Taliban" niederzuschlagen. Vielmehr verfolgt die jetzt verkündete Truppenverstärkung um 17.000 Soldaten geostrategische Ziele, wie sie es in der Geschichte leider immer getan haben, wenn man die Geschichte überhaupt kennt heutzutage.

Ziel der USA ist es nach russischer Einschätzung schlicht Zentralasien unter Kontrolle zu bringen.

Afghanistan sei für die USA als „konserviertes Ressourcendepot“ interessant, aber auch als "günstiges militärstrategisches Aufmarschgebiet, von dem aus die Lage in Pakistan, Indien und China beeinflusst werden kann", so der russische Militärexperte Leonid Iwaschow Mitte Februar. Zu diesem Zweck versucht man nun China und Russland gegeneinander auszuspielen.

"Der Bau einer neuen Weltordnung kann nicht ohne oder gar gegen solche Mächte stattfinden",

flötete SPD-Witzkanzlerkandidat Frank Steinmeier schon im August letzten Jahres. Der deutsche Innenminister Schäuble setzte noch einen drauf:

"Die Chinesen scheinen einzusehen, dass Freiheit und Menschenrechte die beste Basis für eine gute Zukunft sind..Wir sollten Respekt vor der Entwicklung Chinas haben und vor der Größe der Probleme, die die chinesische Führung meistern muss"

Die deutsche Öffentlichkeit hielt sich, angesichts dieses an Absurdität und Zynismus nicht mehr überbietbaren Schwenks, wie immer an die preussischen Werte: Schnauze halten, weitermachen.

CHINAS ROLLE ALS HANDELSZONE IST ESSENTIELL FÜR DIE USA

Der nach dem gescheiterten Destabilisierungsversuch während der Tibet-Aufstände aus Washington verordnete Strategiewechsel hat simple wirtschaftliche Hintergründe: China, das eine gewohnt vorsichtige Politik fährt um in Ruhe die sein wirtschaftliches und wissenschaftliches Imperium aufzubauen, kann die USA jederzeit finanziell vernichten.

Stattdessen bietet China der USA die so dringend benötigte Hilfe in der Weltwirtschaftskrise, in dem es weiter wertlose US-Staatsanleihen kauft und die eigene Währung künstlich niedrig hält. So bleiben die eigenen Produkte in den USA billig, die dann von der US-Bevölkerung mit dem immer noch heillos überwerteten Dollar gekauft werden.

Der Tausch ist ebenso simpel wie für die meisten Menschen scheinbar immer noch unverstehbar: blöde Papierschnipsel mit Staatsstempel "USA" drauf ( für welche die Bevölkerung in den USA brav arbeiten geht) gegen real existierende Waren welche die Bevölkerung in China brav erarbeitet.

Dann brauchen beide Eliten beider Länder einfach nur die Hand aufzuhalten und dummes Zeug zu erzählen. Das kann immer so weiter gehn, solange eben die weltweiten Gelderfinder der Banken nicht immer mehr Geld (also Schuldverschreibungen/Schulden) erfinden, ohne dass dies durch irgendeine real existierende Ware gedeckt ist.

In China ist die eigene Währung aufgrund dieses skurrilen Tauschhandels brutal unterbewertet - noch. Unauffällig hat China in letzter Zeit allein in Großbritannien Minderheitsanteile an mehr als der Hälfte der Gesellschaften aufgekauft, welche im FTSE-100 Börsenindex gelistet sind, darunter Aviva, British Energy, Cadbury, the London Stock Exchange, HSBC, Marks & Spencer und Tesco zu nennen.

Der Gesamtwert der chinesischen Käufe beträgt zwar kaum neun Milliarden Pfund Sterling, die Anteile an den Gesellschaften übersteigen nicht 0,75 bis 1 Prozent. Doch bietet diese Anteilseignerschaft die Möglichkeit Einsicht in Firmenunterlagen zu bekommen, selber der Transparenzpflicht zu entgehen und bei Bedarf schlagartig zu expandieren.

D.h.: China stellt sich gerade unauffällig strategisch auf, um einen Grossteil der Realwirtschaft weltweit unter Kontrolle zu bringen. Das kann der US-Regierung nicht verborgen geblieben sein.

Dazu passt, dass just gestern US-Aussenministerin Hillary Clinton China aufforderte weiter wertlose Staatsanleihen der USA zu kaufen, da sonst das Risiko bestünde dass beide Länder im Sog der Krise untergingen. Eine Angst, die aus amerikanischer Sicht nur zu begründet ist, wenn auch nicht aus chinesischer.

Die Gold- und Währungsreserven Chinas betragen 1.9 Billionen Dollar und wachsen mit jedem Monat um ungeheure 85 Milliarden Dollar. Gegen China werden die USA sowohl politisch, finanziell als auch militärisch nichts mehr unternehmen können. Es ist jetzt nur noch die Frage, ob sich China von Russland abtrennen und für die eigenen Zwecke einspannen lässt.

Das wäre, aus meiner Sicht, ein schwerer strategischer Fehler Pekings. Der sogenannte "Westen" hat noch nie Gutes im Schilde geführt mit China, dessen Unterschiede zur "westlichen" Zivilisation griechisch-römischer Herkunft fundamental sind. Neben den erkennbaren biologischen Merkmalen sind es drei essentielle Elemente welche unsere Welt von der Chinas unterscheiden und zudem einer simplen Übertragung der Machtverhältnisse westlicher Eliten auf China im Wege stehn:

1.Zeitrechnung
2.Alphabet
3.Religion

KRIEG ODER FRIEDEN

Die jetzige Konfrontationspolitik der neuen Obama-Regierung gegenüber Iran und Nordkorea versucht eine "Doppelstrategie" die scheitern muss. Einerseits macht man - im eigenen, vom 7-jährigen Krieg geprägten Land umstrittene - Versuche der diplomatischen Annäherung. Andererseits versucht mit der gleichen Kriegspropaganda wie sie schon Dutzende Male an
gewandt worden ist, den militärisch hoffnungslos unterlegenen Gegner zum Weltfeind hochzustilisieren und einer total verblödeten Bevölkerung zuhause wieder die gleiche Nummer anzudrehen mit der man bereits eine Million Menschen im Irak ermordet hat.

Dazu passt auch, dass laut der immer unglaubwürdiger werdenden "New Yor Times" US-Präsident Obama Moskau (angeblich schon vor drei Wochen) ein Angebot gemacht hat, was man sehr gut abschlagen kann: Die Vereinigten Staaten würden auf ihre Raketenschild-Pläne in Europa verzichten, wenn Russland sie bei der Lösung des iranischen Atomproblems unterstützt. Dabei haben die USA bereits auf das Raketensystem verzichtet. Eine weitere, bodenlose Farce der niedergehenden US-Konzernpresse. Der russische Präsident Medwedew lehnte das virtuelle Angebot denn auch dankend ab.

Doch so sehr man bei denselben, üblichen, bezahlten Berufs-Claqueuren und "Parteien" in den Einflussgebieten damit landen mag - diesmal wird das zu wenig sein. Weder finanziell, politisch, moralisch, gesellschaftlich oder militärisch ist die USA in der Lage sich einen weiteren Krieg zu leisten. Auch nicht unter Zuhilfenahme des neu angefachten Militarismus in Deutschland, zentrales Ziel der kontrollierten Eliten sowie der Bundesregierung in den letzten Jahren.

Auch ein sich den USA annäherndes China wird keinen neuen Krieg gegen Nordkorea mitmachen. Eher ist beim kommenden G20-Gipfel am 2.April in Lodon mit einer engen Zusammenarbeit der Grossmächte USA und China zu rechnen, welche sich auf eine kommende Weltwährung der IWF-"Sonderzíehungsrechte" und die entsprechende Implementierung eines Weltstaates einigen werden.

Die jetzigen Flottenaufmärsche vor Iran und Nordkorea haben logisch betrachtet nur den einzigen Zweck die dortigen Regime unter diese neue Welthegemonie zu zwingen und (wertfrei formuliert) eine eigenständige, ganz normale Macht- und Finanzpolitik zu unterlassen.
Dazu zählt auch und vor allem der Verzicht auf Weltraumfahrt sowie die Entwicklung eigener Satellitensysteme, deren Bedeutung allgemein katastrophal unterschätzt wird.

Der Einsatz von Atomwaffen oder entsprechend anderer Massenvernichtungswaffen im Mittleren Osten, wie er immer wieder von religiösen Fanatikern und politisch untauglichen Militärs gefordert wird, kann nur auf eine völlige Zerstörung der Weltpolitik sowie der Weltwirtschaft hinaus laufen. Die Welt hat aber gerade ganz andere Probleme als irgendwelche erfundenen Feindbilder und Wahnvorstellungen.

Es gibt keinen zivil-militärischen Ansatz. Es gibt keine Doppelstrategie. Es gibt nur Krieg oder Frieden.

Und nicht nur die USA müssen sich jetzt entscheiden welches von beiden sie gewinnen und was sie dafür verlieren wollen.

(...)

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