Pressemeldung zum Bundesweiten Schülerstreik am 12. November 2008

(Schüleraction) Schüler in über 45 Städten rufen am Mittwoch, dem 12. November 2008 zum bundesweiten Schulstreik auf. Sie erwarten eine Beteiligung von Schülern von weit mehr als 100.000 Menschen.

Unter dem Motto „Für freie und bessere Bildung - Bildungsblockaden einreißen“ rufen die Schüler zu landesweiten Demonstrationszügen und Protestkundgebungen auf.

Nach dem im Vorfeld des Bildungsgipfels die Landesschülersprecher nach eigenen Angaben der Veranstalter ausgeladen wurden, möchten die Schüler nun ihrer demokratischen Stimme auf diesem Wege Gewicht verleihen. Die Schüler sehen sich selbst in einer Position, in der sie besser als mancher Politiker mitteilen können, was am Schulsystem nicht funktioniert und welche Lösungsansätze man verfolgen sollte. Die Liste der Forderungen ist so lang wie die eigene politische Breite.

Sie erstreckt sich von der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, welches zu früh (4. Jahrgang) eine kleine Elite auswählt und den meisten Schülern in einem Akt bürokratischer Willkür einen unpassenden Schulweg vorgibt.

Stephan aus Jena erinnert sich: „In der 4. Klasse wurde ich für Realschule eingestuft und meine Zwillingsschwester für ein Gymnasium. Wir sind dann beide an eine Gesamtschule gekommen in welcher ich mit einem Abitur abschloss und meine Schwester mit einem Realschulabschluss. Wären wir den vorgeschlagenen Weg gegangen, hätte ich jetzt einen Realschulabschluss und meine Schwester hätte durch den Druck eventuell die Schule abbrechen müssen. Dies zeigt, wie willkürlich das aktuelle System ist.“

Dies ist nur eines von tausenden Beispielen, welche jedes Jahr in Deutschland auftauchen. Dies sind keine Probleme wie ein unangenehmer bürokratischer Akt, sondern Probleme, die ganze Lebensläufe zerstören können,

enthält aber auch ganz profane Forderungen wie ein kostenloses und gutes Mittagessen, welches den Schülern vor Ort zu Verfügung steht.

Die Organisatoren setzen sich für eine Bildung ein, welche wirklich und nicht nur auf dem Papier kostenlos ist.

Versteckte Schulgebühren wie Kopiergeld, Lehrmittel oder andere extra Zuschüsse lehnen sie kategorisch ab. Wie aktuelle Studien zeigen, sortiert nahezu kein anderes OECD-Land so streng soziale Schichten im Bildungssystem aus wie Deutschland.

Die Schüler hoffen auf friedliche Proteste in ganz Deutschland und auf einen schon lange notwendigen Ruck im Bildungssektor, sie fordern eine ernsthafte Politik und keine leeren Versprechungen wie auf dem Bildungsgipfel in Dresden.


Entgegen anders lautender Meldungen wie zum Beispiel des Berliner Abendblattes sind wir keine Gruppe linksgerichteter Studentenorganisationen, welche unter dem Banner der Linkspartei kämpfen, sondern eine nicht parteiische Gruppe von Schülern.


Wir laden ausdrücklich Sprecher aller Parteien ein, uns ihre Vorstellungen einer Bildungsreform zu präsentieren.