Joschkas grundlegende Erkenntnisse

"Die westliche Konsumgesellschaft mit ihrem egalitären Verteilungsanspruch namens Sozialstaat war daher bei Lichte besehen ein elitäres Minderheitenmodell." schreibt Joschka Fischer in der Zeit und schlägt damit allen arbeitenden Menschen beidseitig ins Gesicht. Natürlich kann sich der ehemalige Taxifahrer und Versuchsrevoluzzer das heute leisten. Sitzt er mit seinem fetten Allerwertesten doch schon lange am Tisch der Reichen.

Dabei zeigt sich wieder einmal wie verkommen Joschka Fischer wirklich ist. Als er noch hungrig und meist zu faul zum arbeiten in Frankfurt hockte, rief er ständig nach Egalität. Heute wo schon lange niemand mehr nach Egalität ruft, wo es schon lange nicht mehr um vollständige Teilhabe geht, sondern vielfach nur noch um das pure Überleben, mit möglichst wenig Hunger und Mangel, da stellt sich dieser Kerl hin und gönnt den Menschen nicht einmal das nackte Überleben. Gerade bei Joschka Fischer gilt die alte Regel:

Der schlimmste Sklavenschinder ist ein freigelassener und an die Macht gekommener Sklave

So bitte nicht. Die Menschen haben verstanden, das Joschka Fischer, nachdem er für sich selbst die Vollversorgung geschafft hat und er die Deutschen, im Namen seiner neoliberalen Auftraggeber, nicht nur mit Hartz IV beglückt hat, sondern auch noch wie selbstverständlich in die Kriege dieser Welt getrieben hat, nun erwartet, dass die Menschen in Deutschland den Kopf ganz in den Staub senken, damit er und die anderen Herrenmenschen ihre Schuhe nicht mit dem Dreck der Straße beschmutzen müssen.

Dem wird nicht so werden. Fischer war lange genug Außenminister dieser Republik und hat nichts, aber auch gar nichts, für eine Kursänderung getan. Er hat nicht dafür gesorgt, das sich der Zustand dieser Welt, den er jetzt lauthals beklagt, auch nur im mindesten verändert wurde.

Die westlichen Industriegesellschaften hatten lange Zeit erfolgreich ignoriert, dass sie lediglich eine Minderheit von etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung darstellten, zugleich aber global 80 Prozent an verfügbarer Energie, Rohstoffen und Wohlstand für sich beanspruchten. Zugleich produzierten sie 80 Prozent der schädlichen Umweltbelastungen.

Ach wirklich. Nein wie furchtbar. Warum verdammt noch mal hat Joschka Fischer mit seinen Grünen denn nichts daran geändert. Weil er zu faul war oder war er zu dämlich? Vermutlich war es eine Mischung aus beidem. Vor allem aber war es die Lust an der Macht. Es war doch viel leichter für den Grünen Fischer deutsche Kinder, für amerikanische Interessen in Afghanistan verbluten zu lassen, als das Ruder herum zu reißen und Bush Grenzen aufzuzeigen.

Joschka Fischer wollte einen Sitz im Sicherheitsrat, wollte bedeutend sein, aber die einzige Tat Joschka Fischers an die, die Welt sich erinnern wird, ist, dass er einen Polizisten verprügelt hat. Das ist das einzige was von diesem Vogel in der Geschichte übrig bleiben wird. Mehr hat er nämlich nicht geleistet.

Das gleiche gilt für die grüne Partei, die heute die Elbvertiefung genehmigt und morgen die Bauerlaubnis für das nächste Atomkraftwerk erteilen wird. Es wird ein grüner Umweltminister sein, der den Salzstock in Gorleben für sicher erklären wird und Einlagerungsplatz für den Atommüll der Welt anbietet.

Es wird ein grüner Landwirtschaftsminister sein, der den Einsatz von gentechnischen veränderten Pflanzen befehlen wird und die Nutzung natürlichen Saatguts unter Strafe stellt. Wenn sich ein Joschka Fischer überhaupt noch äußern muss, wäre dann nicht eine Stellungnahme zu Monsantos Genkrieg oder Asse II notwendig gewesen? Aber nein, da wiederholt er lieber was andere schon gesagt haben.

Der britische Historiker Paul Kennedy hat jüngst in einem Zeitungsbeitrag zusammengefasst, wie diese Illusionen aussehen: „Intensivierte Ölbohrungen, die Rückkehr zur Nuklearenergie, der Druck auf die Wälder, die Begünstigung von auf Mais basierendem Ethanol, die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Hinwendung zur genetisch veränderten Landwirtschaft und die Verstärkung des Agrarprotektionismus der 1. Welt...“

Statt einer ökologischen Wende hält Paul Kennedy diese Entwicklungen im Westen und in den Schwellenländern für mehrheitsfähiger und damit realistischer, auch wenn es sich meist nur um eine weitere Verdrängung der Fakten handelt.

Dann faselt er noch von einem Kampf der Grünen. Die Grünen kämpfen nicht, sie haben sich in Hamburg kaufen lassen und in Hessen steht nur der Koch einer Koalition mit der CDU und der FDP im Wege. Geht Koch werden die Grünen dort das erste neue Atomkraftwerk genehmigen. An der Spitze der neoliberalen Bewegung an der Joschka Fischer ja schon lange steht.

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