Krimineller U-Boot-Deal mit Pakistan?

Allgemein

Berlin, Islamabad: Es wurde sich offenbar in aller Stille geeinigt, die Entscheidung fiel in Pakistan auf höchster Ebene. Obwohl derzeit (offiziell) kein einziges deutsches U-Boot der Klasse 214 weltweit Dienst tut, entschied das Hauptquartier der pakistanischen Marine (1) - entgegen aller Vermutungen wohl auch demnächst noch unter dem Oberbefehl von Pervez Musharraf (2) - den Milliardendeal nach Deutschland zu vergeben:
an EADS, Siemens, Thyssen und die Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) in Kiel (3)...RÄNKESPIEL ZWISCHEN FRANKREICH UND DEUTSCHLAND

Nie für den Gebrauch bei der deutschen Bundesmarine gedacht, nur zum Geldverdienen via Rüstungsexport (4), versuchten die beteiligten Waffenkonzerne schon eine ganze Weile unter aktiver Beteiligung ihrer Angestellten in der Bundesregierung alles, um diese irgendeiner Marine anzudrehen.
Stolz wurde die Bestellung des ersten Exemplars nach Griechenland verkündet, flux taufte man es "Papanikolis". Dann aber bestellten die Griechen die U-214 wieder ab (1).

Nun schlagen die Wellen in Pakistan einigermassen hoch. Niemand versteht so Recht, warum die deutschen U-Boote bestellt worden sind. Ausge-u-bootet fühlt sich vor allem die Waffenindustrie Frankreichs und ihre Regierung. Sogar Jaque Chirac, kürzlich in Ruhestand gegangener Rüstungslobbyist, beschwerte sich in Islamabad darüber, dass der in Europa führende Rüstungsproduzent für U-Boote, die französische DCNS, nicht zum Zuge gekommen war.

Drei Generationen von U-Booten waren innerhalb der letzten 40 Jahre durch die Atommacht Frankreich an Pakistan geliefert worden, was dann auch irgendwann Atommacht wurde. Mit Hilfe der DCNS baute man die letzten beiden Exemplare der französischen Waffen in den Fabriken von Karachi selbst zusammen und betrat so auch den exklusiven Klub der (Atom-)U-Boot-Produzenten.
Die Produktionsabteilung des pakistanischen Verteidigungsministeriums hatte nun die Anforderung von U-Booten der "Scorpene"-Klasse, hergestellt durch die französische Rüstungsfirma verlangt - doch das Hauptquartier der Seestreitkräfte entschied sich für die die deutschen U-214, weil man die "Scorpene"-U-Boote von DCNS als "technisch unakzeptabel" einstufte. Eine Begründung dafür gab die Marine Pakistans nicht.
Das mutet auch deswegen seltsam an, weil Frankreich die "Scorpene"-Uboote ebenfalls an Indien liefert, wo sie seit Jahren in Gebrauch sind. (1,12)

Nun muss die gesamte Infrastruktur der Unterseeflotte Pakistans umgekrempelt werden, die bisher auf das System der französischen Agosta-90B ausgerichtet war. Doch obwohl DCNS auch noch einen kostenlosen Upgrade der Agosta-90B-Systeme draufpackte - die Entscheidung der pakistanischen Marine stand offenbar fest: man entschied sich für die U-214 von Siemens, Thyssen, EADS und HDW.(1)
"Die ganze Angelegenheit muss durch die höchsten Gremien in Pakistan untersucht werden", so dazu ein wütender Beamter aus dem Verteidigungsministerium.

Die U-214 sind eine Weiterentwicklung der Klasse U-212.
Die U-212 wird von der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) in Kiel und der Thyssen Nordseewerke GmbH (TNSW) in Emden gebaut (4).
Das zentrale Computersystem läuft unter dem Handelsnamen MSI-90U und wird von "Konsberg Defence & Aerospace of Norway" hergestellt. Die Torpedo-Technik liefert Atlas Elektronik und ELAC, nach einer Ausschreibung durch EADS und Thales Defence Ltd, deren ähnliche Waffensysteme bereits auf Fregatten laufen. Dazu gehören auch mit Störelektronik vollgestopfte Täuschkörper, die bei Beschuss abgeworfen werden.
Das Periskop stellt Zeiss Optronik, den MTU 16V-396 Dieselmotor stellt die Piller GmbH. (13)

Das U-214 kann, ähnlich wie das U-212a, aufgrund seinem von Aussenluft unabhängigen, auf Brennstoffzellen basierendem Antriebssystem ("Air-Independent Propulsion", AIP) wochenlang unter Wasser bleiben. Es ist das leiseste U-Boot mit konventionellem Antrieb.
Allerdings haben moderne U-Boote keinen konventionellen Antrieb mehr, die fahren alle mit Atomkraft.
Das AIP des U-214 wurde ergänzt durch zwei 120kW Brennstoffzellen von Siemens. (3)

DER EXPORT VON U-BOOTEN IN DAS ATOMARE "SICHERHEITSRISIKO" PAKISTAN DURCH DIE MERKEL-REGIERUNG

Kanzlerin Angela Merkel, neben sich den Grünen Tom Königs, UN-Beauftragter für Afghanistan, hatte im Zuge des schon seit Wochen in Afghanistan angeblich entführten Rudolf B. ("Ei ämm wärry, wärry, sick") am 24.August nicht nur ein militärisches Eingreifen in Pakistan durch die NATO und die Bundeswehr gefordert, sondern die Atommacht auch noch als "Sicherheitsrisiko" bezeichnet (5).
Dabei hatte sich der deutsche Bundesverteidigungsminister Franz Jung Anfang Juni auf einer dreitätigen Asienreise mit mehreren Verteidigungsministern zwecks Besprechung von Waffengeschäften getroffen - auch den pakistanischen Verteidigungsminister Rao Sikander.
Nachdem Jung am 2.Juni die "Shangri-La Dialogue regional security conference" in Singapur besucht hatte, flog er weiter nach Indien zu einem Gespräch mit seinem "Amtskollegen" A.K. Antony, dann weiter nach Pakistan (6).

Teilnehmer der Konferenz in Singapur waren die Oberbefehlshaber der Streitkräfte von Indien, Japan, Südkorea, Singapur und Australien (6).
Heute geht nun die "Operation Malabar" zuende, das grösste Seemanöver in der Region seit dem 2.Weltkrieg, Teilnehmer: die USA, Indien, Australien, Japan und Singapur. U.a. kommt dabei ein U-Boot zum Einsatz, was "ursprünglich aus Deutschland" stammt.
Gleichzeitig findet ein gemeinsames Flottenmanöver der NATO und Südafrika statt, beide Operationen sind über das weltweite NATO-Netzwerk CENTRIX vernetzt, welches in jedem Schiff und in jedem U-Boot der NATO installiert ist. Es ermöglicht simultane Bild-, Ton-, und Datenübertragung. (7)

Laut den Presseberichten scheint die Bundesregierung - bei ihren Bemühungen die Rüstungsindustrie auch in anderen Ländern zu fördern - diverse Kontrollmechanismen des immermüden Bundestages dadurch umgehen zu wollen, dass sie die U-214 Waffen nicht in zusammengebautem Zustand ausliefern lässt, sondern nur die Einzelteile.
Nach dem pakistanischem Verteidigungsministerium nahestehenden Quellen macht das die Regierung von Angela Merkel (CDU) und Franz Müntefering (?) noch mit Waffenlieferungen an DREI WEITERE LÄNDER SO. (12)

Nach Presseberichten wollte das Konsortium Hellenic Shipyards U-214 in Griechenland bauen. Der Deal scheint nun passé.
Desweiteren soll Süd-Korea 3 U-Boote bestellt haben, um sie durch Hyundai Heavy Industries produzieren zu lassen. Das erste ursprünglich aus Deutschland kommende U-214 namens "Admiral Sohn Won-il" (klingt wichtig) wurde offenbar schon 2006 fertiggestellt und soll offiziell noch dieses Jahr in Dienst gehen.

Da fällt mir ein: da war doch dieses U-Boot, welches "urspünglich aus Deutschland stammt" bei dem heutigen Supermanöver im Golf von Bengalen.
Wenn man sich mal die Teilnehmerliste an dieser dollen "Sicherheitskonferenz" am 2.Juni in Singapur anschaut, wo unser Jung, Franzl, die Rüstungsdeals abwickelte, und die Teilnehmerliste am heutigen Supermanöver - dann fehlt da nur Süd-Korea.

Kombiniere: ein von deutschen Rüstungsbonzen und Mord- sowie Totschlagsprofiteuren geliefertes, aber in Südkorea zusammengebautes U-Boot nahm heute geheim (höhöhö) an der Operation Malabar im Golf von Bengalen teil.
Offenbar auch auf dem Programm: das Testen des eingebauten, weltweiten CENTRIX-Systems. Eine CENTRIX-Zentrale sitzt auch in Potsdam.

Eigentlich müssten dort die letzten Tage die Glühbirnen geflackert haben.

DER GESCHEITERTE PUTSCH IN PAKISTAN

Bereits seit geraumer Zeit war durch die US-Regierung ein "Putsch" in Pakistan ins Gespräch gebracht wurden (9), der ex-Premierminister Navaz Sharif drängte nach seiner Ausweisung 1999 zurück, um wie er selbst sagte, den Diktator und Oberbefehlshaber über die (Atom-)Streitkräfte Pakistans, Pervez Musharraf, zu entmachten. Verbündete dabei: die ebenfalls 1999 ausgewiesene und durch die US-, sowie die britische Regierung gestützte Benazir Buttho, ebenfalls ex-Premierministerin von Pakistan und als äusserst korrupt geltend. (10)

Heute nun liess Musharraf seinen alten Rivalen Sharif, den er 1999 weggeputscht hatte, erst einmal einreisen um ihn dann flux wieder in die nächste Maschine nach Saudi-Arabien zu setzen.

Noch gestern hatte es durch deutsche Geheimdienste - siegesgewiss und blöde wie immer - noch geheissen, der "Befehl" für den angeblich geplanten Terroranschlag mit in einer Woche zu Wasser und Sauerstoff zerfallenem suuuuuperheftigem Wasserstoffperoxid (14) sei aus Pakistan gekommen (13). Während man hintenrum mit den U-Booten winkte.

Auf den nächsten Kommentar zu Pakistan von NATO- und Rüstungslobbyisten im deutschen Bundestag darf man gespannt sein. Mit der Forderung nach "Einsätzen" auf pakistanischem Territorium dürfte es erstmal vorbei sein.
Zunächst einmal dürften sie noch dümmer aus der feinen Wäsche gucken als sonst.

Vielleicht kommt ja SPONTAN ganz schnell mal wieder ein Video von "Rudolf B.", wo er sich das rechte Herz hält...

weitere Artikel:
08.09.07
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26.07.07
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http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=755&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=7

Quellen:
(1)
http://www.thenews.com.pk/top_story_detail.asp?Id=9873
(2)
http://afp.google.com/article/ALeqM5jqD0GepXkENQ1jjozamNIRbBu4Zg
(3)
http://www.naval-technology.com/projects/type_212/
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse_214
(5)
http://www.netzeitung.de/deutschland/698451.html
(6)
http://www.iiss.org/whats-new/iiss-in-the-press/june-2007/german-defence-minister-to-visit-india-monday
(7)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=922
(8)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=755&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=7
(9)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=744&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=7
(10)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=801&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=8
(11)
http://afp.google.com/article/ALeqM5jqD0GepXkENQ1jjozamNIRbBu4Zg
(12)
http://www.defence.pk/news/publish/Pakistan_Navy_to_pick_U214_German_Sub__20070902.php
(13)
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=917
(14)
http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=10092007ArtikelPolitikWeiss1