Dänemark: Raus aus Irak, rein nach Darfur

Kopenhagen: Man weiss ja – innere und äussere Kriegsführung, vielleicht noch mit ein wenig Psychologie dazu, das hatte noch nie einen Zusammenhang. Das war zwar schon immer so, aber da man heute die Gegenwart beherrscht, ist schon immer alles anders gewesen, sagt man.Während man (das dänische Könighaus mitsamt ihren willigen Polit-Trotteln) also die eigenen, überflüssigen Habenichtse im Jugendhaus in Kopenhagen bis auf´s Blut provoziert und den Nackten solange in die Tasche greift, bis die die Schnauze voll haben, gibt´s natürlich auch immer noch Geld für andere Kriege, diesmal eher weit weg, wo sich dann die gefügigen Habenichtse (Zeitsoldaten aus der Unterschicht) unter Kommando austoben dürfen.

Nun hat man (das Königreich Dänemark, bzw. das dänische Königshaus plus willigen Polit-Trotteln) schon ordentlich den Irak in Grund und Boden gerockert, nun will man anscheinend, daß auch in Darfur jeden Morgen Dutzende zu Tode gefolterter Menschen gefunden werden, alles im Namen der Freiheit, des Friedens, usw,usw,..

Die dänische Regierung, namentlich der Premierminister Anders Fogh Rasmussen verkündete also schon am Mittwoch, daß er Truppen nach Darfur senden „will“, so Rasmussen.
Aber: „Das Problem ist, daß die UN bis jetzt nicht fähig waren zu fragen, wegen einer fehlenden Klarstellung der Situation im Sudan und in Darfur, was ich außerordentlich bedaure,“ so der Premierminister Dänemark´s, Anders Rasmussen.

Es scheint fast, da will jemand schnell Pro-Konsul von irgendwas werden und kann es gar nicht abwarten. Auch der Unterschied von „Sudan“ einerseits und „Darfur“ andererseits könnte zum Klassiker werden, man denke da mal an den Kosovo. Erstmal alles plattbomben, dann Truppen rein, dann gibt´s irgendwelche Massaker an der feindlichen Minderheit, um die sich kein West-Sapiens mehr kümmert (wie an den Serben im Kosovo nach der Invasion) und man kann in Ruhe die Ressourcen abbauen, wie im Kosovo 35% des Weltvorrats vom für die Rüstungsindustrie unentbehrlichen Chrom, sowie Ferrochrom und Wolfram (2).

Rasmussen sagte außerdem, es sei „schändlich, daß die internationale Gemeinschaft praktisch machtlos sei, eine Lösung für diese intolerable Situation in Darfur zu finden.“
Dann sagte er (in guter alter West-Gewohnheit, die Leute einfach solange dicht zu quatschen, bis sie „Jaaa, meinetwegen, dann geht doch, aber quatscht micht nicht so dicht“, also „Ja“ zum Krieg sagen), er hoffe, daß es da „bald eine Klärung der Situation in Darfur bezüglich des Entsendens von Truppen“ geben würde, schließlich hätte die „Afrikanische Union“ (AU) (deren 7000 Tausend Soldaten da scheinbar bloss an den Tränken rumlungern(3)) auch schon drum gebeten.

Letzte Woche hatte die dänische Regierung schon präventiv erklärt, sie würde ihre 430 Soldaten aus dem Irak zurückziehen, um sie dann in andere Konflikte schicken zu können, wie Afghanistan oder Darfur. (1)

Man könnte meinen, die dänische Regierung macht soviel Hektik, weil es in Kopenhagen leerstehende Häuser gibt, die arbeitslose Veteranen besetzen könnten. Diesbezügliche Häuserräumungen wären natürlich noch ein bischen schwieriger zu handhaben.
Dann doch lieber auch noch Krieg woanders.

Quellen:
(1)
http://www.sudantribune.com/spip.php?article20506
(2)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0615/politik/0048/index.html
(3)
http://radio-utopie.de/archiv.php?themenID=242&JAHR_AKTUELL=2007&MON_AKTUELL=1