MAD-Agenten in Damaskus?

Israel bittet um Unterstützung bei Befreiung der entführten Soldaten / US-Spezialeinheiten in Beirut gelandet / Chef der Heinrich-Böll-Stiftung will Israel in der NATO

Damaskus, Beirut: Übereinstimmenden Meldungen der Botschaften in Beirut und Damaskus heute gegenüber der Linken Zeitung zufolge befindet sich der deutsche Militärattachee in Libanon zur Zeit in der syrischen Hauptstadt.Bereits am heutigen Vormittag hatte die deutsche Luftwaffe verlautbart, es befänden sich deutsche Bundeswehrmaschinen in Syrien, angeblich nur, um aus dem Libanon geflüchtete deutsche Staatsbürger zu evakuieren, während der Sprecher der Marine Oberstleutnant Sparwel gegenüber der Linken Zeitung erklärte, diese habe keine Kräfte in der Nähe des Libanons. Eine reine Luft-Evakuierung also.
Oberstleutnant Gröbner, Einsatzführungskommando der Bundeswehr auf die Frage ob denn deutsche Soldaten im Libanon seien: "Das wäre mir neu.."
Bei der Division für Spezielle Operationen (DSO) der Bundeswehr in Regensburg hieß es auf die Frage, ob man Einheiten im Libanon habe nach kurzer Stille, zu "Einsätzen" könne man nichts sagen und verwies auf das Auswärtige Amt.
Dort nachgefragt, ob denn die für den Schutz des deutschen Militärattachees zuständigen MAD-Beamten sich ebenfalls in Damaskus aufhielten, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes Bellmann, man wolle diese Meldung nicht kommentieren. Das sei "nichts für die Öffentlichkeit".

Heute trafen US-Spezialeinheiten in Beirut ein, angeblich ebenfalls ausschließlich um Landsleute zu evakuieren. Was bei einem Angriff der Hisbollah auf ein US-Marineschiff oder andere amerikanischen Streitkräfte passieren könnte liegt auf der Hand: der am 17.07. im Bush-nahen US Fernsehsender FOX NEWS von ex-CIA Offizier James Woolsey geforderte US-Angriff (s. Neocons starten massive "World War" Kampagne) auf Syrien könnte Wirklichkeit werden.
Die Hisbollah wird von der Bush-Administration als verlängerter Arm Syriens betrachtet. Im "Verteidigungsfalle", ähnlich wie bei den Entführungen der israelischen Soldaten, könnte die Lage schnell eskalieren. Eine Verwicklung deutscher Soldaten, deren Entsendung in den Libanon offenbar durch die Merkel/Müntefering-Administration geplant wird, hätte weitreichende Folgen.

Schon kurz nach dem Beginn des israelischen Bombardements hatte die Zeitung Haa´retz gemeldet, daß Pentagon hätte der Olmert-Regierung einen Freibrief für die Zerstörung von "Schlüsselstellungen" in Syrien gegeben, falls die syrische Regierung nicht ihren Einfluß auf die Hisbollah geltend mache.

Sowohl BKA als auch das Innenministerium sehen übereinstimmend keine akute Terrorgefahr durch die Hisbollah in Deutschland, so heute Äußerungen von Sprechern der Sicherheitsbehörden gegen über der Linken Zeitung.
Demgegenüber sieht FBI-Chef Mueller in den USA, sowie diverse Geheimdienste eine wachsende Gefahr durch Hisbollah-Anhänger, so ein Video-Blog von CNN.com am heutigen Donnerstag. Angeblich wird gegen 200 "Verdächtige" in aktiven Zellen in mindestens zwei Dutzend US-Städten ermittelt, welche bereits Geld und Informationen sammelten sowie Waffen an Hisbollah-Kämpfer schmuggelten.
Brennpunkt dieser Umtriebe seien libanesisch-schiitische Viertel. Als Beispiel werden allen Ernstes Zigaretten- und Viagraschmuggel in Detroit genannt, der Gewinn gehe teilweise an die Hisbollah...
Pat D´Amuro, Chef von Giuliani Security, sprach sogar von der Hisbollah als "sehr gut strukturiert, bestens trainiert und organisatorisch ausgestattet mit bedeutenden Finanzmitteln durch unterstützende Staaten" und einem viel stärkereren Gegner als Al-Qeada, wenn sie sich entscheiden sollte global Anschläge zu verüben.

Inzwischen forderte der Chef der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung eine Aufnahme Israels in die NATO, die israelische Regierung bat BND-Chef Uhrlau und Außenminister Steinmeier um Unterstützung bei der Befreiung der israelischen Soldaten...
Ein Statement der deutschen Bundeskanzlerin war ganz zufällig schon vorher für heute Nachmittag angesetzt worden.
Die CDU/SPD-Regierung scheint mit aller Macht die Deutschen in einen Krieg verwickeln zu wollen, mit Unterstützung der Grünen und mittelbarer Zuarbeit durch die Linkspartei, die die Möchtegern-Koalitionspartner nicht vergrätzen will.
Man denke da nur ein Jahr zurück.
Wie doch die Zeit vergeht...

Quellen:
http://www.usatoday.com/news/world/2006-07-18-lebanon-americans_x.htm
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427649,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427662,00.html
http://kunstgegenkapital.de/~kgk/haaretz_150706_1452_Uhr_Syrien_hat_72_Stunden