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Egyptian Revolution: Wir werden nie wieder schweigen

Von petrapez | 30.Januar 2011

“Wir sind Zeugen einer grossen Veränderung in der Geschichte. Es ist wie der Fall der Berliner Mauer. Wir schauen auf das ägyptische Volk und die Menschen im Nahen Osten sagen uns: we want freedom – wir wollen Freiheit, Ahmed Khalifa, Toronto, 30.Januar 2011.

Innerhalb von einigen Tagen wurden zwei diktatorische Regime in Nordafrika relativ unblutig zu Fall gebracht, was vor einem Vierteljahr noch niemand für möglich gehalten hat.

Die bisher gefürchteten Armeen von Tunesien und Ägypten haben sich von Anfang an auf die Seite der Bevölkerung gestellt – eine Entscheidung der Generalstabschefs, die zumindest im Fall der ägyptischen Armee dazu grünes Licht aus Washington erhalten haben.

Die Regierungswechsel sind aber allein durch die Menschen herbeigeführt worden, die zu Tausenden auf die Strassen gingen – ohne Schusswaffen zu gebrauchen. Sie haben ihre Angst vor Repressalien der Spitzel ihrer Regierung verloren.

Auf dem zweiten Video aus Kairo hält ein junger Mann einen Polizei-Wasserwerfer auf, er stellt sich ihm auf der Strasse in den Weg, ohne zurückzuweichen.

Solche Bilder Einzelner gegen bewaffnete Sicherheitskräfte kannte die Welt vor Jahren aus Peking von dem Tian’anmen-Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989, die sich zum Glück nicht wiederholt haben. Die chinesische Armee schlug die demokratische Protestbewegung nieder.

Als Tank Man und Unknown Rebel wird bis heute ein nicht identifizierter Mann bezeichnet, der sich am Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) vor einen Konvoi von Panzern stellte und ihr Vorrücken blockierte:

Ziviler Ungehorsam gegen Polizei am 25.Januar 2011:

Die Waffe der Menschen ist die gemeinsam geteilte Wut, Verzweiflung und die zunehmende Verarmung angesichts der Korruption und Bereicherung ihrer elitären Führer, die ihre Macht auf Angst und Schrecken aufbauten. Diesem enormen angestauten Druck des Volkes, der sich schlagartig und völlig unvorhersehbar entlud, waren die Polizeikräfte nicht mehr gewachsen und die Diktatoren kapitulierten ohnmächtig.

Weitere werden folgen – in Jordanien, im Jemen und im Gazastreifen gingen am Samstag wieder Zehntausende auf die Strassen. Die kritische Masse ist erreicht:

Auf dieses eindrucksvolle Video aus Ägypten vom 25.Januar 2011 wies Leser Evolux hin:

Auf der ganzen Welt fanden am Samstag Protestkundgebungen zur Unterstützung des Volksaufstandes statt, so werden unter anderem Aktionen aus ganz Kanada gemeldet, aus Montreal, Toronto, London, Washington, Genf, Berlin…

Quelle: CNN: Protesters around the world march against Egypt’s Mubarak

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Topics: Gesellschaft, Stände und Verhältnisse | 6 Kommentare »

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6 Kommentare to “Egyptian Revolution: Wir werden nie wieder schweigen”

  1. k_w meint:
    30.Januar 2011 at 04:35

    Abbas hat sich gemeldet, und wie immer ist er auf der Seite der einfachen Leute :-D .

    RAMALLAH, Jan 29, 2011 (AFP) – Palestinian president Mahmud Abbas telephoned Egyptian leader Hosni Mubarak on Saturday and expressed his hopes that the country would safely weather its current unrest.

    “President Mahmud Abbas called Egyptian President Hosni Mubarak and affirmed his solidarity with Egypt and his commitment to its security and stability,” said a statement released by Abbas’s office.

    It added: “He wished that God bless Egypt and its people who have always stood with the Palestinian people.”

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  2. Desillusionierter meint:
    30.Januar 2011 at 10:49

    Ich denke, wir können diesen mutigen Menschen nun sehr danken, dass sie sich im Namen der Freiheit gegen diese unmenschlichen Diktaturen ohne Kompromisse auflehnen. Im Namen der Freiheit und der Selbstbestimmung der Völker, gegen die Unterdrückung und die Willkür der Staatsorgane, die sich längst in vielen Teilen der Welt verselbständigt haben.

    Es wird sicherlich ein wichtiges Signal ausgehen in die gesamte Welt: Dass es sich für alle Menschen lohnt, für die Freiheit zu kämpfen und die zersetzende Korruption endlich zu beseitigen. Die sorgsam gewebten Machtstrukturen der USA werden durch den Sturz der mit ihnen befreundeten Diktatoren und durch ein neues Selbstbewußtsein der Völker im Nahen Osten ein weiteres Mal erschüttert.

    Vielleicht stehen wir ja jetzt wirklich am Beginn eines Zeitalters neuer revolutionärer Kämpfe, welche im Sinne einer echten Demokratie klar machen, dass die Völker eben nicht nur Stimmvieh sind, sondern wirklich der Souverän, für den die Politiker weltweit da zu sein haben und nicht umgekehrt. Es wäre sehr zu wünschen.

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  3. DUMMER DEUTSCHER MICHEL meint:
    30.Januar 2011 at 11:06

    Tagesschau online:
    `Obamas diplomatischer Drahtseilakt
    Die USA sind in einer schwierigen Situation: Zwar unterstützt Washington die Forderungen der Demonstranten nach mehr Freiheit in Ägypten. Doch gleichzeitig gehört Präsident Mubarak zu den wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten. Für den US-Präsidenten ein echter Drahtseilakt.`

    Man hat schon einmal bis zum bitteren Ende gelogen: Hier geht es nicht um Freiheit. Hier soll der abgefahrene Zug sprich Weltrevolution noch aufgehalten werden. Der Flächenbrand hat Ausmaße die sind größer als die `think tank`- Fabriken netzwerkfähig sind.
    Frau Merkel`s Gedanken , sollte sie überhaupt noch welche besitzen, sind bestimmt nicht in Persien und Israel. Ihre Führungsoffiziere laufen jetzt heiß. Wie halten wir den schwelenden Flächenbrand in Euro noch vor dem Ausbruch in Schach. Wie können wir welche Lügenmärchen glaubwürdiger verbreiten. Die Vorbereitung läuft schon lange, aber die Situation verändert sich schneller als eine Planung möglich ist.

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  4. Evolux meint:
    30.Januar 2011 at 12:50

    @ dummer deutscher Michel

    “`Obamas diplomatischer Drahtseilakt
    Die USA sind in einer schwierigen Situation: Zwar unterstützt Washington die Forderungen der Demonstranten nach mehr Freiheit in Ägypten. Doch gleichzeitig gehört Präsident Mubarak zu den wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten. Für den US-Präsidenten ein echter Drahtseilakt.`

    Nicht nur aufgrund der Lage im nahen und Mittleren Osten,sondern auf vor der eigenen Haustür.Oder wie will er sonst seinen eigenen Leuten erklären,was er in seiner Rede hier zum Besten gab:
    http://www.youtube.com/watch?v=RR1n_7GN2vw

    “While Egyptians Take To The Streets, Americans Accept Their Enslavement
    While people in Tunisia and Egypt have taken to the streets in attempts to gain their liberty, Americans are losing their liberty with minimal protest.
    Obama Criticizes Internet Kill Switch In Egypt While His Own Administration Tries To Ram It Through In America
    While his own administration tries to ram through legislation that would give Obama the power to shut down parts of the Internet under a “national emergency,” Obama himself decries Egyptian authorities shutting down the Internet for their own “national emergency”.

    (Ähnlichkeiten und Aussagen in Deutschland dürften nicht rein zufällig sein!)
    Wahrhaft eine Zwickmühle und das ist auch gut so!
    Runter mit den heuchlerischen Masken!

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  5. erfan meint:
    30.Januar 2011 at 12:52

    Ein hervorragender Analyse von Soraya Sepahpour-Ulrich über die Ereignisse in Egypt :
    RUDE AWAKENING :

    http://vineyardsaker.blogspot.com/2011/01/rude-awakening.html

    “”Sadly, the American political elite love Einstein’s science but ignore his wisdom. When Einstein alerted FDR to the possibility of a nuclear weapon by the Germans, he was listened to and the way was paved for the Manhattan Project. America developed the heinous weapons of mass murder and dropped it on hundreds of thousands of Japanese citizen in the name of peace. Regrettably, as the Middle East and Africa react to America’s decades of neocolonialist policies, Einstein’s definition of insanity –”doing the same thing over and over again and expecting different results” — is more apt than ever.”"

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  6. erfan meint:
    30.Januar 2011 at 13:27

    @k_w

    Abbas ( s. Palestine Papers ) und Mubarak geheoren beide in den ‘ Muelleimer ‘ der Geschichte.
    An Ihren Haenden klebt das Blut Zehtausender PA.
    Das aegyptische Volk ist seit ueber 30 Jahren dieser menschenverachtenden Diktatur ausgesetzt , einzig und allein dem Wohl und der Sicherheit Israels wegen.
    Die Menschen werden nie vergessen , dass Mubarak die Rafah Grenze fast ohne Ausnahme geschlossen hielt , damit die IDF zu Weihnachten 2008/2009 im Gaza Krieg soviel Menschen wie moeglich massakrieren konnte.

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