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Kirche entdeckt christliche Nächstenliebe
Von petrapez | 21.November 2009
Es ging nicht einmal um eine Wurst
Die evangelische Kirche möchte neue negative Schlagzeilen vermeiden, denn ihr öffentlich bekannt gewordenes unchristliches Handeln schadete sehr ihrem Ansehen in der Bevölkerung.
Sicher hatte sie nicht damit gerechnet, dass eine körperlich schwer behinderte Frau sich in behördlichen Dingen ein wenig auskennt und nicht alles passiv als Gottgegeben hinnimmt und eine Kündigungsschutzklage einreichen würde. Leider gibt es noch zu viele Menschen in unserer Gesellschaft, die nicht einmal wissen, welche rechtlichen Möglichkeiten ihnen im Umgang mit Behördenbescheiden oder Arbeitgebern zustehen.
In einem Seniorenpflegeheim hatte sich eine seit 18 Jahren angestellte Frau, selbst auch behindert, erlaubt, ihr Brot mit Teewurst zu bestreichen. Die Wurst war Eigentum des Betreibers des Heimes. Nun kann sich jeder vorstellen, dass man sich auf seine Schnitte nicht eine ganze Wurst streicht, sondern etwas davon.
Das war Anlass genug, um der Angestellten am 23. Oktober die fristlose Kündigung auszusprechen, um sie auf diese Weise loszuwerden. Vielleicht hat jemand eine Vorstellung davon, wieviel ungenutzte Lebensmittel in Pflegeheimen und Krankenhäusern weggeworfen werden müssen?
Wieviel Überstunden und zusätzliche Leistungen erbringen tagtäglich tausende von Arbeitnehmern zusätzlich ohne Entlohnung – sei es aus persönlichem Engagement über die Art der Arbeit; ihren kostenlosen Einsatz um die Firma in einer finanziellen Notlage über Wasser zu halten oder aus Angst, der nächste Entlassungskandidat zu sein, wenn man nicht die gehörige Portion Motivation für die Firmeninteressen zeigt?
Wie die Süddeutsche heute berichtet, hat nun die evangelische Kirche die Kündigung der schwerbehinderten Pflegehelferin zurückgenommen.
Wilfried Wesemann, der Geschäftsführer des Evangelischen Johannesstifts, sagte, dass man die nun doch nicht gekündigte Frau anderweitig beschäftigen wird.
Gerade im Bereich der Senioren- und Pflegeheime herrscht ein gnadenloser Druck und Konkurrenzkampf und ist wie in den meisten Bereichen der Gesellschaft zu einer Industrie verkommen, in der oft jede “Dienstleistung” nach Taktminuten abgerechnet wird.
Für persönliche zusätzliche Zuwendung des Personals an die ihnen anvertrauten hilfebedürftigen Menschen bleibt immer weniger Zeit.
Derartige Kündigungsgründe wegen ein paar Cents, die in Deutschland immer mehr um sich greifen, sind nur die Symptome einer entmenschlichten Arbeitswelt geworden.
Artikel zum Thema
26.02.2009 Bundestagsvizepräsident kontra Justiz – drastische Auseinandersetzung im Fall “Emmely”
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/836/495165/text/
Topics: Recht und Justiz | 8 Kommentare »
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21.November 2009 at 20:50
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von CONTRACOMA, CONTRACOMA erwähnt. CONTRACOMA sagte: Kirche entdeckt christliche Nächstenliebe: Es ging nicht einmal um eine Wurst Die evangelische Kirche möchte ne.. http://bit.ly/07fQoKI [...]
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21.November 2009 at 21:33
DER GEIST DES EVANGELIUMS HAT URLAUB GENOMMEN!
Das die katholischen nur goldbehängte Lügner und Raffkes sind, konnte seit Martin Luther, dem Reformator, wohl auch dem letzten “Un-gläubigen” klar geworden sein.
Aber daß diese verbogenen Evangelikalen nicht mehr ihren Martin Luther lesen, ist ein Skandal.
Ein Wunder, wenn man weiß, daß die deutschen Politikanten auch das Grundgesetz nicht mehr lesen?
Beide “Institutionen” haben längst ihre Kredit verspielt.
Und sind reformbedürftig.
Um es milde auszudrücken.
Der Geist der Demokratie und des Evangeliums ist verduftet……….
Oder wurde er bewußt AUSGETRIEBEN?
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21.November 2009 at 22:33
[...] auf einmal erinnert sich die Caritas (Trägergesellschaft Evangelische Johannesstift) an ihre christliche Nächstenliebe uns stellt die körperbehinderten Pflegerin wieder ein. Die Frau darf nun weiterarbeiten. Die [...]
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21.November 2009 at 22:52
Die Grundsätze, die Jesus damals verkündete, wurden, bis auf die urchristlichen Gemeinschaften, von der/den Kirche/n schon immer mit den Füßen getreten. Ich habe auch lange an diesem Irrglauben gehangen, aber mit der Zeit erweiterte ich mein Wissen und somit wäre ein Kirchenaustritt ja sinnvoll. Jedoch sehe ich nicht ein, dafür auch noch 30 Euro bezahlen zu müssen. Ich wüsste nicht, dass meine Eltern damals dafür zahlen mussten, dass ich durch sie in die Kirche kam. Und wenn ich bedenke, was alles durch die Kirche unterdrückt worden ist… (siehe z.B. Thomas-Evangelium). Also kein Wunder, dass die nun auch mit solchen Dingen anfangen. Tz. Ein bisschen Wurst. Ein schlechter Witz.
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22.November 2009 at 10:15
Altenheime haben nichts mit Christlich und Nächstenliebe zu tun. Profite sind der liebe Gott.
Das Personal hat einen Katalog von vorgegebenen Arbeiten nach Zeitvorgaben zu erfüllen!! Mehr ist das nicht.
Wer vom Pflegepersonal ein Herz für die Menschen hat, die dort liegen, wird recht bald überflüssig sein.
Billiges Personal, nur von den Vorgaben der kirchlichen Verwaltungen geprägt, haben eine Chance, dauerhaft beschäftigt zu werden.
Woher ich das weiss? – Nun ich habe einige Jahre auf der Pflegestation gearbeitet.
Jedem wird vorab gesagt: “Wer sich etwas von dem Essen in den Mund steckt, wird entlassen. – Wer Geldgeschenke von den Bewohnern oder Besuchern annimmt und sei es auch nur 1 Euro, der wird fristlos entlassen.
Es gibt überall Sparschweine, die allerdings bei der Verwaltung abgeliefert und geleert werden müssen. Davon werden dann Weihnachtsfeiern und ähnliche Feiern für das gesamte Haus abgehalten.
Das mit dem “Trinkgeld” wurde schon mit einkalkuliert.
Übrigens, alle Essensabfälle werden an Bauern für die Schweine verkauft. Einmal gelieferte Speisen dürfen nicht wieder zurück, kein Brötchen und kein Stück Wurst. Das kann noch so lecker aussehen, muss aber in den Schweineeimer.
Ich habe die “christlichen Praktiken” kennengelernt!
Ich wünsche einen schönen Sonntag.
Christel
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22.November 2009 at 10:28
@ “zur Industrie ver-kommen!!!”
Hinzu kommen Umstände, wie 1,-Euro-Jobber als Unterhaltungs-Maßnahme, Begleitdienste etc. …
Gefördert durch Quersubventionierung dank der ARGEN.
Dann die VERSCHWENDUNG. Essen, Medikamente usw. …
Gnade Gott – wer alt und in solche HEIME – nein -
Verwahr-Anstalten eingewiesen wird!
Es ist erbärmlich. Erst werden Familien-Banden zerstört, dank Egoismus u.ä. – dann die Altenpflege zur reinen gewinnorientierten, unmenschlichen Dienstleistung umgewandelt und im Zuge der “Optimierung” von Umsätzen, nun auch noch die Pflege-Sklaven schickaniert und auf übelste ausgenutzt, gemobbt und eingeschüchtert!
Das hier noch keine Massen-Demos stattgefunden haben? Na ja – die Gewerkschaften stehen ja anscheinend hinter diesen Sklaventreibern aus der Pflegebranche…
Man kann nur hoffen, dass man es selbst einmal später besser trifft. Bis dahin heißt es weiter diesen Untaten nachzugehen und öffentlich anzuprangern. Bevor es noch schlimmer wird!!!
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23.November 2009 at 10:59
Die nächste Kirchentagspräsidentin der EKd Göring Eckardt stimmte für den Tornadoeinsatz in Afghanistan, findet die evangelischen besser für die Wirtschaft geeignet als andere Konfessionen, glaubte wiedergewählt zu werden, weil die Menschen die Klimakatastrophe fürchten-u.v.a..
Solche Kirchenvertreher machen heute Politik .
Sie kommen fast außerirdisch daher, überlegen ihre Worte gut,sind Transatlantiker und weit weg von uns.
Es ist höchste Zeit, ihnen samt ihrer Vertretungen den Rücken zu kehren.
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23.November 2009 at 22:53
Für alle, die ihren Glauben bei all der “christlichen Nächstenliebe” noch nicht verloren haben, hier ein kleines Gedicht von Erich Kästner:
Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!
Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wußtest, wie das Elend tut
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!
Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!
Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.
Die Menschen werden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst.
Und alles blieb beim alten.
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