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Gladio Berlin: NVA Panzertransporter MAZ 537 für die UdSSR
Von ter | 22.Oktober 2009
Wie die Berliner Bleibtreustrasse zur Blei-streu- Straße wurde:
Hans Helmcke war der König des Berliner Rotlichts. Ihm gehörten das Café Chérie”, “Hotel Nobel”, “Picadilly”, “Villa Ascona” – und die “Pension Clausewitz”. Also der teuersten Puffs der Stadt. Ein iranischer Teppichhändler, welcher später den Nickname „Pistolen Ferry“ erhält, wollte in das Geschäft mit den leichten Mädchen ebenfalls einsteigen.
Am 27. Juni 1970 ertönt vor dem Lokal „Bukarest“ der Schlachtruf: “Jetzt gibt es Balalaika!” Etwa dreißig Bewaffnete stürmten das Lokal.
Maschinenpistolen ratterten, Pistolenschüsse durchpeitschten die Nacht. Als sich der Pulverdampf verzog, das Blaulichtgewitter die Straße erreichte, fanden die Uniformierten drei angeschossene Iraner und in einem Schulhof eine Maschinenpistole, vier Revolver und eine Pistole, welche ihre Inhaber nicht mehr benötigten und auf dem Rückzug nicht mitführen wollten.
Der König ist tot, es lebe der König
Hans Helmcke wurde 1973 von einem Hamburger Zuhälter ermordet, sein Leibwächter Waldemar Schwanz mutiert zum Rotlichtkönig. Ständig am finanziellen Abgrund. Mehr Show als “Sein”. Für die Justiz war dieser Waldemar Schwanz kein Unbekannter. Mit Siebzehn fing er sich die erste Vorstrafe 1957 ein.
Sein „Blaue Engel“ in der Budapester Strasse (Berlin- Europa- Center) war einige Jahre „das“ Bordell in Berlin schlechthin, wo der Regierende Bürgermeister unschwer den amtierenden Bundeskanzler treffen konnte. Es war das Reich von Waldemar Schwanz, den die Berliner Unterwelt „König Otto“ nannte, weshalb er sich das Pseudonym „Otto Schwanz“ zulegte. Ende der Sechziger war dieser Waldemar Schwanz in der Berliner Unterwelt noch ein relativ unbedeutendes Licht.
Was machte der Typ um diese Zeit in Kanada?
Kanada ist kein Gesprächsthema. Ein kleiner Hinweis gibt Otto Schwanz selbst, als er auf seine letzte Verurteilung zu sprechen kommt. Schwanz ist bekennender Ganove und keiner der seine Vita kaschiert, um nachträglich den Anschein eines Ehrenmannes – entgegen der Wahrheit – zu erwecken. Beim Dollar- Blütenfall rutscht ihm das Sätzchen heraus: „Deet war der CIA.“
Nur eine Arbeitshypothese
Stimmt das, was ich über diesen Mann weiß, dann war Otto Schwanz ein Schützling der westlichen Nachrichtendienste. [Dazu später.] Warum also mutmaßte dieser Mann, dass dies eine eiskalte Dusche eines Nachrichtendienstes war? Seine Karriere fand Mitte der Achtziger durch einen Bestechungsskandal ein jähes Ende.
Eine Antwort könnte ein Vorfall aus dem Jahr1983 geben, da verschwanden aus dem Berliner Hauptzollamt 4.500 Kartons Nordhäuser Doppelkorn, den Schwanz über die Kommerzielle Koordinierung (KoKo) – dem Imperium des Staatssekretär Alexander Schalck- Golodkowski – unverzollt bezogen hatte.
Die Geschäfte der KoKo seit 1966
Haupteinnahmequelle waren Provisionen und überhöhte Zinsen für Importlieferungen, sowie Verschleuderung von DDR Erzeugnissen auf den West Märkten zu Dumpingpreisen.
Der Grund für die KoKo war keineswegs der „lächerliche“ Funktionärseinkauf von Westwaren für Wandlitz, sondern die Versorgung der DDR mit Investitionsgütern aus dem Westen zur Modernisierung der DDR Industrie, die Rohstoffbeschaffung, bei explodierenden Weltmarktpreisen und besonders die Bedienung des Zinsdienstes der verschuldeten DDR, mit Devisen.
Zur Sicherung des wirtschaftlich operativen Geschäftes wurde der Auslandsgeheimdienst (HVA) der DDR ebenso eingesetzt, wie West- Ganoven.
Wo landen ausländische Geschäftsfreunde, bei einem Berlinbesuch?
Dort wo sie in jeder Stadt landen. Auf Kosten der besuchten Firma im Bordell. Ein Service, den bei VW, wie wir zwischenzeitlich alle wissen, sogar Betriebsräte der eigenen Firma genossen.
Bei Geschäftsanbannungen können die Kontakte der Luden und ihrer Leibwächter durchaus Türöffner sein, zumal dann, wenn es um „vertrauliche“ Geschäfte geht und der zu Kontaktierende nur sicher sein will, dass er sich mit einem dem Luden bekannten Kaufmann trifft. Frauen und Wein haben schon immer “Männerfreundschaften” begründet.
Abgleich der gewonnen Erkenntnisse
Nord- und Westontario ist ein Zentrum des Erzabbaus. Die Stadt Greater Sudbury in Nordontario lebt vom Kupfer und Nickelabbau. Verschifft werden diese Erze über den Hafen von Port Arthur, dem heutigen Thunder Bay. Das Stichwort Rohstoffbeschaffung wäre damit erfüllt.
Eine weitere wichtige Aufgabe der KoKo war die Versorgung der DDR mit Investitionsgütern aus dem Westen, zur Modernisierung der DDR Industrie. Und genau dieser Punkt machte mich stutzig. Das Büro dieser Wohlfahrtsorganisation lag in einem Industriegewerbekomplex, wo damals auch Firmen wie Caterpillar vertreten waren und was noch wesentlich interessanter war, ein Händler für alte Caterpillar Ersatzteile und gebrauchte Maschinen.
Gas gegen Rohre und Hilfe beim Trassenbau
Der einzige Energieträger der DDR war die Braunkohle. Ende der Sechziger war die UdSSR so weit, dass die riesigen Erdgas- und Erdölreserven Sibirien erschlossen werden konnten und bat die Bruderstaaten um Hilfe. Natürlich war die DDR dabei, nicht aus „Bruderliebe“ sondern weil sie diese Energieträger dringend benötigte.
Dies waren gleich zwei Jobs für das Schalck- Golodkowski Imperium. Wenn technisches Gerät aus der DDR, wie zum Beispiel der Panzertransporter MAZ 537 oder Traktoren des Typs K 700 zum Trassenbau gingen, brauchte die DDR neues Gerät oder aber musste das vorhandene, alte, vermutlich längst ausgemusterte Gerät wieder in Dienst stellen und benötigte Ersatz- und/oder Gebrauchtsteile.
US Lieferembargo
Auch die Firma Caterpillar stand Gewehr bei Fuß, doch die US Regierung verhängte ein Lieferembargo.
Tja, solche Kleinigkeiten waren das Geschäft der KoKo. Das Lieferembargo der USA betraf Russland, nicht den Braunkohleabbau in der DDR. Wollte man keine schlafenden Hunde wecken, dann wickelte man solche Embargobrechende Maßnahmen still und leise außerhalb den Vereinigten Staaten ab. Zum Beispiel in Kanada, zu einer Zeit, in der im Westen noch keiner ahnte, was demnächst in der UdSSR benötigt wird.
Damit wird auch der merkwürdige Grenzübertritt erklärlich. In Begleitung, sich verbürgender Geschäftsfreunde, die bei einer sehr wichtigen US Firma beschäftigt sind, konnte ein Westdeutscher damals unproblematisch beim Grenzübertritt auch schon einmal seinen Pass vergessen. Illegale überqueren die Grenze in der Regel nicht in einer Luxuslimousine, einer großen und mächtigen US Firma.
Die Wohltätigkeitsorganisation macht Sinn
Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen haben in der Regel keine Probleme Personen in ein Land zu bringen. Nur ein Beispiel: Ein Verstorbener, ehemaliger Einwanderer, dem ein Verwandter aus der DDR die letzte Ehre erweisen will, ist schon immer ein trefflicher Grund gewesen, um ein Visum zu erhalten, zumal dann, wenn die notwendigen Nachweise mit Hilfe einer Wohlfahrtsorganisation lückenlos zu führen sind.
Zwischenergebnis:
Die gefundene Arbeitshypothese klingt plausibel, zumal eine nähere Überprüfung des Dollar-Blüten- Falles zeigt: Es ist fast unmöglich sich auf eine noch dämlichere Art in den Knast zu bringen. Schwanz ist zum Zeitpunkt dieses Falles kein Anfänger, sondern als alter, erfahrener Hase.
Im Moment komme ich bei meinen gedanklichen Überlegungen nicht weiter und kehre zurück zum Fall des ehemaligen Insolvenzverwalters Hans-Jürgen L
Was machte Hans-Jürgen L in Kanada?
Ein merkwürdiger Fluchtweg nahm dieser: Hamburg, Hongkong, die Philippinen, der Mittle Westen der USA, Thunder Bay, Ontario. Zufall oder gab es Gründe für diesen Weg? Auf die Firma Caterpillar bin ich bei meinen Überlegungen zu Schwanz nicht zufällig gestoßen. Ich vermisse im Falle des Hans-Jürgen L. – in einem seiner Insolvenzverfahren – die Bezahlung eines „Steinbrechers“, welcher über eine Hongkong Firma des Flüchtlings verkauft und ausgeliefert wurde. Geld kann einer auf der Flucht immer gebrauchen, weshalb es grundsätzlich Sinn macht, seine Fluchtroute so zu wählen, dass offene Forderungen – gleich welcher Art – überprüft und wenn möglich eingefordert werden können.
Dazu später mehr.
Anmerkung:
Die (Roman-) Figur des Demis Turan im Teil II wird noch sehr wichtig, wenn sich im Fall des Hans- Jürgen L. herausstellen sollte, das Thunder Bay aus einem bestimmten Grund und nicht zufällig Endziel des Flüchtlings war, da dann die Gedankengänge von Schattenmänner zu erklären sind, die eine Person zwanzig Jahre nach einer temporären Zusammenarbeit eiskalt abduschen, wie es Otto Schwanz selbst unterstellt hatte.
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Topics: Hintergrund und Analyse | 6 Kommentare »
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23.Oktober 2009 at 11:39
Danke für die Infos zur wahren DDR-Geschichte!
“Haupteinnahmequelle waren Provisionen und überhöhte Zinsen für Importlieferungen, sowie Verschleuderung von DDR Erzeugnissen auf den West Märkten zu Dumpingpreisen.”
So langsam bekommt die DDR-Geschichte Füße. Kein Wunder ging die DDR Pleite. Was bekam die DDR denn als Gegenleistung für die Verramschung ihrer Produktion? Ging es nur um die Gutsituierung der Bonzen? Soviel konnten die doch gar nicht verpulvern?
In einer Biographie über Bernhard Quandt – “Bernhard Quandt, ein Urgestein Mecklenburgs” (oder so ähnlich) – (geb. 1902, genannt der “rote Teufel”, ehem. Ministerpräsident von MeckPomm und auch ab 60er,70er (?), mit im “Bundesvorstand” der SED, war gegen Ende der DDR wie vor den Kopf gestoßen als er, nach seinem lebenslangen Einsatz für den Sozialismus bzw. Kommunismus, erfahren mußte, dass die DDR Pleite war. D.h. obwohl er ziemlich in der Nähe der Macht war bekam er davon nichts mit.
Dadurch gehe ich davon aus, dass wirklich nur wenige über die “geheimen” bzw. wirklichen Geschäfte der DDR Bescheid wußten.
“Nord- und Westontario ist ein Zentrum des Erzabbaus. Die Stadt Greater Sudbury in Nordontario lebt vom Kupfer und Nickelabbau. Verschifft werden diese Erze über den Hafen von Port Arthur, dem heutigen Thunder Bay. Das Stichwort Rohstoffbeschaffung wäre damit erfüllt.”
Was ist denn mit den Rohstoffvorkommen in Russland?
Bei Dscheskasgan und dem Balchaschsee (östl. des Aralsees) gibt/gab es lt. Diercke Weltatlas von 1973 auch große Kupfervorkommen. Etwas Nickel gibt/gab es im nördlichen und südlichen Bereich des Urals. Zudem gibt oder gab es dort doch auch riesige Eisenerzvorkommen? War das russische Eisenbahnnetz eh schon völlig überlastet mit dem eigenen Bedarf?
Warum kauft man die Rohstoffe lieber beim Klassenfeind?
Gibt es bei dieser Geschichte mit Otto Schwanz eine Verwechselung bei Port Arthur/Thunderbay (Oberer See)? Laut dem Atlas gibt es dort eigentlich nur ein großes Chemiezentrum. Dafür gibt es am nordöstlichen Huronsee bei Sudbury das große Nickelvorkommen und auch etwas Kupfer. Der dazugehörige Hafen ist wohl Key Harbour.
Am südwestlichen Ende des Oberen Sees liegt Duluth (USA) und dort gibt/gab es lt. Atlas riesige Eisenerzvorkommen (auch USA).
Vor ein paar Jahren habe ich mal einen ehemaligen NVA-Beschäftigten (mindestens Feldwebel oder auch Offizier) gefragt warum denn die DDR solche Energieprobleme, vor allem mit Treibstoff hatte wo doch Russland in Öl geschwommen ist. Er meinte, dass es bei Russland so war, dass zuerst das Militär kam, dann kam lange nichts und dann kam die Zivilbevölkerung.
Ich frage mich auch warum es trotz der vielen Universitäten und gut ausgebildeten Leuten der DDR nicht gelungen ist gute Autos bzw. gute Baumaschinen zu bauen.
Kurz nach der Wende durfte ich in einem Braunkohletagebau bei Görlitz mal einen sogenannten Grass-Lkw fahren, der für die Beförderung der Schichtarbeiter eingesetzt wurde. So was ist bei uns im Westen wahrscheinlich zuletzt Anfang der 60er herumgefahren.
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23.Oktober 2009 at 11:42
Korrektur und Nachtrag: Der Lkw schreibt sich eher Kras/Krass oder Kraz und war eine russische Produktion, dafür fuhr der wahrscheinlich auch noch bei -40°C
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23.Oktober 2009 at 15:13
“Ich frage mich auch warum es trotz der vielen Universitäten und gut ausgebildeten Leuten der DDR nicht gelungen ist gute Autos bzw. gute Baumaschinen zu bauen.”—- weil gutes Material knapp war – der Trabbi war nicht umsonst aus Phenolhars und Baumwolle, überall wurde das wenige gute Metall für besondere Zwecke aufgehoben (Rüstung, Gestattungsproduktion)
Die Entwürfe für tolle Dinge gab es – bis heute hält sich das Gerücht, der VW Golf I wurde vorher in der DDR entwickelt aber dann wegen der Kosten so nicht genehmigt. Es gab da einen Prototypen, der sieht aus wie der Golf I – nur der Prototyp ist 4 Jahre vorher entstanden. Irgendwie müssen die an die Daten gekommen sein.
http://www.trabant-team-augsburg.de/bilder/Geschichte/Trabant-Prototyp-P610.jpg
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://freenet-homepage.de/Miru/trabi_p100.jpg&imgrefurl=http://freenet-homepage.de/Miru/trabi3.htm&usg=__HapplXxSfr89FQ-N-1IpX52FIHM=&h=278&w=475&sz=17&hl=de&start=7&um=1&tbnid=sPQJp7qDoBqiyM:&tbnh=75&tbnw=129&prev=/images%3Fq%3DTrabant%2Bprototyp%26hl%3Dde%26sa%3DG%26um%3D1
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23.Oktober 2009 at 16:37
@ Erregter-Leser
Danke für den Kommentar. Ganz so einfach waren die Geschäfte der KoKo nicht. Nehmen wir das Billard zum Vergleich. Die Kugeln werden sehr selten direkt gespielt und auch nicht nur über eine Bande, sondern häufig über mehrere Banden.
Stark vereinfacht, nur als Beispiele:
In der Ausgabe des STERN 42/1997 beschreibt ein Insider diese Art von Geschäften.
Diesem Informanten gab der STERN den Decknamen „Dr. Leonhard Moser“ – Kaufmann in Augsburg.
„Mosers“ Geschäft war Zement, welcher infolge des Baubooms in den 80- zigern weltweit knapp und begehrt war.
Dr. Leonhard Moser hatte gute Geschäftsbeziehungen zu Südafrika und dort gab es genügend Zement. Nur – Südafrika unterlag einem UN- Embargo. Der Handel mit südafrikanischem Zement war illegal und strafbar.
Über eine Firmenkonstruktion – an der zu 33 Prozent auch die KoKo beteiligt war – kaufte er in Südafrika Zement – welcher sich mittels gefälschten Papieren – unmittelbar nach der Verladung auf ein Handelsschiff (in der Regel Schiffe aus der DDR oder anderen Ostblockländern) in DDR- Zement verwandelte.
Dieser war weltweit ohne Probleme zu den damals hohen Weltmarktpreisen verkäuflich.
Die Geschäfte des Kaufmannes aus Augsburg liefen so gut, dass er bald auch mit Chromerz “aus der DDR” zu handeln begann.
Nun hatte die DDR keine Chromerzvorkommen – aber Südafrika – aber die DDR hatte Papiere, welche das verschiffte Chromerz als DDR- Produkt auswies.
Verarbeitet wurde das Chromerz in den Hochöfen von Thyssen und Mannesmann, deren Einkäufer sehr genau wussten, dass die DDR keine Chromerzvorkommen hat – aber – für gute Geschäfte ist es besser — man weiß nicht zu viel.
Westdeutsche Stahlpressen wurden an die DDR geliefert – die Hersteller- Schilder wurden in der DDR demontiert – dann gingen die Stahlpressen an Stahlkonzerne in Südafrika als Ware unbekannter Herkunft.
Dual- use- Güter
Güter die sowohl militärisch wie auch zivil genutzt werden unterliegen in der Regel – wie Kriegswaffen – den Außenwirtschaftsgesetzen der Staaten.
Die Schweiz hätte sicherlich keine Dual- use- Güter an den damals im Krieg befindlichen Iran verkauft. Ein Verkauf an die DDR machte dagegen keine Probleme. Die DDR lieferte dann die Ware an den Iran.
Das Wichtigste beim Geschäft ist die Bezahlung der gekauften Ware.
Für die Schweizer Firma war juristisch die DDR (KoKo)- Firma Schuldnerin. Für die DDR- Firma der Iran.
Tatsächlich wollte die DDR (KoKo) – Firma nur die Provision aus dem Geschäft – die Schweizer Firma wollte die Bezahlung ihrer Waren – da der Käufer Iran für sie weder Schuldner war – noch der Zahlungsanspruch einklagbar gewesen wäre – es sei denn, der Geschäftsführer der Schweizer Firma wollte in den Knast.
Übergabeort wurde daher ein Hafen – nehmen wir Rostock. Sobald die Ware aus der Schweiz in der Lagerhalle des vom Iran beauftragten Spediteurs angekommen war, hatte ein Treuhänder in Rostock den Kaufpreis auszubezahlen.
Reicht dies, um einen einzigen Punkt ihres Kommentars so zu beantworten, dass dies verständlich ist?
24.Oktober 2009 at 14:03
Ja Danke, mir wird der Wahnsinn immer klarer bzw. ich weiß, dass ich nichts weiß.
Nur den einen Punkt hätte ich noch gerne gewußt, falls sie da Infos haben: Wieso Rohstoffe aus den USA, wenn es sie auch in Russland gab?
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24.Oktober 2009 at 20:52
@ Erregter Leser
Okay, aber nur in sehr allgemeiner Form. (Nicht in Bezug auf den Fall. Alles zur seiner Zeit in einer Serie.)
Devisen waren in allen Ostblockländer sehr knapp. Wer Rohstoffe hatte, verkaufte diese auf dem Weltmarkt oder zu Weltmarktpreisen an die „Bruderstaaten“.
Ausnahme war eine Art gegenseitige Existenzsicherung – eine Art Hartz IV auf Gegenseitigkeit – der Ostblockstaaten. Gegenseitige Lieferungen wurden nicht bezahlt, sondern mit Hilfe einer Verrechnungswährung abgerechnet. (Staubsauger gegen Erdöl.)
Bevor ich bei meinem Brüderchen zu Weltmarktpreisen kaufe, überprüfe ich das Angebot und wenn ich die benötigte Ware irgendwoher billiger bekomme und dem Brüderchen nicht Schade, kaufe ich dort, wo ich die gleiche Ware zu einem günstigeren Preis bekomme.
Dazu ein Beispiel:
Die DDR Wirtschaft benötigte Silber. Der Weltmarktpreis explodierte. Was machte die DDR in ihrer Not? Sie kaufte ihren Bürgern weit über dem Weltmarktpreis deren Silber ab. Zahlte, wenn ich mich nicht täusche, damals das Vierfache oder Achtfache des Weltmarktpreises. Natürlich in Ostmark.
In den Bruderstaaten gab es genügend Silber. Fördermenge heute im Jahr:
Polen (1.500 t), Russland (800 t) und das heutige Kasachstan (800 t)
Zum Vergleich: Mexiko (2.900 t), Peru (2.900 t), Australien (2.000 t).