Köln und MĂŒnchen. Moralisch-politischer Zusammenbruch und Kapitulation von Liberalen, Demokraten, Pazifisten, Sozialdemokraten und politischen Linken in Zeiten des Krieges. Kontext einer Republik auĂer Funktion.
Am 23. August warnte Radio Utopie vor einer
„von der Regierung von oben nach unten in die Gesellschaft hinein organisierten neuen Kampagne zur SchĂŒrung von Konflikten, Spaltungsbewegungen, bis hin zur Kreation von SpannungsfĂ€llen in die Quere, die einerseits den âSicherheitsâ-Apparat, als auch die âEuropĂ€ische Unionâ begĂŒnstigen, die Republik destabilisieren und dadurch die herrschende Machtarchitektur stabilisieren sollen.“
Gestern begannen, jedenfalls nach Angaben des MilitĂ€rs bzw des EinsatzfĂŒhrungskommandos, die Tornado-Kampfbomber-EinsĂ€tze der deutschen Luftwaffe im 2003 durch eine Invasion des Westblocks begonnenen und danach faktisch nie geendeten Irak-Krieges, dem sich Staatsparteien, Organisationen und vor allem die Bevölkerung Deutschlands seinerzeit noch wiedersetzt hatten. Doch seltsamerweise wurde dieser Kotau von Staat, MilitĂ€r und Regierung Deutschlands vor dem seit 14 Jahren weltweit nach eigenem Ermessen Krieg fĂŒhrenden Imperium der Vereinigten Staaten von Amerika kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen. Ebenso willig hingenommen wurde die organisierte Kollaboration beim verfassungswidrigen Angriffskrieg gegen Syrien, welcher 2011 (zunĂ€chst im Windschatten einer ursprĂŒnglichen Demokratiebewegung) begonnen wurde, mit dem Ziel der Kontrollgewinnung ĂŒber diesen Staat bzw dem Sturz des bisherigen Regimes.
Eigentlich seltsam, nicht wahr? Im Jahre 2016 wird Deutschland in zwei Angriffskriege mit hinein gezogen, in einen weiteren Krieg auf dem Territorium eines Mitglieds vom Nordatlantikpakt verwickelt, der TĂŒrkei, und es passiert – nichts.
Nichts.
Die „Opposition“ tut nichts. Die Friedensbewegung tut nichts. Die Bevölkerung protestiert nicht. Die Presse berichtet kaum.
Wie kam dieses gewisse Nichts zustande?