US-Verteidigungsministerium sperrt am Sonntag Militärs in ihre Lager auf Okiwana ein

Die bei der Bevölkerung unbeliebten US-Marines sollen sich möglichst unsichtbar machen.

Das US-Verteidigungsministerium hat an das Personal und dessen Familien des US-Militärstützpunktes Kadena Air Base auf Okinawa die Empfehlung herausgegeben, sich am kommenden Sonntag, den 25.April, den Blicken der Bewohner und Besucher der japanischen Insel zu entziehen, um diese nicht durch ihren unzumutbaren Anblick zu reizen und dadurch Zwischenfälle zu vermeiden.

Am Sonntag werden einhunderttausend Menschen zu einer von der Präfektur unterstützten Protestkundgebung gegen das US-Militär auf der Insel in dem Dorf Yomitan von den Veranstaltern erwartet. Die Kundgebung beginnt um 15.00 Uhr in einem Sportkomplex. Unter den Referenten werden sich auch Beamte und Regierungsmitglieder befinden, hiess es am 23.April nach Angaben von Stars and Stripes. (1)

Die letzten grossen Massenproteste gegen die Anwesenheit von US-Truppen ereigneten sich im Oktober 1995 in Ginowan mit achtundfünfzigtausend Teilnehmern, nachdem bekannt geworden war, das drei US-Soldaten ein zwölfjähriges Schulmädchen entführt und vergewaltigt hatten.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es auf Okinawa mehrere US-amerikanische Militärstützpunkte, unter anderem die Kadena Air Base und das Camp Foster. Okinawa wird daher auch „unversenkbarer Flugzeugträger“ der USA genannt. Fast alle der 14.460 Marineinfanteristen in Japan sind hier stationiert. Im Oktober 2005 gab die japanische Regierung an, dass die US-Streitkräfte mehrere tausend Soldaten von der Insel abziehen werden.

Okinawa als Basis komplett aufzugeben, wie es von den Einheimischen verlangt wird, kommt wohl nach den Plänen der US-Strategen nicht in Frage. Zu wichtig sei der Standort. Vor allem, um in unmittelbarer Reichweite von Taiwan zu sein, sollte der Taiwan Relations Act wirklich zur aktiven Anwendung kommen. Derzeit bemüht sich die US-Navy um ein Stück Küste Okinawas, um dort einen U-Boot-Stützpunkt zu errichten. Bei diesem Gebiet handelt es sich aber um eine Naturschutzzone, vor allem weil sie ein Anlaufpunkt für den vom Aussterben bedrohten Meeressäuger Dugong und weitere bedrohte Arten ist. (2)

Quellen:
(1) http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=69515
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Okinawa#Amerikanisches_Milit.C3.A4r

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