US-Aussenministerin Hillary Clinton sucht Zusammenarbeit mit den Taliban

Politik, Diplomatie

Die Taliban stellen keine Bedrohung für Amerika dar und werden nicht als Terroristen betrachtet, weitere Absage an den pauschalisierten "War of Terror"

Die US-Aussenministerin Hillary Clinton liess anklingen, dass die US-Administration nach Möglichkeiten sucht, mit einigen Mitgliedern der Taliban zusammenzuarbeiten, meldete gestern Abend die iranische Zeitung Press TV.

"Wir sind mitten in einer sehr gründlichen Analyse, wie wir am besten unsere zentralen Ziele, den Schutz unseres Landes, unsere Interessen und unsere Freunde und Verbündeten vor der Geissel des Terrorismus schützen"

sagte Frau Clinton am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

"Wir untersuchen alle möglichen Fragen, die bestehen, um zu bestimmen, welche Entscheidung für den Präsidenten die klügste Herangehensweise ist."

Das Weisse Haus erklärte am Donnerstag, dass die Taliban weniger eine Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellen, als al-Qaida.

Die Beamten, die an einer intensiven Überprüfung der Afghanistanpolitik beteiligt sind, argumentierten, dass die Taliban, die zwar den US-Truppen feindlich gegenüberstehen, keine ernste Gefahr für die US-Interessen und für das Heimatland Amerika darstellen, im Gegensatz zu Al Quaida.

Daraufhin erhoben sich Spekulationen darüber, dass der US-Präsident Barack Obama den Beschluss fassen könnte, sich gegen eine massive Truppenerhöhung in Afghanistan zu entscheiden, hiess es.

Der Präsident hat noch keine diesbezügliche Entscheidung getroffen. Das Weisse Haus teilt seit Wochen mit, dass der Präsident sich die neue Strategie reiflich überlegen muss und vorher alle Argumente prüft.

Diese gestern bekanntgewordene Bewertung steht in krassem Gegensatz zu der des Kommandeur der US-und NATO-Truppen in Afghanistan, in der der General Stanley McChrystal bis zu 40.000 Mann starke Truppen angefordert hatte.

General Stanley McChrystal hatte den vertraulichen Bericht an das US-Verteidigungsministeriums in schon vaterlandsverräterischer Weise an die Öffentlichkeit lanciert, um dieser zu zeigen, dass die Lage am Hindukusch sehr ernst ist und Amerika eine schmähliche Niederlage droht.

Damit wollte er erreichen, dass der Druck der Beamten, der Presse und der "patriotischen" Gesinnungsgenossen auf die Entscheidung des US-Präsidenten wächst, um mehr Soldaten bereitzustellen. Schliesslich ist ihm nicht unbekannt, dass der Präsident nach anderen Ansätzen sucht.

Herr Stanley McChrystal ist ein Militär, ein General und erlangt seine Karriere, seine Bedeutung im Krieg, nicht im Frieden. Dass sein vertraulicher Bericht an die Presse kam, könnte schon fast als ein Versuch ausgelegt werden, sich gegen den Präsidenten zu stellen.

Der Vorfall Ende April, als eine der Air Force One, dem Flugzeug des Präsidenten der Vereinigten Staaten, zum Verwechseln ähnliche Boeing 747 zusammen mit zwei Jagdflugzeugen des Pentagon im Tiefflug über New York flog, angeblich um Werbefotos anzufertigen, ist auch als Drohung des Militärs gegen den Präsidenten zu werten.

Barack Obama entmachtete daraufhin die Forschungsabteilung des Pentagon DARPA.

Der Verteidigungsminister Robert Gates rügte General Stanley McChrystals Verhalten öffentlich, indem er sagte:

"Der Präsident ist für alle Vorschläge offen, aber privat"

Die Meinung des US-Militärs nach mehr Truppen hat nicht in der Öffentlichkeit stattzufinden sondern der Dienstweg ist einzuhalten.

Die Meinung jeden einzelnen Bürgers in Amerika, Europa und gerade auch in Deutschland sind sehr wohl gefragt.

Kluge Reden schwingen viele - wo bleibt der Druck jedes Einzelnen auf die Regierung, diesen Krieg sofort zu beenden?

Ohne Deutschlands Beteiligung hätte die Lage für die USA schon längst seit Jahren ganz anders ausgesehen.

Solange den Bürgern die Politik egal ist, was will man da von den regierenden Politikern erwarten - genau dadurch machen sie ja was sie wollen und verdienen am Krieg.

So wie gestern ein Aufschrei der Empörung über die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama durch unser Land ging - so laut wünscht man sich die Stimmen gegen die kriegsbefürwortende Bundesregierung auch!

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Quelle: http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=108201§ionid=351020403

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