UNRWA-Sprecher: Israels Militär leugnet systematisch Kriegsverbrechen

Politik, Diplomatie

In einem Live-Interview auf "Press TV" berichtete der Sprecher des UNO-Palästinenserhilfswerks UNRWA Christopher Gunnes von der Situation in Gaza. Er sprach von einer "flip-flop"-Kriegspropaganda der israelischen Militärs, welche beständig Kriegsverbrechen begingen und diese anschliessend leugneten.

Die Reihenfolge, so der UNO-Sprecher, sei immer gleich. Zuerst folge z.B. der Beschuss von UNO-Fahrzeugen und Gebäuden der UNRWA in Gaza durch Israels Militär.
Wenn das bekannt werde, so Gunnes, leugneten die Israelis zunächst alles. Dann erfänden sie neue Lügen, wie z.B. den Beschuss der eigenen Streitkräfte aus den UNO-Gebäuden. Würden diese wiederlegt, erfänden sie einfach neue, usw.

Er sprach von ungefähr 40 Vorfällen, die von den Vereinten Nationen auf Kriegsverbrechen des israelischen Militärs untersucht werden müssten.
UNRWA-Sprecher Gunnes berichtete u.a. vom Beschuss von Wohngebieten in Gaza-Stadt durch die israelische Marine auf See. In Khan Yunis (Chan Junis) sei eine UNO-Bibliothek vollständig niedergebrannt worden. Von einer "Normalisierung" der Versorgung der Zivilbevölkerung sei man weit entfernt, so Gunnes.

Heute wurde laut Pressemeldungen u.a. eine Behindertenstätte beschossen und das Al-Dorra-Kinderkrankenhaus in Gaza durch Artillerie getroffen. Am 17.Tag des Krieges gäbe es in Wohngebieten weder Strom- noch Wasserversorgung.
Zu den Vorwürfen des Einsatzes von geächteten Phosphorbomben sowie Uran-Waffen, welche durch zahlreiche Fotodokumente und Aussagen von Ärzten belegt sind, schweigt das israelische Militär.

Unterdessen musste Israel Reservisten an die Front schicken, da die militärisch weit unterlegenen Palästinenser immer noch erbitterten Widerstand leisten. Von einer Eroberung des Gazastreifens durch Israels Militär unter Generalstabschef Gabi Ashkenazi kann trotz mörderischen Dauerbombardements durch Artillerie, Luftwaffe und Marine sowie des massiven Einsatzes von Panzern und Infanterieverbändenckeine Rede sein.