Israel: Dissidenten legen los, Demonstrationen in Tel Aviv

Die israelische Organisation "Gush Shalom", deren Mitglied u.a. der Träger des alternativen Friedensnobelpreises Uri Avnery ist, hat für heute zur Demonstration in Tel Aviv gerufen. Unterstützt werden die israelischen Friedensaktivisten dabei von der "Mideast Youth", die für Meinungs-, und Religionsfreiheit sowie den freien Zugang zu Informationen im gesamten Nahen Osten eintritt.

In dem Aufruf heisst es:

"Stoppt das Töten! Nein zur Blockade!
Das Töten in Gaza geht weiter. Hunderte sind getötet woren, Tausende verletzt, Luftschläge haben völlige Verwüstung angerichtet und ganze Familien obdachlos zurückgelassen.

Die Zivilisten im Süden von Israel werden durch eine Regierung als Geiseln gehalten, die sie missbraucht und belügt. Zerstörung und Tod in Gaza werden nicht ihre Zukunft sichern, sondern im Gegenteil zu mehr Gewalt und Töten führen..

Stoppt das Töten! Nein zur Belagerung! Ja zum Leben für Menschen beider Seiten ("both peoples")!

In diesen dunklen Tagen, lasst uns zu unserer Botschaft stehen:
Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein!

Wir verlangen:
Eine vollständige Waffenruhe und die Aufhebung der Blockade von Gaza, SOFORT!"

Die Demonstration ist für heute, 18.30 Uhr Ortszeit angekündigt. Bereits seit 13 Uhr laufen Demonstrationen der arabischen Bürger Israels in der Stadt Sakhnin, gestern organisierte die Gruppe "Frauen gegen den Krieg" eine Demonstration in Haifa.

Es ist zur Zeit sehr schwer, an Videomaterial von Demonstrationen in Israel selbst heran zu kommen, da eine Nachrichtensperre über friedens- und demokratiefördernde Aktivitäten in Israel durch die staatlich und kommerziell kontrollierten Presseorganen herrscht.
Sollten Leser und Leserinnen öffentlich zugängliches Material irgendwo entdeckt haben können sie dies in den Kommentaren vermelden, wir greifen es auf.

Gestern hatten dieselben üblichen Heuchler vom israelischen Ableger des Haufens von Kriegskollaborateuren, Verbrechern und Verrätern an den Menschenrechten, welche sich weltweit gern "die Linke" nennen, versucht die israelischen Dissidenten daran zu hindern palästinensische Fahnen zu tragen.

"Als ein Linker habe ich das Gefühl, dass die Protestierer die Linie überschreiten, indem sie die Fahne des Feindes schwenken"

so dazu der Anwalt Guy Ofir. Er wurde, wie (fast) alle Linken Israels und Deutschlands, wie immer links vom Obersten Gerichtshof überholt. Die Dissidenten Israels dürfen die Flagge der palästinensischen Nachbarn tragen.

Bleibt zu hoffen, dass der israelischen "Die Linke", und der deutschen "Die Linke", irgendwann, irgendjemand den verdienten linken Haken gibt.

Aber mit Schmackes.

update 16.36 Uhr:

hier zu sehen, Hinweis von Leser Redhat: eine Blockade des Militärflughafen Tel Avivs am 2. Januar durch ein Dutzend Anarchisten. Nach ein paar Minuten verlassen diese die Fahrbahn und werden danach einzeln wie Schwerverbrecher von der Polizei abgeführt.

(...)

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