Israels Militär erschiesst unbewaffneten Palästinenser bei Massenprotesten gegen Gazakrieg

Politik, Diplomatie

Während massiver Demonstrationen in Na'alin nahe Ramallah im Westjordanland hat das israelische Militär den unbewaffneten 22-jährigen Arafat Khawaja erschossen.
Laut Zeugenaussagen war nicht einmal klar ob dieser überhaupt an den Demonstrationen teilgenommen hat.
Der Arzt Basem Abu Sheikh gab zu Protokoll Khawaja sei durch einen Schuss in die Brust getötet und ein zweiter Palästinenser angeschossen worden.

Wie die liberale israelische Zeitung "Haaretz" ausserdem berichtete, habe das Militär behauptet angesichts der militanten Proteste durch steinewerfende Demonstranten keine andere Möglichkeit zur "Kontrolle der Menge" gesehen.

Neben Palästina kam es auch in Israel heute wieder zu massiven Demonstrationen gegen das Vorgehen von Militär und Regierung.
Israelis "arabischer Herkunft" protestierten als Bürger zweiter Klasse in der Stadt Umm al-Fahm. Nahe der Stadt Dir al-Assad kam es zu einer Verkehrsblockade der Route 85.

Bereits gestern war es in Israel landesweit zu spontanen Protesten der unterpriviligierten "arabisch-stämmigen" Israelis sowie von Progressiven und Friedensaktivisten gekommen.  Demonstrationen gab es in den Städten Taiba, Sakhnin, Ibillin und Nazareth, wo die "Demokratische Front Nazareth" zum Protest gegen die Kriegspolitik der Regierung aufrief. Diese verlangte einen Stopp "aller Massaker der Armee Israels in Gaza, zweitens die Einheit der Palästinenser und drittens eine Kritik am Schweigen der arabischen Regime", so die NDF-Sprecherin Abir Kopty.

In Tel Aviv demonstrierten arabische und israelische Friedensaktivisten.