Wieder versagt die Hamas

Politik, Diplomatie

Es gibt genau zwei Parteien, die möglichst viele tote Palästinenser zur Festigung ihrer Macht antreben: das israelische Establishment und die Hamas.
Anders ist der Aufruf von Kamelgehirn Chaled Maschaal (Khaled Meshaal) in Damaskus nach "Selbstmordmissionen" und einer "Militär-Intifada" nicht zu interpretieren.

Mehreren Meldungen zufolge hat Maschaal gegenüber Al-Jazeera folgendes gesagt:

"We (have) called for a military intifada against the enemy. Resistance will continue through suicide missions."

Damit missbraucht der Hamas-Boss den Begriff der 1987 spontan ausgebrochenen Intifada, der als "Krieg der Steine" den Kampf Davids gegen Goliath symbolisierte. Wesentlicher Grund für den Sieg dieser ersten Intifada war, dass Yassir Arafat gleich zu Beginn ausdrücklich den Einsatz von Schusswaffen durch die Palästinenser verbot, auch beim Einsatz dieser Waffen durch die Israelis. Er wusste was er tat.

1993 wurde der Friedensvertrag von Oslo erzwungen. Um diese Niederlage durch einen neuen Krieg gegen die Palästinenser wieder wettzumachen mussten erst jüdische Extremisten am 4.November 1995 den israelischen Ministerpräsidenten und ex-Generalstabschef Jitzchak Rabin erschiessen (welcher den Osloer Vertrag unterzeichnet hatte) und den Massenmörder Ariel Sharon an die Macht hieven.

Nun will Chaled Maschaal offenbar keinen Sieg der Palästinenser mehr, sondern ihn im Gegenteil mit aller Gewalt verhindern. Denn einen Sieg erringt man mit Mitteln, mit denen man einen Sieg auch erringen kann.

Und wie erringt man einen Sieg gegen eine Atommacht? Mit Massakern in irgendwelchen Cafes? Mit dem Beschuss von selbstgebauten Raketen, von denem bei Start niemand weiss wo sie runterkommen? Mit Entführungen, die wieder eine Bodenoffensive zur Folge haben, samt neuen Massakern?

in einem Frieden müsste sich Chaled Maschaal - genau wie seine Konterparts in Jerusalem - vom Volk fragen lassen, was er eigentlich noch kann ausser Leute umbringen.
Das israelische Regime ist so korrupt, so verachtet bei den Israelis, dass es bei den eigenen Landsleuten nur noch Beifall dafür bekommt wenn es Palästinenser massakriert. Das ist schon schlimm genug.
Nun aber spielt die Hamas und ihr Chef vom (scheinbar) sicheren Asyl Syrien aus den Massenmördern in der israelischen Rechten und im militärisch-industriellen Komplex direkt in die Hände.

ENTWEDER MAN WILL GEWINNEN, ODER MAN WILL ES NICHT

Militärisch macht ein Massaker an Zivilisten durch "Selbstmordattentate" keinen Sinn, politisch ist es kontraproduktiv moralisch ist es verwerflich, kurzum: es schadet ausschliesslich der eigenen Position.
Die Anwendung sinnvoller und effektiver Mittel wird ausserdem erheblich erschwert, denn diese brauchen öffentliche Unterstützung. 

Dazu gesellt sich die Tatsache, dass durch die Formulierung "militärischer Intifada" die Steinschleuderer des Volksaufstandes zum Abschuss durch die israelischen Militärs freigegeben werden, von nicht enden wollenden Bombardements der israelischen Luftwaffe in Wohnviertel und Menschenmengen ganz zu schweigen.

Es ist aber auch verheerend für alle politischen Gruppen weltweit, die mit den Palästinensern solidarisch sind. Schon jetzt werden sich schmierige Abgesandte ominöser palästinensischer Splittergruppen auf den Weg nach Europa machen, um wieder irgendwo in Hinterzimmern verblödete Linke vollzutexten und ihnen einen vom Krieg zu erzählen.
Es braucht sich nur einer dieser stumpfsinnigen, nichtsnutzigen Vollidioten eine dahergebrabbelte Solidaritätsadresse mit der Hamas aus der Nase ziehen zu lassen und man sieht Rotwang Schäuble schon vor sich, wie er seine Krallen Richtung Kamera streckt, einen vom Araber erzählt, dem mit der iranischen Connection natürlich, und der nordkoreanischen Atombombe, dem C-Waffen-Labor in Syrien, dem Biowaffen-Labor in Pakistan und selbstverständlich von den Querverbindungen zur usbekischen "Islamischen Jihad Union" und allen anderen Nachrichtendienst-Fantomen für Schwachmaten.

Wenn die Palästinenser nun die nächste Intifada starten, so ist das nur logisch und verständlich. Gewinnen werden sie damit nicht verlieren werden nur dann nicht, wenn sie zum "Krieg der Steine" zurückkehren und die eigenen Opfer in Kauf nehmen.
Gewinnen werden die Palästinenser nur mit einem Generalstreik in Israel, Palästina und der gesamten arabischen Welt. Millionen Araber und Muslime warten nur darauf mit ihren eigenen, hemmungslos verkommenen und vom Westen gekauften Regimen abzurechnen.
An diese Verbündeten sollten sich die Palästinenser halten. Nicht an ihre ganzen sogenannten "Verteidiger", deren Funktionäre nur darauf warten palästinensischen Müttern eines Morgens freudestrahlend zu erzählen, ihr Sohn oder Tochter sei zum Martyrer der Hamas geworden, hier bitte schön, die Totengabe.

WAS DER HAMAS FEHLT

Der schlechte Schauspieler Abbas, sowie die Fatah, ist längst bedeutungslos. Die Hamas ist die einzige relevante, im Volk verwurzelte Organisation welche die Palästinenser haben.

Jetzt bräuchte sie nur noch ein Gehirn.

(...)

09.03.08 Warum will die Hamas nicht gewinnen?