Kriegspresse lanciert neue "Piraten"-Lügenorgie der Bundesregierung

Politik, Diplomatie

Die Lügen und Kriegspopaganda der Berliner Regierung sind mittlerweile auf dem Niveau des Kaiserreiches im 19.Jahrhundert angelangt. Schlimmer noch: während in früherer Zeit noch wenigstens eine einzige, in sich plausible Version eines Ereignisses der Öffentlichkeit präsentiert wurde, gibt es jetzt regelmässig mehrere, sich widersprechende Versionen verschiedener Ereignisse, die dann innerhalb eines Tages bis zu den Abendnachrichten geradegebogen, gestanzt, ausgesiebt und abgeändert werden.
Nun wird weltweit von der Rettung des ägyptischen Frachters "Wabi al Arab" durch die deutsche Fregatte "Karlsruhe" vor "Piraten" berichtet.

Wieder einmal einzige Quelle für diese Information: Noel Choong, Chef des "Anti-Piraten-Zentrums" des "International Maritime Bureau" (IMB) in Malaysien. Es folgte umgehend die Bestätigung des Berliner Verteidigungsministeriums. Leider weiss man nicht genau für was.

 

DIE QUELLE

Wie es unsere Zeit erfordert, braucht es für die kühnsten Behauptungen immer ein flottes Kürzel.
Das macht jede Meldung aus einer einzigen Quelle glaubwürdig und jeden Fragesteller zum Fragentheoretiker, welcher die natürliche Määähähähähähdienordnung Gottes in Frage stellt.

Wie wir mehrfach erwähnten, wird das ständig in der Weltpresse als Quelle angebebene "International Maritime Bureau" (IMB) in Kuala Lumpur, Malaysien, von der der Internationalen Handelskammer mit Sitz in London betrieben.

Vom "IMB" kommt praktisch jede Meldung über "durch somalische Piraten" entführte Schiffe irgendwo vor Afrika, von Kenia, bis zum Roten Meer. Niemand stellt diese Meldungen in irgendeiner Art und Weise in Frage, niemand kümmert sich vor der Erstellung der entsprechenden Schlagzeile um eine Bestätigung von unabhängiger Seite.

DIE MELDUNG

Heute meldete die Nachrichtenseite "bloomberg", das IMB habe berichtet, die deutsche Fregatte "Karlsruhe" habe im Golf von Aden auf ein Piratenschiff gefeuert.
Das Berliner Verteidigungsministerium bestätigte diese Meldung, so die Presseagentur "dpa".

Das bedeutet, dieser Text der "Tagesschau", von Marc Engelhardt aus dem ARD-Hörfunkstudio in Nairobi, ist leider von A bis Z erstunken und erlogen.

"Der Funkspruch erreichte die "Karlsruhe" in den Morgenstunden: Da waren somalische Piraten dabei, den Frachter "Wabi al Arab" anzugreifen, unterwegs von der ägyptischen Hafenstadt Suez nach Asien. Von der deutschen Fregatte stieg daraufhin einer der beiden Kampfhubschrauber auf. Als er am Horizont erschien, stellten die Seeräuber das Feuer ein und zogen ab."

Also, wer lügt jetzt: die ehrenwerte Tagesschau? Oder die ehrenwerte Regierung?
Halt, warten sie - es geht doch viel eleganter.

"Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es interessierte niemand."

Das ist aus der Nobelpreisrede eines Mannes, dessen Todesnachricht uns heute erreichte und der eine Lücke im Herzen jedes denkenden und kämpfenden Menschen hinterlässt, allerdings nur wenn er oder sie nicht selbst für den Krieg kämpft, sondern für das Gute, wie eben Harold Pinter dessen Worte im Jahre 2005 mehr bewirkt haben als Jahrhunderte an Geschwafel, Lügen und Versprechungen durch irgendwelche Inhaber der Macht es jemals könnten.

Harold Pinters Feind, wie der jedes Künstlers, war das grosse Nichts, was um sich greift.

DAS NICHTS

Es ist das schleimige, gierige, nach Geld stinkende Nichts, was das Trottel-Pack an ihren langen Nasen gepackt hat, an ihren, ihren langen Lügennasen gepackt, geführt und aus einer Lüge 100 und aus einem Verrat an der Wahrheit 1000 gemacht hat.

Es ist der kalte, faulige Tod im Kadaver eines Menschen, der den Seelen blüht, der niedergetrampelten Würde, dem beschmutzten Verstand und nur noch das Ausspucken der letzten Leuchttürme als krankhafte Lust am Zerstören übrig lässt, wie die Freude des Militärs am Töten, das Zwangsbedürfnis der Schnüffler am Voyeurismus, der Stiefel im Nacken des Feindes Volk, welchem man den eigenen Machtwahn, das eigene Kriegsspiel und die ganze eigene Perversität aufzwingen will:

Aber man kann ja Nichts machen. Es wird sich ja Nichts ändern. Glaub Nichts, weiss Nichts, sag Nichts, sei Nichts, Nichts, Nichts, Nichts, Nichts, Nichts, Nichts, Nichts.

So wird das weitergehen. Solange Nichts passiert.

(...)

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