Livni: Keine Todesopfer in Chabad Haus bestätigt

Politik, Diplomatie

Update: Die israelische Aussenministerin Tzipi Livni hat am frühen Abend in einer Pressekonferenz die Meldungen über 5 tote Geiseln im Zentrum der ultra-orthodoxen Lubawitsch Chabad?Chassidim Sekte in Mumbai dementiert. Sie liess dazu den israelischen Botschafter in Indien zuschalten, der nach viel Gewimmer und Gebrumm endlich mit der Nachricht rausrückte, dass es keine Bestätigung für tote Israelis im Innern des Gebäude gäbe.

Vorher hatte der "Diplomat" Haim Choshen in Israel lauhals das Gegenteil verkündet.

"Fünf Körper von Geiseln sind im Innern des Chabad Hauses gefunden worden"

so Choshen zum israelischen Fernsehsender Channel 2 nur Minuten zuvor. Auch Motti Bukchin, Sprecher der Zaka (einer Art freiweilligen privaten Polizei Israels die derzeit ebenfalls in Mumbai), hatte behauptet:

"Wir wissen von Leichen von 5 Geiseln und zwei weiteren  von Terroristen"

Bukchin selbst sass aber zum Zeitpunkt dieser Behauptung in Israel. Er behauptete dies in einem Telefoninterview und berief sich auf Zaka-Leute vor Ort, während allerdings die Operation der Sicherheitskräfte in Mumbai noch lief.

Was in diesem Zusammenhang ganz besonders stutzig macht: die Schwiegereltern der durch die Zaka für tot erklärten mutmasslichen Geisel Rabbi Gavriel Holtzberg waren bereits Anfang der Woche  ("earlier this week") selbst mit einem Zaka-Team nach Mumbai gereist, u.a. mit einem Ärzteteam.

Die israelische Aussenministerin Tzipi Livni machte auf ihrer Pressekonferenz deutlich, dass es bis jetzt noch keinerlei bestätigten Informationen über Vorgänge im Innern des Chabad Hauses (auch Nariman Haus genannt) gibt, obwohl indische Militär- und Polizeikommandos seit fast 48 Stunden vor Ort sind und nach eigenen Angaben versuchen seit ungefähr genauso langer Zeit das Haus einzunehmen.

Das Chabad Haus ist angeblich von Terroristen besetzt, welche wiederum Geiseln genommen hätten, so die Berichte.

Vor dem Haus herrscht nichtsdetotrotz ein Riesenchaos, alles wedelt mit Finger und brüllt durcheinander. Soldaten müssen ihre Waffen hochhalten um durch die Menge zu kommen, seit ungefähr einem Tag lungern alle nur denk- und undenkbaren Bewaffneten der indischen Spezialspezialkräfte mit Sonnenbrillen und maskiert vor irgendwelchen Kameras rum (wenn sie grad mal nicht auf dem Dach stehen) und erzählen was sie wüssten wenn sie das täten und warum sie hier seien wenn sie das wüssten.

Neben der Zaka seien auch Einheiten der israelischen Armee seien vor Ort in Indiens Metropole Mumbai, so die isralische Aussenministerin Livni auf ihrer Pressekonferenz.

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Bis zur Stunde (20.41 Uhr MEZ) gibt es nur die Angaben der israelischen Zaka-Sprecher in Israel, welche den Tod von Gavriel Holtzberg und seiner Frau Rivka im Chabad Haus (Nariman House) bestätigen. Die Lubawitsch-Chabad Sekte übernahm diese Angaben auf ihre Webseite, ihr folgte die Weltpresse.

Es liegt nicht ein einziges Statement der indischen Behörden zu diesem Vorgang und zu diesen Behauptungen vor.