Nach Biden jetzt Palin über Iran: "Strategien um diesen Krieg zu gewinnen"

Politik, Diplomatie

Die Kandidatin der "Republikaner" für das Vizepräsidentenamt der USA, Sarah Palin, hat es in einem Interview als die wichtigste Aufgabe ihrer US-Regierung in den ersten 100 Tagen bezeichnet, die "Strategien abzustützen, die wir wegen Irak und Iran brauchen um diese Kriege zu gewinnen".

"Wir erkennen dass mehr und mehr Amerikaner beginnen das Licht dort zu sehen und die Unterschiede verstehen. Und wir reden eine Menge darüber, OK, wir sind zuversichtlich dass wir am Dienstag gewinnen, und ab da, die ersten 100 Tage, wie setzen wir den Plan um der diese Wirtschaft zurück auf die rechte Spur bringt und stützen wirklich diese Strategien die wir wegen Irak und Iran brauchen um diese Kriege zu gewinnen?"

Die Co-Kandidatin des "republikanischen" Präsidentschaftskandidaten John McCain ist nicht die einzige, die von schwerwiegenden politischen Entwicklungen kurz nach Amtsantritt des nächsten "mächtigsten Mannes der Welt" redet.

DIE PROPHEZEIUNGEN DES JOE

Am 19.Oktober spricht der Kandidat für das US-Vizepräsidentenamt der "Demokraten", Joe Biden, vor Finanziers des Wahlkampfs.
Es wird eine einzige düstere Prophezeihung, in der er bereits jetzt um Unterstützung für eine kommende schweren "Test" des neuen Präsidenten wirbt, welcher "wirklich harte Entscheidungen" in einer "internationalen Krise" werde treffen müssen  - in den ersten 6 Monaten seiner Amtszeit.
Biden zieht einen Vergleich zwischen Obama und Kennedy, benennt "4 oder 5 Szenarios", ausdrücklich Russland, Pakistan, den Nahen Osten, Iran sowie Bin Laden der im Grenzgebiet zwischen Afghanisten und Pakistan lebe und laut der CIA "gesund und wohlauf" sei.

"Das ist da, wo al Qaeda lebt. Es ist dort. Es ist real. Wir konzentrieren uns so sehr auf die schlechte Politik im Irak, dass wir manchmal zu denken scheinen dass dort irgendwie kein reales Problem ist. Unsere CIA hat daraufhin gewiesen, dass Bin Laden gesund und munter ist, Irak, entschuldigen Sie mich, in den Bergen zwischen Pakistan und Afghanistan. Er bekommt (unverständlich) und Unterstützung aus diesen Stammesgebieten. Ihr erlebt hier, Leute, der Taliban kommt zurück.
Wir stehen kurz davor uns in einer Position wiederzufinden wo wir den Rückschritt sehen wie er in Pakistan passiert."

Wenn die Leute dort keinen Grund hätten, so Biden, nach Islamabad zu schauen anstatt nur auf die Stammesgebiete,

"dann haben wir in der Tat keine Hoffnung, Leute."

Der designierte Vize von Barack Obama, welcher sehr wahrscheinlich am Dienstag zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gemacht wird, nennt Iran und Pakistan in einem Atemzug, benennt die Gefahr die von diesen Staaten durch bereits existierende oder potentielle Atomwaffen ausginge und sagt dann etwas sehr Seltsames...

"Wir reden hier darüber dass Iran eine Nuklearwaffe bekommt und Israel bedroht und uns. Pakistan brüstet sich bereits mit Nuklearwaffen, die alle bereits genau jetzt Israel treffen können, die alle den Mittelmeerraum treffen können und tief bis in den Indischen Ozean.  
Der Punkt, den ich hier deutlich machen will ist, Du kannst das nicht militärisch gewinnen. Du musst darüber hinaus gehen."

Biden redet an diesem Abend nicht - er beschwört. Es sind keine Fernsehteams anwesend, welche diese Rede vor den Wahlkampf-Finanziers der "demokratischen" Kandidaten Obama und Biden filmen. Aber ein Anwesender schneidet eine Tonaufnahme mit und erstellt nachher ein Transkript.

"Wir werden uns in echten Schwierigkeiten wiederfinden wenn wir gewählt werden. Das wird richtig hart. Das wird richtig, richtig, richtig hart. Wir werden das grösste systembedingte Defizit in der modernen - nicht modernen - in der Geschichte der Welt haben.
Wir werden uns selbst in der Lage wiederfinden eine Schuld zu erben, eine jährliche Schuld dieses Jahr, die sich möglicherweise einer dreiviertel Billion Dollar nähert.
Hören Sie mir zu?"

Die nun folgende Passage seiner Rede ist als Tonaufnahme auf youtube veröffentlicht worden.

"Und das ist der Punkt den ich meine. Denkt an meine Worte. Denkt an meine Worte. Es wird keine sechs Monate dauern bevor
die WELT Barack Obama testet wie SIE Kennedy getestet haben."
 
Dieser eine Satz verrät mehr, als Joe Biden jemals verrraten könnte. Weiter:

"Die Welt schaut auf uns. Wir werden einen brillianten 47 Jahre alten Senator zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wählen. Erinnert Euch daran wie ich das gesagt habe, hier stehend, auch wenn Ihr alles andere vergessen habt was ich gesagt habe.
Seht mal, wir werden eine internationale Krise haben, eine erzeugte Krise, um den Mumm von diesem Kerl zu testen. Und er wird ein paar wirklich harte - ich weiss nicht was die Entscheidung sein wird, aber ich verspreche Euch dass es passieren wird.
Als ein Geschichtsstudent, der unter 7 Präsidenten gedient hat, ich garantiere Euch es wird passieren. Ich kann Euch 4 oder 5 Szenarios nennen von wo es vielleicht ausgeht."

Biden sagt tatsächlich "kann Euch 4 oder 5 Szenarios nennen" und nicht "könnte", die Untertitel im Film sind falsch. Das sagt auch das Transkript.
Und tatsächlich. Nun nennt er sie auch. Er fährt fort:

"Und er wird Hilfe brauchen. Und die Art von Hilfe die er braucht ist, er braucht Euch, nicht um ihm finanziell zu helfen, wir brauchen Euch damit Ihr Euren Einfluss in der `community` benutzt um ihm beizustehen. Denn es wird zu Beginn nicht offensichtlich sein, es wird nicht offensichtlich sein dass wir Recht haben.
 
Denn all diese Entscheidungen, all diese Entscheidungen, wenn sie einmal getroffen worden sind und funktionieren, dann werden sie nicht als Krise angesehen werden.
Wenn sie nicht funktionieren, wird es so aussehen als ob man nicht die richtige Entscheidung getroffen hat, ein bisschen so als wir so lange gezögert haben mit Bosnien umzugehen und mit dem Kosovo umzugehen und infolgedessen 200.000 Menschen ihr Leben verloren die vielleicht ihr Leben nicht hätten verlieren müssen.

Auf die Art und Weise machten wir einen Fehler im Irak. Wir machen einen Fehler in Somalia. Also wird es einige harte Entscheidungen geben.
Sie werden vielleicht vom Mittleren Osten herrühren. Sie werden vielleicht vom Sub-Kontinent herrühren. Sie werden vielleicht von Russlands neuerdings erstarkter Position herrühren weil sie in einem Meer aus Öl schwimmen."

EIN NEUER WELTKRIEG

Es ist nicht ersichtlich, was Biden z.B. mit seiner Erwähnung des "Sub-Kontinentes" als möglichem Ausgangspunkt einer Krise und Grund für "richtig, richtig, richtig harte" Zeiten meint.
Denkbar ist durchaus Südamerika, wo durch die politische Entwicklung Venezuelas ein direkter Verbündeter Russlands entstanden ist. Moskau entsandte im September sowohl See- als auch Luftstreitkräfte (darunter Tu-160 Atombomber) um die dortige sozialistische Regierung von Hugo Chavez zu stützen, nachdem die US-gestützte Opposition mehrere Umsturzversuche gegen ihn unternommen hatte und das benachbarte US-gestützte Regime von Kolumbien in Equador eingefallen war, angeblich  um dort "Terroristen" zu verfolgen.

Für eine Konfrontation mit Russland - als einem wahrscheinlichen der von Biden genannten Szenarien - sprechen auch andere Hinweise.

Wie Infokrieg.tv in einer ausführlichen Analyse zusammenfasste, sprach am 21.Oktober, 2 Tage nach den seltsamen Prophezeihungen Bidens, nun der "republikanische" Präsidentschaftskandidat John McCain über die Gefahr eines Atomkriegs. McCain warnte zuerst, dass die Vereinigten Staaten "viele Herausforderungen hier zu Hause und viele ausländische Feinde in dieser gefährlichen Welt" konfrontieren müssten und erwähnte anschließend die Kuba-Raketenkrise. Der nächste Präsident werde "keine Zeit haben sich an das Amt zu gewöhnen".

"Ich weiß wie nahe wir einem Atomkrieg kamen und ich werde kein Präsident sein der getestet werden braucht. Ich wurde getestet. Senator Obama nicht."

Und exakt am Tag der Rede Bidens vor den Finanziers der "Demokraten" in Seattle, am 19.Oktober, sass ausgerechnet der ehemalige Prediger der Gemeinde "Irakische Massenvernichtungswaffen", ex-Aussenminister Colin Powell, in "Meet the Press" vor der Kamera und murmelte ebenfalls etwas über eine "Krise", von der man aber noch gar nichts wisse, nur an welchem Tag sie auftreten würde.

Schon am Anfang des Interviews läutet der Moderator gleich die Stimmung ein, in dem er es fertig bringt von der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem "Weltkrieg" zu sprechen und unmittelbar anschliessend zu sagen "in zwei verschiedenen Ländern, Irak und Afghanistan".

Powell äussert folgendes:

"Die Probleme werden immer existieren und es wird eine Krise geben die am 21., 22. Januar daherkommen wird über die wir im Moment nicht einmal Bescheid wissen.

Ich denke also, das was der Präsident beginnen muss zu tun, ist die Macht des Oval Office und die Macht seiner Persönlichkeit zu benutzen, um das amerikanische Volk zu überzeugen und die Welt zu überzeugen dass Amerika gefestigt ist, dass Amerika sich nach vorne bewegen wird, wir unsere wirtschaftlichen Probleme lösen werden, wir unseren Verplichtungen in Übersee nachkommen werden."

(Powells Äusserungen ab 2 Minuten 35 Sekunden):

Auch die Reaktionen auf das Interview des "Republikaners" Powell, von dem man doch eigentlich denken sollte dass er den Kandidaten McCain unterstützt, sind bemerkenswert.
Ausgerechnet der berüchtigte aussenpolitische Berater Barack Obamas, Zbigniew Brzezinski, lobte anschliessend Powell für seine Haltung und erklärte dazu folgendes:

"Nun, wenn McCain Präsident ist, sein Aussenminister Joe Lieberman und sein Verteidigungsminister (Rudolph) Giuliani, werden wir dem 4.Weltkrieg entgegen gehen welchen diese anstreben und vorausgesagt haben."

In diesem Zusammenhang kann man erwähnen, dass bereits im Sommer 2006, vor den damaligen verheerenden Bombenanschlägen in Indien am 11.Juli und dem unmittelbar danach erfolgten Einmarsch Israels in den Libanon eine massive "World War"-Kampagne gestartet hatten, um den Begriff "Weltkrieg" in den Mittelpunkt der us-amerikanischen Öffentlichkeit zu rücken.

Der ehemalige Parlamentspräsident Newt Gingrich hatte es am 15.07.2006 in einem Interview in Seattle, wo er gerade Wahlkampfgelder auftrieb (sic!), gegenüber Reporter David Postman auf den Punkt gebracht: Die öffentliche Meinung könne sich ändern "ab der Minute wo wir diese Sprache verwenden". Die Botschaft sei folgende:

"Ok, wenn wir schon im Dritten Weltkrieg sind, welche Seite denken Sie sollte gewinnen?"

Die verwendete Sprachregelung des Obama Beraters Brzezinski vom "4.Weltkrieg" spiegelt eine schon damals ausgebrochene peinliche ideologische Auseinandersetzung im Lager der Elite darüber wieder, ob der kalte Krieg zwischen Ost- und Westblock nach dem 2.Weltkrieg nicht als bereits "3.Weltkrieg" zu werten sei, oder vielleicht der "War on Terror".

STRATEGE IM HINTERGRUND: ZBIGNIEW BRZEZINSKI

Brzezinski selbst ist ein von jeder Menschlichkeit befreiter Heuchler und gänzlich skrupelloser Kriegstreiber.
Er verfolgt, als aktiver und angesehener Stratege des Teils der US-Elite welche am Dienstag Präsident Obama installieren wird, eine langfristig angelegte Zerschlagung Russlands, wie in diesem Bericht auf hintergrund.de ausführlich umschrieben wird.
Zu diesem Zeck propagiert er taktische Ausgleichsmanöver und Diplomatie gegenüber China, Europa, Syrien, Iran, und Venezuela.
Brzezinski fordert, ebenso wie Obama, seit Jahren den offenen Krieg gegen die Atommacht Pakistan.

Seine Vorgaben werden auch in Deutschland bereits jetzt durch Presse, Sicherheitspapparat und ausführende Parteifunktionäre lückenlos umgesetzt. Immer heisst es "Sicherheitseinsätze" und "Anti-Terror-Aktionen" "auf pakistanischem Territorium" "ohne Einwilligung der Regierung Pakistans" "aus Sorge um den Zerfall Pakistans und dessen Atomwaffen", wenn man in Wirklichkeit einen ganz normalen Krieg mit gesteuerten Milizen führt, die man zur Abwehr ebendieser auf fremden Territorium dann angreifen muss und dabei aus Versehen Soldaten und Zivilisten des Landes tötet welchem man doch helfen will.

Obama hat übrigens schon im Juli deutlich gemacht, dass er als Präsident von seinem deutschen Ableger Steinmeier und der "SPD" 9000 deutsche Soldaten in Afghanistan verlangen wird.

ZEICHEN AN DER WAND

- Anfang Juli warnte der libertäre Präsidentschaftsbewerber Ron Paul in der Alex Jones Radio Show vor einem Atomschlag der US-Regierung gegen den Iran - mit Unterstützung des Kongresses.

"Das Erschreckende ist, dass sie sagen, sie würden keine Optionen ausschließen, darunter der nukleare Erstschlag"

Nach Gesprächen mit seinen Kontakten innerhalb und außerhalb des Kongresses denke er, dass einem Angriff gegen den Iran bereits grünes Licht gegeben wurde.

"Das ist mein Eindruck, denn die demokratische Führung im Repräsentantenhaus bringt überhaupt keinen Widerstand vor. Wir hatten so etwas gesehen als ein Vorschlag über zusätzliche Finanzmittel eingereicht wurde und der Präsident um 107 Milliarden $ für den Krieg bat; die demokratische Führung gab ihnen 162 Milliarden $...

Ich finde es immer noch völlig frappierend wenn ich sehe wie Männer und Frauen im Kongress, die ich kenne und schätze, dies tun nur um nicht anzuecken. Dies meisten von ihnen sagen: Ich stimme dir bei allem zu was du sagst, aber die Iraner sind üble Menschen und könnten uns eines Tages angreifen. Ich höre Mitglieder des Kongresses sagen: Wenn wir sie doch nur mit Nuklearwaffen angreifen könnten."

- der angehende US-Vizepräsident Joe Biden war, nach dem gescheiterten US- und EU-gestützen Angriff von Georgien auf Südossetien und russische Truppen in der Nacht zum 8.August, demonstrativ beim georgischen Staats- und Parteichef Mikail Saskashwili auf Staatsbesuch. Dieser lobte ihn in Interviews als "langjährigen Freund" . Bidens "Konkurrentin", McCains Vizekandidatin Sarah Palin, hatte der georgische Regimechef ebenfalls getroffen. Diese bezeichnete Saakashwili (offensichtlich bewegt) als "absolut bezaubernd".

- Biden wird im Sudan als Garant für eine zukünftige Invasion betrachtet.

- Vor kurzem wurde ein 117 Seiten starkes Papier der US-Parteien "Demokraten" und "Republikaner" mit dem Titel „Meeting the Challenge – U.S. Policy toward Iranian Nuclear Development“ bekannt. Es wurde angeblich vom "Bipartisan Policy Center" schon Anfang Oktober veröffentlicht.
Aber erst im Zuge der öffentlichen Diskussion um Bidens Prophezeihungen vom 19.Oktober wurde darüber in den US-Medien berichtet, angefangen mit einem Leitartikel in der Washington Post vom 23. Oktober.

ZURSCHAUSTELLER BARACK OBAMA

Die Attitüde und der Zweck der Installation Obamas leuchtet der wütenden deutschen Rechten (die wie immer keine Ahnung hat was passiert weil sie geistig in den 80ern zurückgeblieben ist) immerhin besser ein als der sozialliberalen oder linken Presse. Die gibt es nämlich nicht.
Ein Artikel der "Welt" mit dem Titel "Barack Obama und die Restauration der amerikanischen Weltherrschaft" zeichnete sich am 28.August durch immerhin rudimentäre Bauernschläue und ein fundamentales Verständnis von Machtstreben aus. Der Bericht umschrieb die ebenso plumpen wie wirkungsvollen Manöver der Strategen hinter Obama auf der Politbühne, ohne allerdings hinter deren Vorhang zu blicken.

"Bei den Demokraten scheint die Devise hinter all dem Brimborium eines Parteitages, der stündlich rund um die Uhr eine Million Dollar verschlingt, zu lauten: die linksdemokratischen Wähler samt superreichen Hollywood-Spielern haben wir eh im Sack, jetzt brauchen wir nur noch die Wechselwähler und möglichst viele Unterprivilegierte, die konservativ wählen; denen erzählt man vom amerikanischen Traum und von der amerikanischen Stärke und der amerikanischen Weltbedeutung. Davon kann sich niemand eine Krankenversorgung kaufen und das generiert auch keinen Job, aber es ist Balsam und eben auch unkontrollierbar. Obama ist ein schweres, politisches  Leichtgewicht mit einer pastoralen Redebegabung. Auf die Dauer ist das ein bisschen langweilig. Die Reden Obamas waren bisher recht austauschbar. Der ganz große Funke sprang auf diesem Parteitag bisher nicht über."

Das der Zweck der Reden Obamas ist austauschbar zu sein, ist der Schreiberin dieses Artikels warscheinlich nie in den Sinn gekommen.

Auch dieser Artikel in der "Jungen Welt" bemängelte nach Obamas Rede an der Berliner Siegessäule exakt das Gleiche: "Er kam, sah und sagte nichts". Interessant in den Bericht: die gesammelte Einheitsfront der "gemeinsamen Linken" von Deutschland, wie sie nun (nach der Befriedung unruhiger linkssozialer Kräfte in der deutschen Kolonie) gehorsam dem neuen Cäsar huldigte.

"Er »vertritt eine neue Generation und strahlt einen anderen Zeitgeist aus«. Der Frontmann der Linkspartei Gregor Gysi war nach der Rede Barack Obamas am Donnerstag abend völlig aus dem Häuschen. Er freute sich über den »Grad an Souveränität, Charisma und vor allem die Bereitschaft« des US-amerikanischen Präsidentenanwärters, »auf andere Länder zuzugehen«.

Obama wolle »nicht kulturell dominieren, sondern verschiedene Kulturen akzeptieren«, wußte Gysi nach dessen 30minütiger Rede vor der Berliner Siegessäule. Ähnlich berauscht schienen die rund 200000 Menschen, die in Berlins Mitte geströmt waren, um den Auftritt Obamas zu verfolgen."

Obama erfüllt eben alle linken Grundvoraussetzungen um über den "demokratischen" Flügel Präsident der USA zu werden: er ist schwarz, relativ jung, sieht gut aus und kann gut reden. Soviele davon gibt es auch bei den weissesten US-Demokraten nicht und deshalb könnte Barack Obama auch niemand so schnell ersetzen.

Wie es hinter den Kulissen bei Obamas Kampagne aussieht, umschrieb da Uri Avnery am 9.August sehr viel besser.

"In der vergangenen Woche waren Barack Obamas Bewunderer geschockt. Bis jetzt hatte man geglaubt, dass die großen Summen Geldes, die in die Schatulle seiner Wahlkampagne fließen, von anonymen Bürgern stammen, die darum gebeten worden waren, ihm 100 oder 200 Dollarschecks zu schicken.
Nun ist bekannt geworden, ein großer Teil jener Millionen komme von großen Spendern - genau denselben riesigen Körperschaften, ihren CEOs (Chief Executive Officers) und Lobbyisten, die den demokratischen Prozess bei vorausgegangenen Wahlkämpfen korrumpiert haben. Sie verteilen ihre Großzügigkeit reichlich und gleichmäßig unter alle Kandidaten von links bis rechts, um auf der Gewinnerseite zu stehen - egal was geschieht.

Obama hatte versprochen, dem alten, schmutzigen System ein Ende zu bereiten. Nun wird deutlich, dass er selbst in dieses korrupte System eingebunden ist.
Die Vereinigten Staaten sind ein riesiges Land und jede wichtige Veränderung in seinem System benötigt Jahre, wenn nicht gar Generationen - es sei denn, es gibt eine Revolution. Im demokratischen System kann ein einzelner Führer nur kleine Veränderungen bewirken - wenn überhaupt.

Ein echter Politiker sieht nie wie ein echter Politiker aus. Obama ist ein echter Politiker. Er ist kein Ritter auf einem weißen Pferd. Er ist bestenfalls ein Ritter auf einem grauen Pferd.
Doch gibt es viele Schattierungen von grau: von lichtgrau bis dunkelgrau."

Die Kampagne von Barack Obama umgibt, das ist selbst für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich, ein wirkungsvoll gestrickter Nebelschleier aus Geheimhaltung.
Zentrale Figur des operativen Wahlkampfes: Obamas Redetrainer und Redenschreiber David Axelrod. Seine Aufgabe ist es schlicht, alle bei Laune zu halten.

Die Tragweite dieses ganzen Zirkus, auch der merkwürdigen Interessenüberschneidungen von "Demokraten" und "Republikanern", ergibt sich dann, wenn man davon ausgeht dass der Wahlausgang am Dienstag schon feststand bevor es auch nur die Kandidaten taten.

Seit Jahren steigt Barack Obama aus dem Nichts auf. Eine Kette aussergewöhnlicher Glückfälle und einflussreiche Zeitungen sowie Geschäftskreise helfen nach dabei.
Der bei allen Umfragen unter Anhängern von "Demokraten" und "Republikanern" als Favoritin für das US-Präsidentenamt angesehenen Hillary Clinton geht mitten im Vorwahlkampf dieses Jahr das Geld aus, ihr Wahlkampfteam machte - genau wie jetzt das von McCain - so ziemlich alles falsch was falsch zu machen ging.

Am 10.Februar entliess Clinton endlich ihre Wahlkampfmanagerin Patti Solis Doyle. Es war zu spät.
Am 16. Juni wurde Doyle vom siegreichen Obama eingestellt, ausgerechnet als Stabschefin für den Kandidaten um das Vizepräsidentenamt.
Das wurde dann natürlich Joe Biden und nicht Hillary Clinton.
Den Chefstrategen von Clinton, den sie ebenfalls im Laufe des schlechten Wahlkampfes feuern musste, hatte übrigens ihr Mann Bill Clinton ausgewählt, der seine Frau die ganze Zeit mit ähnlich absurden Attacken beschädigte wie Sarah Palin zur Zeit John McCain.

THANKS, JOHNNY.

McCain bekam eine Kandidatin für das Vizepräsidentenamt, die ihn absehbar, logisch und mit Anlauf zwischen die Beine trat. Es war offensichtlich. Jeder wusste es.
Na gut, das nehmen wir zurück. Jedenfalls wussten wir es schon von Anfang an und deshalb mag man uns jetzt nicht, weil wir so vorlaut sind und immer alles besser wissen.

Wissen Sie - das wissen Sie, ganz bestimmt - es ist so ein bisschen wie auf der Schulbank. Dort lernt man ja bekanntlich für´s Leben.
Und wer gut gelernt hat wie es im Leben zugeht (also grob gesagt:"Schnauze halten, weiter machen"), tja, der weiss zwar nix, aber ist vielleicht schwarz und kann gut reden. Mehr willste ja gar nicht als (Sozial)Demokrat. Und als deren Wähler bzw. späterer Gefolgsmänner irgendwo in einem Deppenapparat schon mal gar nicht.

THANK YOU, MR.OBAMA, THANK YOU...

Wer sich an die ganzen Iraker erinnert die beim Einmarsch der US-Invasoren 2003 mit Plünderware auf den Schultern in den Strassen tanzten ("Thank you, thank you Mr. Bush. Gentleman, gentleman. Very gentle man."), der weiss im Nachhinein dass es sich dabei um Kolonisierte handelte die man um ihr Leben betrog und eine Million mal direkt darum brachte.

Wer nun Dienstag Nacht (und den ganzen Mittwoch lang) nun Millionen von Afroamerikanern in den USA singen, springen, tanzen und den Wähler machen sehen wird, kann das emotional einordnen - wenn er oder sie oder es es will.

Wer es dann noch fertig bringt mal über die eigene Rolle in dieser teuflischen Schmierenkomödie namens "westliche Demokratie" nachzudenken, der kann vielleicht sogar darüber lachen. Das wäre ein Anfang.
Vorerst aber läuft die Welt Gefahr, dass das Kapital wieder einmal eine Menge Menschen mit einer grossen politischen Klappe schlägt.

Bereits am 5.Juni 2006 hatte es Jonathan Hoenig, Führungsmitglied bei "Capitalistpig Asset Management LLC", in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox offen ausgesprochen.

"Wenn Sie den Dow Jones nach oben gehen sehen wollen, lassen Sie uns die Bomber starten und die iranische Bedrohung beseitigen...eine friedliche Lösung hilft weder uns noch der Börse."

(...)

und vorher:

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22.06.2006 WAR IS BREWING...
Das Kapital verlangt von der US-Regierung irgendeinen Angriff zur Stabilisierung des Kapitalismus